Identitäre Transpiranten schlägern

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Weit sind sie nicht gekom­men, die 200 bis 300 Iden­ti­tä­ren, die ges­tern in Wien Favo­ri­ten demons­trier­ten. Der rechts­extre­me Auf­marsch wur­de immer wie­der von anti­fa­schis­ti­schen Sitz­blo­cka­den unter­bro­chen, sodass die stark tran­spi­rie­ren­den Iden­ti­tä­ren (den „gro­ßen Aus­tausch“ nann­ten sie das schon pro­phe­tisch in den Auf­ru­fen) auf hal­ber Stre­cke kapi­tu­lier­ten und sich in ein Wirts­haus ver­zo­gen, um den gro­ßen Aus­tausch mit Flüs­sig­keit zu kompensieren.

Johann P., rechts­extre­mer Hob­by-Fil­mer, der sei­ne Film­chen vom Auf­marsch der Iden­ti­tä­ren im Arbei­ter­bez­rik Favo­ri­ten über Face­book, ver­brei­te­te, kam zu dem resi­gnie­ren­den Schluss: „Im Ernst­fall wäre ein Kampf um Wien ver­lo­ren.“ Tau­sen­de Sym­pa­thi­san­ten der Lin­ken, so der irri­tier­te Fil­mer, hät­ten die Favo­ri­ten­stra­ße beim Abzug der Iden­ti­tä­ren gesäumt. Da hät­ten wohl auch die als Unter­stüt­zung gedach­ten Kräf­te von „Unsterb­lich“ bzw. der „Zwetsch­ke“ nichts aus­rich­ten können.


Tau­sen­de Lin­ke und eine Ver­schwö­rung „der Zionisten”

Die iden­ti­tä­ren Tran­spi­ran­ten zogen dann unter Poli­zei­schutz mit einer Son­der-U-Bahn in den Pra­ter ab. Dort stell­ten sie es sich lus­ti­ger vor als in Favo­ri­ten, jeden­falls nicht so frus­tig. Nicht nur, was den Aus­tausch mit Geträn­ken betrifft. Auch mit den Gegen­de­mons­tran­tIn­nen woll­ten sie sich aus­tau­schen. Etwa, indem sie einen Aschen­be­cher aus dem Gast­haus auf einen Foto­gra­fen war­fen bzw. beim Pra­ter­stern meh­re­re Schlä­ge­rei­en anzet­tel­ten, wobei sie nicht nur Gegen­de­mons­tran­ten ver­letz­ten, son­dern es auch schaff­ten, als Kol­la­te­ral­scha­den einen der ihren niederzuschlagen.

Ers­te Bilanz der Poli­zei: sechs Ver­letz­te, angeb­lich kei­ne Fest­nah­men, aber Iden­ti­täts­fest­stel­lun­gen und eine unbe­kann­te Anzahl von Anzei­gen nach dem Straf- und Verwaltungsrecht.

Berich­te

Vice — Iden­ti­tä­ren-Auf­marsch in Wien – Der Live-Bericht zum Nachlesen
Noch­rich­ten — 6. Juni 2015: Pro­tes­te gegen Auf­marsch der rechts­extre­mem „Iden­ti­tä­ren” in Wien

Pres­se­aus­sen­dun­gen

„turn left- smash right“ — Antifaschist_innen und Journalist_innen von „Iden­ti­tä­ren“ ange­grif­fen und verletzt
Offen­si­ve gegen Rechts — Vol­ler Erfolg bei Demons­tra­ti­on und Blo­cka­den gegen Iden­ti­tä­re in Favoriten
AUGE-UG — Rechts­extre­me Angrif­fe auf Anti­fa­schis­tIn­nen und Gewerkschafter