Krems/Gmünd (NÖ): Zwei Jahre wegen Wiederbetätigung

Es ist fast so etwas wie der Klas­sik­er: der Angeklagte hat sich beim Berg- und Som­mer­nachts­fest im August des Vor­jahres in Groß­wolfgers (Gemeinde Weitra) betrunk­en, den Hitler-Gruß gebrüllt und einen Fes­t­be­such­er grund­los attack­iert und ver­let­zt. Jet­zt musste sich der 23-Jährige wegen Wieder­betä­ti­gung und absichtlich­er Kör­per­ver­let­zung vor dem Lan­des­gericht Krems verantworten.

Ohne ersichtlichen Grund hat er ihm einen Faustschlag ver­set­zt. Das Opfer ging zu Boden und blieb reg­los liegen. Dann hat er dem Bewusst­losen noch einen Tritt mit voller Kraft gegen den Kopf gegeben. Wie wenn er einen Fußball tritt. Dann ist er ein­fach gegan­gen und hat den Ver­let­zten liegen­ge­lassen“. So schilderte ein Zeuge – laut NÖN – einen Teil der inkri­m­inierten Ereignisse.

Den anderen Teil – die Wieder­betä­ti­gung — ver­suchte der Angeklagte selb­st zu erk­lären: „Des war dumm von mir. Ich weiß, dass der Hitler ka Guter war. I hab mit dem nix am Hut. Ich war a Trot­tel, dass ich das gesagt habe. Ich war halt betrunk­en und aggres­siv“ (NÖN).

Für den Rest machte er Erin­nerungslück­en gel­tend – auch ein Klas­sik­er. Das Urteil — auch ziem­lich klas­sisch — fiel heftig aus. Der bish­er unbescholtene Wald­viertler wurde wegen Wieder­betä­ti­gung und ver­suchter absichtlich­er Kör­per­ver­let­zung zu ein­er teilbe­d­ingten Haft­strafe von zwei Jahren (davon ein halbes Jahr unbe­d­ingt) verurteilt. Der Angeklagte meldete Bedenkzeit an, damit ist das Urteil nicht rechtskräftig.