Völkische Sommerfrische (Teil 1)

Wo können österreichische Burschenschafter heute noch gemütlich zusammentreffen, ohne sich mit demonstrierenden AntifaschistInnen konfrontiert zu sehen? Am schönen Ossiacher See nahe Villach.

Auch heuer findet dort Ende Juli, genau gesagt am 30., das jährliche „waffenstudentische Seefest“ statt. Eine dreistellige Zahl an Burschenschaftern, Corpsbrüdern und anderen völkischen Verbindungsstudenten schippert dabei abendlich auf der MS Ossiach über den gleichnamigen See – natürlich „in Farben“, mit allerlei alkoholischen Getränken (extra zu bezahlen), Kärntner Spezialitäten und unter Pflege des althergebrachten studentischen Liedguts. Warum gerade am Ossiacher See? Ein Kausalnexus zu einem prominenten Anrainer desselben darf angenommen werden: an den Gestaden des malerischen Gewässers residiert der K3-Verlag, der im Eigentum von Andreas Mölzers Söhnen Wendelin und Wolf-Rüdiger steht. K3 ist Mitgesellschafter der W3-Verlagsgesellschaft, in der Andreas Mölzers Wochenzeitung „Zur Zeit“ erscheint. Dementsprechend regelmäßig wird die Feier von dieser auch beworben. Im Anwesen nebenan feiern Mölzers Vandalen am Vorabend des Festes einen Begrüßungsabend.


Völkische Schlemmerfahrt? (Bild: public domain)

Zu den regelmäßigen Gästen der Veranstaltung gehört allerlei freiheitliche Prominenz, darunter neben Mölzer senior auch dessen Sohn, der Nationalratsabgeordnete Wendelin. Zahlreiche Korporierte reisen alljährlich aus Wien an. 2010 vermeldete „Der Eckart“ als prominente Teilnehmer unter anderen Nabg. Walter Rosenkranz (Burschenschaft Libertas Wien) und den damaligen Kärntner FPÖ-Landesparteiobmann Christian Leyroutz (Burschenschaft Suevia Innsbruck).

Völkische Sommerfrische Teil II