SOS Mitmensch: Grazer FPÖ-Obmann Eustacchio unterstützt antisemitisches Magazin massiv

Die NGO SOS Mit­men­sch macht in ein­er Presseaussendung und einem Blog­beitrag auf die Unter­stützung der recht­sex­tremen Zeitschrift „Aula” für die Graz­er FPÖ aufmerk­sam, auch Kol­lege Walser äußert sich dazu. Wir geben im Fol­gen­den bei­de Aussendun­gen wieder und ver­weisen für mehr Infos auf den Blog­beitrag:

Presseaussendung SOS Mit­men­sch, 16.1.2017:

SOS Mit­men­sch: Graz­er FPÖ-Obmann Eustac­chio unter­stützt anti­semi­tis­ches Mag­a­zin mas­siv. Zahlre­iche Inser­atschal­tun­gen in recht­sex­tremer „Aula“

Wien (OTS) — SOS Mit­men­sch übt scharfe Kri­tik an der mas­siv­en Unter­stützung der Graz­er FPÖ-Führung für die Zeitschrift „Aula“. Gegen das anti­semi­tis­che und ras­sis­tis­che Mag­a­zin wurde vor kurzem von Holo­caust-Über­leben­den eine einst­weilige Ver­fü­gung erwirkt. Den­noch treten der Graz­er FPÖ-Obmann Eustac­chio und sein Klubob­mann Sip­pel in der zulet­zt erschiene­nen Aus­gabe der „Aula“ in diversen Inser­atschal­tun­gen, Inter­views und Wer­be­tex­ten auf.

FPÖ-Graz tief im anti­semi­tis­chen Sumpf
„Es ist unbe­grei­flich und skan­dalös, dass eine Partei, die in Graz den Regierungsanspruch stellt, eine vor Anti­semitismus, Ras­sis­mus und Hass gegen KZ-Über­lebende triefende Pub­lika­tion immer wieder mit Inser­atschal­tun­gen unter­stützt. FPÖ-Parteiob­mann Eustac­chio und sein Klubob­mann Sip­pel demon­stri­eren offen ihre Nähe zu einem Mag­a­zin, das für ewiggestriges und demokratiefeindlich­es Gedankengut ste­ht. Offen­bar steckt die Graz­er FPÖ-Führung nach wie vor tief im anti­semi­tis­chen und ras­sis­tis­chen Sumpf“, kri­tisiert Alexan­der Pol­lak, Sprech­er von SOS Mitmensch.

„Judaisierung der Welt“
In dem vom Doku­men­ta­tion­sarchiv des Öster­re­ichis­chen Wider­standes als recht­sex­trem eingestuften Mag­a­zin „Aula“ wur­den in der jün­geren Ver­gan­gen­heit Beiträge abge­druckt, in denen vor ein­er „Judaisierung der Welt“ und vor „Rassen­mis­chung“ gewarnt und gegen Demokratie als „Spal­tung und Schwächung der Völk­er“ gewet­tert wurde. KZ-Über­lebende wur­den in einem Beitrag pauschal als „Krim­inelle“ und „Land­plage“ verunglimpft. Erst vor weni­gen Tagen hat deshalb der Ober­ste Gericht­shof eine einst­weilige Ver­fü­gung gegen das von der FPÖ unter­stützte Mag­a­zin bestätigt.

Stopp­schild setzen
SOS Mit­men­sch ruft alle Parteien und auch die Bevölkerung dazu auf, ein klares Stopp­schild gegen anti­semi­tis­ches, ras­sis­tis­ches und KZ-Über­lebende verunglimpfend­es Gedankengut zu set­zen. „Es ist wichtig, dass es von Seit­en der Bevölkerung nicht hin­genom­men wird, wenn sich Parteien und Parteiführun­gen demon­stra­tiv in einem ewiggestri­gen und demokratiefeindlichen Sumpf suhlen“, betont SOS Mit­men­sch-Sprech­er Pol­lak. (OTS)

Ganzseitiges Inserat in der Aula für die Grazer FPÖ - Bildquelle: SOS Mitmensch

Ganz­seit­iges Inser­at in der Aula für die Graz­er FPÖ — Bildquelle: SOS Mitmensch

Presseaussendung Har­ald Walser, 16.1.2017:
Walser: Unter­stützung der Aula durch Graz­er FPÖ ist ein Riesen­skan­dal. Grüne: Aula ist nach Ver­bots­ge­setz zu prüfen

Wien (OTS) — „Dass die Graz­er FPÖ die Zeitschrift ‚Aula’ mas­siv mit Inser­at­en stützt, ist so ent­lar­vend wie skan­dalös“, betont der ver­gan­gen­heit­spoli­tis­che Sprech­er der Grü­nen, Har­ald Walser, in Reak­tion auf die heutige Presseaussendung von SOS Mit­men­sch, wonach sich in der jüng­sten Num­mer des FPÖ-nahen burschen­schaftlichen Organs zahlre­iche Inser­ate und Inter­views der Graz­er FPÖ befind­en. „Ganz offen­sichtlich set­zt die Graz­er FPÖ ihre tra­di­tionelle recht­sex­treme Aus­rich­tung nicht nur mit ihrer Kan­di­daten­liste fort, son­dern ent­larvt sich auch durch die Unter­stützung der Aula. Diesem Gedankengut ist eine mas­sive Absage zu erteilen.“

Walser weist darauf hin, dass sich prak­tisch in allen jün­geren Num­mern der Aula Artikel befind­en, die nicht nur recht­sex­trem, son­dern auch klar anti­semi­tisch sind: „Es ist daher zu prüfen, ob die Zeitschrift Aula nicht als neon­azis­tisch zu bew­erten und daher nach dem Ver­bots­ge­setz zu behan­deln ist.“ Zu berück­sichti­gen sei hier auch die Ein­schätzung der gerichtlichen Instanzen, die sich im Zuge der laufend­en Klage der KZ-Über­leben­den bis­lang mit der inhaltlichen Aus­rich­tung der Aula beschäftigt haben. „Es liegt an Jus­tizmin­is­ter Brand­stet­ter, hier nun tätig zu wer­den und eine Prü­fung der ‚Aula‘ zu ver­an­lassen“, fordert Walser.

Blog­beitrag:
— SOS Mit­men­sch, 16.1.2017: Graz­er FPÖ-Obmann Eustac­chio unter­stützt anti­semi­tis­ches Mag­a­zin massiv