Neonazi Honsik verhöhnt die Justiz

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Der mehr­fach wegen Wie­der­be­tä­ti­gung ver­ur­teil­te Neo­na­zi Gerd Hon­sik darf über Face­book für sei­nen Nazi­müll wer­ben. Das berich­tet orf.at unter dem Titel ‚Algo­rith­mus und Neo­na­zis­mus‘. Face­book, das schon vor Jah­ren ange­kün­digt hat, stär­ker gegen Nazi-Pro­fi­le vor­zu­ge­hen, sieht dem­nach bei Hon­siks Nazi-Müll kein Pro­blem. Schlimm genug, aber die Jus­tiz hat sei­ne Wie­der­be­tä­ti­gung durch eige­ne Ent­schei­dung mög­lich gemacht.

Dass Face­book sei­ne eige­ne Ankün­di­gung, gegen Nazi-Kon­ten stär­ker vor­zu­ge­hen, nicht beson­ders ernst nimmt, ist allen, die auf ihre Mel­dun­gen ver­läss­lich von Face­book die Ant­wort erhal­ten, dass der gemel­de­te Bei­trag nicht gegen die Gemein­schafts­richt­li­ni­en ver­sto­ße, nur all­zu gut bekannt. Im Fall von Hon­sik geht es zunächst ein­mal dar­um, dass Hon­sik oder wer auch immer das für ihn auch bezahlt, sei­ne Bei­trä­ge durch Wer­bung wei­ter ver­brei­ten kann.

Honsik auf Facebook

Hon­sik auf Facebook

Face­book sieht da kein Problem:

Jeder Sei­ten­be­trei­ber kann auf Face­book wer­ben, solan­ge die Inhal­te im Ein­klang mit den Face­book Gemein­schafts­stan­dards und den Face­book Wer­be­richt­li­ni­en sind. Jede Wer­be­an­zei­ge wird im Zusam­men­spiel von Mensch und Tech­nik geprüft und frei­ge­ge­ben. Anders als bei den meis­ten digi­ta­len Wer­be­an­ge­bo­ten hat jeder Mensch auf Face­book die Mög­lich­keit ein­zel­ne Wer­be­an­zei­gen und auch den Wer­be­trei­ben­den ganz zu blo­ckie­ren.“ (orf.at)

"Radio Honsik" bzw. "Radio Deutsch-Österreich"...

„Radio Hon­sik” bzw. „Radio Deutsch-Österreich”…

Schlimm genug und drin­gend repa­ra­tur­be­dürf­tig, aber mög­lich gemacht hat den Hon­sik-Müll, der seit Mona­ten über diver­se Kanä­le nach Öster­reich gelie­fert wird, die öster­rei­chi­sche Jus­tiz‚ die hat näm­lich Hon­sik 2011 vor­zei­tig und auf Bewäh­rung aus der Haft ent­las­sen. Das Ober­lan­des­ge­richt Wien (OLG) hat sei­ne Ent­schei­dung mit dem hohen Alter (damals 70) und sei­ner guten Inte­gra­ti­on in Spa­ni­en begrün­det. Spa­ni­en? Der Jus­tiz kam die­se Begrün­dung nicht spa­nisch vor.

Honsik auf Facebook über die "Mauthausen-Lüge"...

Hon­sik auf Face­book über die „Maut­hau­sen-Lüge”…

Nach Spa­ni­en ist Hon­sik 1994 geflüch­tet, nach­dem der Obers­te Gerichts­hof (OGH) sei­ne Nich­tig­keits­be­schwer­de gegen die Ver­ur­tei­lung wegen Wie­der­be­tä­ti­gung abge­lehnt hat. In den fol­gen­den Jah­ren hat sich Hon­sik in Spa­ni­en ein schö­nes brau­nes Nest im Krei­se von alten Kame­ra­den gebaut, bis er dann 2007 auf­grund einer güns­ti­gen poli­ti­schen und juris­ti­schen Kon­stel­la­ti­on an Öster­reich aus­ge­lie­fert wur­de, wo er sich bald dar­auf neu­er­lich wie­der­be­tä­tig­te und ver­ur­teilt wurde.

2011 dann die vor­zei­ti­ge Haft­ent­las­sung auf Bewäh­rung. Hon­sik wird mehr oder min­der deut­lich nach Spa­ni­en zurück ver­frach­tet. Es wird bei die­ser Ent­schei­dung wohl allen Betei­lig­ten klar gewe­sen sein, dass Hon­sik im Fall eines Ver­sto­ßes gegen die Bewäh­rungs­auf­la­gen nicht noch ein­mal nach Öster­reich aus­ge­lie­fert wer­den wür­de. Was genau die Bewäh­rungs­auf­la­gen beinhal­te­ten, blieb der Öffent­lich­keit unbekannt.

Honsiks "Halt", Nr. 151 über den "falsche Messias"

Hon­siks „Halt”, Nr. 151 über den „fal­schen Messias”

Spä­tes­tens 2013 war Hon­sik mit sei­nem brau­nen Pro­pa­gan­da-Müll auf ver­schie­dens­ten Kanä­len wie­der zurück. Seit­her trom­melt er wie eh und je gegen die „Maut­hau­sen-Lüge, gegen den Bun­des­prä­si­den­ten Van der Bel­len und zeit­wei­se auch gegen den „fal­schen Messias“.

Für Hon­sik ist das Heinz-Chris­ti­an Stra­che, zu des­sen Wahl er vor eini­gen Jah­ren noch auf­ge­ru­fen hat.

Wei­te­re Bei­trä­ge zu Hon­sik & Co:
— stopptdierechten.at, 27. Juli 2016: Hon­sik nun in Ungarn?
— stopptdierechten.at, 17. Jän­ner 2014: Gerd Hon­sik und sei­ne Freunde
— stopptdierechten.at, 8. Sep­tem­ber 2011: Gerd Hon­sik ab nach Spanien?