Salzburg/Bischofshofen: Prozess gegen brutale Nazi-Schläger

Gleich vier junge Männer müssen sich in den nächsten Tagen vor einem Geschworenengericht in Salzburg wegen Wiederbetätigung und schwerer Körperverletzung verantworten. Sie haben am 4. Dezember des Vorjahres nach einem Krampuslauf in Bischofshofen bei einem Kebap-Stand wiederholt Heil Hitler und Sieg Heil gerufen. Ein Pongauer protestierte und forderte sie auf damit aufzuhören. Er wurde brutal zusammengeschlagen.

Im Vorjahr war noch von zwei Hohenemsern die Rede, die da in Bischofshofen Nazi-Sprüche von sich gegeben und den Pongauer schwer verletzt haben. Die Anklage spricht jetzt von vier Personen – zwei von ihnen sind „nur“ wegen schwerer Körperverletzung angeklagt. Zum Tatzeitpunkt waren sie alle Grundwehrdiener, zwei von ihnen ebenfalls aus dem Pongau.

Verkleidete während eines Krampuslaufs – Bildquelle

Verkleidete während eines Krampuslaufs – Bildquelle: Wikipedia/CC_3.0.

Als der Pongauer gegen die Nazi-Parolen protestierte, verpasste ihm einer der Angeklagten einen Faustschlag ins Gesicht, dann wurde er zu Boden gerissen. Einer der Angeklagten setzte sich auf ihn drauf und verpasste ihm mehrere Schläge, während ihn ein anderer Angeklagter mit Fußtritten an Kopf und Oberkörper verletzte. Beim Versuch, dem Opfer zu Hilfe zu kommen, wurden weitere Personen verletzt.

Der Geschworenenprozess ist für drei Tage anberaumt – insgesamt sollen neun Personen als Zeugen einvernommen werden.