Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeitrag
  • Materialien
  • Rezension

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Dokumentation

Lesezeit: 5 Minuten

Wie aus einer Falschmeldung Hetze wird

Die Nachricht über die angebliche Entdeckung, dass eine ganze weibliche Schulklasse in Norrköping (Schweden) genitalverstümmelt worden sei, verbreitete sich rasend schnell über alle Medien. Am 20.6. stellte die Lokalzeitung „Norrköpings Tidningar“ die Meldung online, spätestens am Tag darauf war sie in allen Medien und verbreitete sich ab dann auch in den sozialen Netzwerken – mit schlimmen Nebengeräuschen.

13. März 2015

Am Beispiel dieser Nachricht und des Umgangs mit ihr kann so manches abgehandelt werden, etwa das komplette Versagen des Qualitätsjournalismus. Einzige bekannte Ausnahme: der britische Guardian, der eine Woche später die Nachricht gegencheckte und breit über die wirklichen Fakten berichtete.


stopFGM – Mitglieder: NAbg. Petra Bayr, Care Ega – Frauen im Zentrum, Kinderfreunde, Renner-Institut, Rote Falken, SPÖ-Bundesfrauenorganisation, SWI – Österreichische Stiftung für Weltbevölkerung und internationale Zusammenarbeit, Arbeitersamariterbund (ASBÖ, Die Grünen – Güne Alternative Wien, Ekando Kumer, FGM-Hilfe – Der Verein zur Bekämpfung weiblicher Genitalverstümmelung, Frauen ohne Grenzen, Frauensolidarität, Gesellschaft für bedrohte Völker Österreich, Grüne Frauen Wien, Grüner Klub im Rathaus Wien, Junge Generation in der SPÖ, Kinderfreunde Ortsgruppe Wörgl, LEEZA (vormals WADI Österreich) – Liga für emanzipatorische Entwicklungszusammenarbeit, Menschen für Menschen – Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe, ÖAAB Frauen Bundesorganisation, ÖAAB Frauen Wien, ÖGF – Österreichische Gesellschaft für Familienplanung, ÖGJ Jugendzentrum Enns, Orient Express – Beratungs-, Bildungs- und Kulturinitiative für Frauen, Österreichisches Nationalkommitee für UNIFEM, proFRAU, Selbstbewusst – Verein für Sexualpädagogik und Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch, Sonne International, Sozialistische Jugend Linz-Süd, Sozialistische Jugend Österreich, UNICEF Österreich

Schon ein bisschen Nachdenken reicht aus, um die Meldung in Frage zu stellen. Schweden ist das Land in Europa, das als erstes 1982 explizit die weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation – FGM) unter Strafandrohung gestellt hat, in Österreich geschah das 2001. Seit 1999 ist in Schweden FGM auch strafbar, wenn sie im Herkunftsland ausgeführt wurde (in Österreich erst seit 2012). Aufklärung über FGM wird in Schweden sehr ernsthaft betrieben, dennoch gab es seit der Einführung der Strafbestimmungen bis heute zwei Verurteilungen.

Was also geschah tatsächlich in Norrköping? Die Stadt, die einen hohen Anteil an MigrantInnen vor allem aus afrikanischen Ländern hat, führt ein Pilotprojekt durch, in dessen Rahmen alle jungen Mädchen von schulischen Gesundheitsarbeiterinnen routinemäßig zu FGM befragt werden.

Im konkreten Fall waren die Mädchen Teil einer großen Gruppe von kürzlich aus Afrika eingewanderten Personen. Bei ihrer Befragung stellte sich heraus, dass 30 Mädchen im Alter von 13 bis 18 in ihren Herkunftsländern genitalverstümmelt worden waren, davon 28 in der besonders brutalen Variante der Beschneidung. Diese 30 Mädchen wurden in einer Gruppe zusammengefasst, um mit ihnen über ihre traumatischen Erlebnisse zu arbeiten.

Aus der Gruppe wurde im ersten Bericht des „Norrköpings Tidningar“ eine Schulklasse und in späteren Berichten dann sogar die ganze Schulklasse, die in Norrköping genitalverstümmelt wurde.

Auch in Österreich haben faktisch alle Medien den irreführenden und falschen Agenturtext zu Norrköping übernommen. Die Webseite INHR, die wir hier schon kritisch beleuchtet haben, berichtete am 21.6.2014 über Norrköping. Der Text wich im Kern nicht von den anderen Falschmeldungen ab („Schweden: Ganze Mädchenklasse genitalverstümmelt“), übernahm den redaktionellen Text der „Kronen Zeitung“ (20.6.14), in dem Außenminister Kurz zitiert wurd, der erklärt hatte, dass die Praxis von FGM „in keiner Religion begründet [sei] und (…) als Tradition abgelehnt werden [müsse]“.

