So darf man vergleichen!

Unbe­gleit­ete Flüchtlingskinder dür­fen nicht anders behan­delt wer­den wie alle anderen Kinder und Jugendliche, die ohne ihre Eltern aufwach­sen müssen. Das Prinzip der Gle­ich­be­hand­lung ist z.B. in der UN- Kinder­recht­skon­ven­tion fest­gelegt. Somit sollte auch für Öster­re­ich gel­ten, „dass das Prinzip des Diskri­m­inierungsver­bots jegliche Benachteili­gung eines [….] unbe­gleit­eten min­der­jähri­gen Flüchtlings unter­sagt“.

Stimmt das? Wer­den unbe­gleit­ete min­der­jährige Kinder und Jugendliche gle­ich behan­delt ? Oder wer­den sie gar bess­er behan­delt, wie beispiel­sweise in dem Schreiben „Ja, das darf man ver­gle­ichen“ behauptet wird?

Het­ze ist noch kein Vergleich:


Dort wird unter­stellt, dass „ein Flüchtlingskind“ dem Staat 2.850 Euro, ein öster­re­ichis­ches Kind hinge­gen „der Bun­desregierung pro Monat zwis­chen 109,70und 158,90 Euro“ wert sei.

Das ist falsch! Da wer­den Bir­nen (Kosten) mit Äpfeln (Geldleis­tun­gen) verglichen.

Das ist auch Het­ze auf Kosten ein­er Gruppe, die auf­grund ihrer oft­mals erlebten Trau­ma­tisierung durch Krieg, Tod, Flucht manch­mal mehr Schutz und Betreu­ung braucht. Sagt die Kinder- und Jugen­dan­waltschaft. Die Volk­san­waltschaft sagt: “Wir dür­fen keinen Unter­schied machen zwis­chen den Kindern, die in Öster­re­ich leben“.

Und wir sagen: so sollte es eigentlich sein!

Die Fakten

Ver­gle­ichen kann man den Aufwand bzw. die Kosten für unbe­gleit­ete min­der­jährige Flüchtlinge und öster­re­ichis­che Kinder bzw. Jugendliche, die im Rah­men von Maß­nah­men der Jugend­wohlfahrt betreut werden.

Der Tagsatz für unbe­gleit­ete min­der­jährige Flüchtlinge beträgt ab 1.8.2015 max­i­mal 95 Euro (vorher max­i­mal 77 Euro), der Tagsatz für öster­re­ichis­che Kinder und Jugendliche im Rah­men von Maß­nah­men der Jugend­wohlfahrt liegt bei 120 bis 150 Euro. Mit einem Tagsatz wer­den alle Kosten abgeglichen, die im Rah­men ein­er Betreu­ung anfall­en – von der Unter­bringung und Verpfle­gung in ein­er betreuten Gruppe bis hin zu ther­a­peutis­chen Maß­nah­men. Nicht das unbe­gleit­ete Flüchtlingskind erhält den Tagsatz, son­dern die Betreu­ung­sein­rich­tung. Alles klar?

„Ein Wiener Kind, das nach den päd­a­gogis­chen und ther­a­peutis­chen Maßstäben der Jugend­wohlfahrt betreut werde, kostet bis zu 150 Euro am Tag“ (diepresse.com)

Ver­gle­ichen kann man natür­lich auch die Fam­i­lien­bei­hil­fe. Für Kinder und Jugendliche, die mit Eltern hier um Asyl ansuchen („Flüchtlingskinder“), gibt es keine Fam­i­lien­bei­hil­fe, son­dern nur ein Taschen­geld in der Höhe von 40 Euro pro Monat.

Asyl­berechtigte erhal­ten für ihre Kinder Fam­i­lien­bei­hil­fe in der gle­ichen Höhe wie ÖsterreicherInnen.

Öster­re­ichis­che Eltern (bzw. Gle­ichgestellte), die einen Anspruch auf Fam­i­lien­bei­hil­fe haben, erhal­ten diese – altersab­hängig – in der Höhe von 109,70 bis 158,90 Euro. Dazu gibt es noch einen Kinder­ab­set­z­be­trag für jedes Kind in der Höhe von 58.40 Euro, ein Schul­start­geld, Zuschläge bei mehreren Geschwis­tern und bei Behinderung.

So schaut’s in der Real­ität aus – und die ist für unbe­gleit­ete min­der­jährige Flüchtlinge alles andere als rosig. Vor allem aber: für sie wird nicht mehr und auch nicht gle­ich viel aufgewen­det wie für ver­gle­ich­bare öster­re­ichis­che Kinder in Ein­rich­tun­gen der Jugend­wohlfahrt, son­dern weniger!

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