Feldkirch: 18 Monate für „Blood & Honour“-Fan

A., der sich in der Vor­woche vor dem Feld­kircher Lan­des­gericht wegen Wieder­betä­ti­gung, Kör­per­ver­let­zung und ver­suchter Nöti­gung ver­ant­worten musste, ist kein Unbekan­nter. Erstens wegen sein­er zahlre­ichen Vorstrafen und zweit­ens, weil er aus sein­er Gesin­nung kein Geheim­nis machte. Mit seinem Reich­sadler und der 88 auf der linken Brust ist der Blood & Hon­our-Mann ziem­lich leicht zu identifizieren.

Auch auf seinem Face­book-Pro­fil, das er seit eini­gen Monat­en still­gelegt hat, war seine klar neon­azis­tis­che Hal­tung, mit freiem Auge erkennbar. Als Arbeit­splatz gab er dort „Nationaler Wider­stand“ an. Im April 2015 benutzte auch er das bei Neon­azis sehr beliebte Sujet mit dem Hitler-Foto und dem Spruch „Ver­misst seit 1945 – Adolf bitte melde Dich! Deutsch­land braucht Dich! Das Deutsche Volk“.

Das „Adolf bitte melde dich, Deutschland braucht dich“ ist ein bekanntes Nazi-Sujet, das seit Jahrzehnten verbreitet wird, durch die sozialen Medien umsomehr. (Von uns wurde das Bild etwas verwackelt.)

Das „Adolf bitte melde dich, Deutsch­land braucht dich“ ist ein bekan­ntes Nazi-Sujet, das seit Jahrzehn­ten ver­bre­it­et wird, durch die sozialen Medi­en umsomehr. (Von uns wurde das Bild etwas verwackelt.)

Im Unter­schied zu dem Schärdinger, der vor weni­gen Tagen mit Erfolg den Geschwore­nen das Gschichterl aufs Auge drück­en kon­nte, dass ihm ein Unbekan­nter dieses Post­ing ins Handy gehäm­mert habe, hätte das bei A. wenig Sinn gemacht. Es gab noch 17 weit­ere Post­ings auf Face­book und What­sApp, durch die er mit dem Ver­bots­ge­setz in Kon­flikt gekom­men ist.

Ein kurzer Auszug aus dem Facebook-Profil von A. - Rechte Gruppen, Marken und FPÖ-Politiker.

Ein kurz­er Auszug aus dem Face­book-Pro­fil von A. — Rechte Grup­pen, Marken und FPÖ-Politiker.

Außer­dem war der A. – und da ver­rat­en wir kein Geheim­nis – fest in die Vorarl­berg­er Neon­azi-Szene rund um Blood & Hon­our einge­bun­den. Vor Gericht behauptete er, dass er die Mit­glieder der recht­en Szene inzwis­chen nur noch zufäl­lig tre­ffe und dass das alles „nicht ernst gemeint“ (Vorarl­berg­er Nachricht­en, 14.4.2017) gewe­sen sei. Naja…!

Die Kör­per­ver­let­zung auf einem Fest in Lauter­ach war jeden­falls hand­fest. Mit zwei Faustschlä­gen ver­let­zte er seinen Kon­tra­hen­ten und dro­hte ihm anschließend, er würde ihn umbrin­gen, falls er die Polizei ein­schal­ten sollte. Dafür und für die Wieder­betä­ti­gung kassierte er in Summe 18 Monate unbe­d­ingt. Dazu kom­men noch vier Monate aus ein­er früheren Verurteilung wegen Kör­per­ver­let­zung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.