Die Zahl von betroffenen Frauen und Mädchen in Österreich, die INHR nannte, wurde allerdings nach oben geschraubt: Es sind nicht bis zu 18.000 Frauen in Österreich von FGM betroffen, sondern nach Schätzungen, die aus den Quellen für andere Länder abgeleitet sind, bis zu 8.000 Frauen. Auch diese Zahl stützt sich nicht auf verlässliche Quellen aus Österreich.

Im Jänner 2015 griff der Rechtsextremist und Islamhasser Karl Michael Merkle, der unter dem Fakenamen‚ „Michael Mannheimer“ einen Hetzblog betreibt, den Beitrag von INHR auf und gab ihm eine neue Richtung: Mit einem furchtbaren Foto, das Kleinstkinder zeigt, deren Genitalien blutverschmiert sind, illustrierte er am 23.1. 2015, also mehr ein halbes Jahr nach dem Erstbericht, seinen eigenen Bericht. Das Foto, das die Bildunterschrift trägt „Das alltägliche Genitalmassaker des Islam kostet laut UN-Berichten 2.000 so ‚beschnittenen‘ muslimischen Mädchen das Leben. Tag für Tag“, hat mit Norrköping nichts zu tun. Die Bildquelle konnte nicht festgestellt werden, und damit ist auch unklar, ob es sich um ein bearbeitetes Foto handelt, bei dem das Blut nachträglich appliziert wurde (worauf einiges hindeutet).

Der Titel von Merkles Blog-Eintrags lautete: „Zur ‚Es-gibt-keine-Islamisierung’s-Lüge: Ganze Mädchenklasse in Schweden genitalverstümmelt“. Titel und Bildunterschrift zu dem Foto machen also schon klar, wohin die Reise gehen soll: Der Islam soll für die Praxis von FGM verantwortlich gemacht werden. Und die Linken und Grünen Europas, deren „verlogene und heuchlerische Seite“ Merkle-Mannheimer auch bei FGM erkannt haben will: „[G]egenüber den 100.000 jährlichen ‚Ehren‘ morden sowie den 700.000 Kollaterlopfern [sic!] der weiblichen Sexualverstümmelungen haben sie ihre Stimme (von wenigen Ausnahmen Einzelner einmal abgesehen) bislang nie ernsthaft erhoben.“

Mannheimers Lügen

Exakt das Gegenteil ist der Fall: Auf parlamentarischer Ebene haben SPÖ und Grüne schon in den 1990er-Jahren FGM zum Thema einer Enquete gemacht. Eine Plattform mit der Webseite „StopFGM“ kümmert sich seit 2003 um Aufklärung und Unterstützung von Anti-FGM-Projekten. Unterstützt wird die Plattform von SPÖ-, ÖVP- und Grünen Frauen-Organisationen. Auch fünf weitere Einrichtungen kümmern sich um FGM, keine einzige darunter, die Rechten zugeschrieben werden könnte. Auch die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich beteiligt sich an der Aufklärung zu FGM. Rechte und rechtsextreme Organisationen und Personen haben keinerlei Initiative gegen FGM gesetzt.

Was Definition,Verbreitung und Praktiken von FGM betrifft, so liefert dazu Wikipedia einen umfassenden Eintrag, auch was die wichtigsten Gründe für die genitale Verstümmelung der Frauen betrifft: in erster Linie traditionelle Praktiken, die älter sind als Christentum und Islam sowie auch Kontrolle der weiblichen Sexualität. Die Zuordnung von FGM zu einer einzigen Religion, dem Islam, ist nicht möglich.

Mannheimer und nach ihm die vielen Islamhasser und Hetzer in den sozialen Netzwerken (wie etwa der FPÖ-Gemeinderat von Maria Lanzendorf, Erhard Brunner) verwenden einen irreführenden und in den Fakten falschen Bericht zu Norrköping, um ihm einen besonderen Spin zugeben: Hetze gegen den Islam und Hetze gegen Linke, Grüne und Frauen, denen Erhard Brunner als „Therapie“ eine FGM wünscht.


FB-Posting Brunners vom Jänner


FB-Posting Brunners vom Februar

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Dokumentation
Schlagwörter: FPÖ | Hetze | Österreich | Rassismus/Antimuslimischer Rassismus | Weite Welt

Beitragsnavigation

« Maria Lanzendorf: FPÖ-Mann Brunner im Eck
unzensuriert: Primitiver Rassismus »

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter