Sauerei mit Geheimdienst (II):“Ich kriege Dich!“

Die Nebel über der dun­klen Geschichte mit der Schän­dung der Graz­er Moschee mit Schweineblut und Schwein­sköpfen licht­en sich langsam. Unbe­strit­ten ist, dass der Obmann der recht­sex­tremen Sek­te Partei des Volkes (PdV), Thomas Kirschn­er, kurz nach der Tat als Verdächtiger von ein­er Polizeistreife festgenom­men wer­den kon­nte. Etwas später stellte sich her­aus, dass er die Schän­dung nicht allein geschafft hat­te, son­dern dazu einen Helfer benötigte.

Der „Kro­ne“ (3.7.2016) gegenüber drück­te der Herr Obmann ein paar dicke Krokodil­strä­nen her­aus: „Er selb­st habe nichts gegen Mus­lime, füh­le sich aber von seinem Kom­plizen unter Druck geset­zt.“ Da staunt der Laie aber! Der Parte­ichef, der sich jet­zt von einem Helfer unter Druck geset­zt fühlt? Der noch vor kurzem zum Bürg­erkrieg aufgerufen hat, aber jet­zt vor dem stren­gen Blick seines Kom­plizen in die Knie gegan­gen ist und sich zu der Schän­dung genötigt sah? Dessen PdV-FB-Seite zwar per­ma­nent gegen Mus­lime het­zt, während der Herr Obmann gar nichts gegen Mus­lime haben will?


Attacke auf das Islamis­che Kul­turzen­trum Graz; © Islamis­ches Kul­turzen­trum Graz

Und wie ist in diesem Kon­text das merk­würdi­ge Post­ing zu ver­ste­hen, das kurz nach der Schän­dung auf der Face­book-Seite der recht­sex­tremen Sek­te auf­tauchte, dort allerd­ings rasch wieder gelöscht wurde? Schließlich kön­nte man das Post­ing ja als sehr unmit­tel­bare Dro­hung gegen den Kom­plizen ver­ste­hen, aber dazu müsste der Ver­fas­sungss­chutz ja erst ein­mal aufwachen und tätig wer­den wollen – dazu noch später.

Das Post­ing ist mit „PdV“ geze­ich­net, sollte also eigentlich vom Parte­ichef autorisiert sein. Aber der Ver­fass­er tut so, als ob der Moscheen­schän­der irgend­wie ein ander­er, ein Fre­und sei:

„Liebe Fre­unde, liebe Öster­re­ich­er, ich kenne diesen Mann, er ist ein Fre­und von mir. Er wird es zum Prozess kom­men lassen und ich hoffe wir wer­den an diesem Tag zu hun­dert dort eben­falls auf­marschieren. Aber was mich trau­rig macht ist, dass er nicht alleine dort war. Der zweite der dabei war und auch nicht in den Medi­en erwäh­nt wird, hat ihn an die Polizei verp­fif­f­en. Diese Rat­te wird meine Rache spüren. Georg B., ich kriege Dich.“

Peter Pilz, Sicher­heitssprech­er der Grü­nen, ver­fügt über gute Infor­ma­tio­nen und hat daher die Geschichte rund um die Schän­dung der Moschee kom­plet­tiert und mit ein­er hefti­gen Kri­tik am steirischen Ver­fas­sungss­chutz ver­bun­den: „Das Lan­desamt für Ver­fas­sungss­chutz in Graz sieht auf dem recht­en Auge nicht sehr gut.“ (derstandard.at)

Auf sein­er Face­book-Seite erzählt Pilz den Ablauf der Schän­dung:

Am Mor­gen des 5. Mai 2016 meldet sich die „Quelle“ beim Führung­sof­fizier. Heute Abend sei es soweit. Die „Partei des Volkes“ werde in Graz einen Anschlag auf eine Moschee durchführen.

Haupt­mann X ver­ständigt sofort den stel­lvertre­tenden Leit­er der oper­a­tiv­en Abteilung des Heeres-Abwehramtes AbwA. Aber eine Stelle informieren wed­er Haupt­mann noch Oberst: das zuständi­ge Lan­desamt für Ver­fas­sungss­chutz in Graz.

Im Laufe des Tages trifft sich der Oberst mit dem Führung­sof­fizier. Am Abend machen sie sich in zwei Fahrzeu­gen mit drei weit­eren Beamten auf den Weg. Ihr Ziel ist der Neubau der Moschee in der Graz­er Laubgasse.

Die Heere­sagen­ten warten in ihren Autos. Sie sehen, wie sich zwei Per­so­n­en der Moschee näh­ern. Ein­er von ihnen ist Thomas K., der Führer der Partei des Volkes. Sein Begleit­er ist Zugs­führer der Miliz und die Quelle, die der Haupt­mann führt. Die Beamten wer­den Zeu­gen, wie sich die bei­den mit Schwein­sohren und Schweineblut an der Moschee betätigen.

Im Feb­ru­ar 2016 wusste das Abehramt, dass der Zugs­führer im recht­sex­tremen Milieu zu Hause war. Es zögerte nicht lange und warb ihn als Quelle an. Mitte April wurde es dann ernst. Die Quelle informierte den Führung­sof­fizier, dass seit­ens der Partei des Volkes Anfang Mai eine Aktion gegen islamis­che Ein­rich­tun­gen in Graz geplant sei.

Das Abwehramt gab den Hin­weis am 25. April an das LV Graz weit­er“ (Fort­set­zung bei Peter Pilz auf Face­book).