Frau Winters traurige Sitten

Lesezeit: 2 Minuten

Im Umfeld von Susan­ne Win­ter tum­melt sich seit Jah­ren ein ein­schlä­gi­ges Publi­kum, das durch diver­se Sprü­che der FPÖ-Abge­ord­ne­ten auch immer wie­der gut genährt und gepflegt wird. Von Susan­ne Win­ter stammt tat­säch­lich eine par­la­men­ta­ri­sche Anfra­ge, ob das öster­rei­chi­sche Bun­des­heer aus­rei­chend auf einen Angriff durch die EU vor­be­rei­tet sei. Jetzt taucht ein Gas­kam­mer­pos­ter auf ihrer Face­book-Sei­te auf und Frau Win­ter ist belei­digt – auf die, die das kritisieren.

Die par­la­men­ta­ri­sche Anfra­ge zur EU-Armee und deren Angriff auf Öster­reich oder ein ande­res Mit­glieds­land der EU (Fra­ge 7 von Win­ter: „Soll­te ein ande­res EU-Mit­glieds­land durch die EU-Armee ange­grif­fen wer­den, wäre das öster­rei­chi­sche Bun­des­heer ver­pflich­tet die feind­li­chen Streit­kräf­te durch das öster­rei­chi­sche Staats­ge­biet durch­mar­schie­ren zu las­sen?“) ist ein­fach nur jen­sei­tig. Jetzt aber ist Frau Win­ter belei­digt: “Haupt­sa­che ist ja nur man haut auf die Win­ter drauf. Trau­ri­ge Sit­ten sind das“, jam­mert sie auf Facebook.


Was ist pas­siert? Unter einen Kom­men­tar von Win­ter und einen Link zur „Kro­nen Zei­tung“, in der über Gehalts­er­hö­hun­gen für EU-Abge­ord­ne­te berich­tet wird, schreibt ein Richard M.: „Sol­che Dreck­säue. Für was brau­chen sie so viel Geld. Fürs nichts tun. Irgend­wann wer­den sie das bereu­en was sie dem Men­schen ange­tan haben. Dann brau­chen sie kein Geld mehr. Die Gas­kam­mer wartet“

Der abge­schmack­te het­ze­ri­sche Kom­men­tar blieb lan­ge ste­hen auf Win­ters Time­line – 36 Stun­den sol­len es gewe­sen sein, bis ihn die blaue Abge­ord­ne­te lösch­te und belei­digt reagier­te, nach­dem ihr Bir­git S. gepos­tet hat­te: „Sie las­sen einen Ruf nach der Gas­kam­mer ein­fach so ste­hen? Bezeich­nend und ent­lar­vend zugleich.“

Win­ters ein­ge­schnapp­te Ant­wort: „Ich neh­me mir die Frei­heit her­aus nicht jeden Tag auf Fb zu schau­en Und ich bin nicht ver­ant­wort­lich für die Kom­men­ta­re ANDERER. Aber den­noch, dan­ke für den Hin­weis, ich hab’s gelöscht .…Ihr Hin­weis wäre wohl auch freund­li­cher gege­an­gen (!), aber Haupt­sa­che ist ja nur man haut auf die Win­ter drauf. Trau­ri­ge Sit­ten sind das.“

Natür­lich kann man auch der blau­en Abge­ord­ne­ten zuge­ste­hen, dass sie nicht jeden Tag auf ihr Face­book-Pro­fil schaut. Für die Kom­men­ta­re ande­rer ist sie den­noch ver­ant­wort­lich. Peter Pilz, Abge­ord­ne­ter der Grü­nen, prüft eine Anzei­ge gegen den Schrei­ber des Nazi-Pos­tings, der nicht zum ers­ten Mal mit einem Hetz-Pos­ting auf­ge­fal­len ist. Im Vor­jahr stell­te er ein Pos­ting in der Grup­pe „Nein!-zum EU-Bei­tritt der Tür­kei“ online, in dem er die Adres­se des sala­fis­ti­schen Hass-Pre­di­gers Pierre Vogel anbot: „Wer braucht die Adres­se von dem Ter­ro­ries­ten(!) und Isla­mis­ten freund Vogel. Hier ist die Adres­se von dem ver­bre­cher und Esel­trei­ber und ficker……“.

Susan­ne Win­ter hat sich bis zuletzt nicht ent­schul­digt für den Kom­men­tar von Richard M., auch nicht erklärt, dass sie gegen sol­che und ähn­li­che Kom­men­ta­re vor­ge­hen wür­de, son­dern jam­mert nur über die „ver­such­te Anpa­tze­rei“ ihrer Per­son: „Trau­ri­ge Sit­ten sind das“