Maria Lanzendorf: FPÖ-Mann Brunner im Eck

Unsere Berichter­stat­tung, die Anzeigen und ein Bericht des „Stan­dard“ haben deut­lich gemacht, was den FPÖ-Gemein­der­at von Maria Lanzen­dorf antreibt. Jet­zt fordern ÖVP und Grüne seinen Rück­tritt – und auch die FPÖ hat reagiert.

Vom „Stan­dard“ dazu befragt, ob Maria Lanzen­dorf mit Gen­i­talver­stüm­melung ein Prob­lem habe bzw. seine Gemein­de­poli­tik auch andere The­men ver­folge, antwortet der FPÖ Gemein­dert Erhard Brun­ner über­raschend offen­herzig: „Zu Gemein­de­the­men kann ich nicht viel sagen, ich kann in den Sitzun­gen nur ablehnen oder zus­tim­men“. Und het­zen kann er auch – aber dazu braucht man eigentlich nicht im Gemein­der­at sitzen. Zwei Gemein­deräte von ÖVP und Grü­nen aus Maria Lanzen­dorf fordern deshalb den Rück­tritt von Brunner.


Ras­sis­tis­che Hetze
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Auch die FPÖ NÖ reagierte. Ihr Lan­des­geschäfts­führer Christin Hafe­neck­er kündigte in ein­er Presseaussendung Brun­ners Abset­zung als geschäfts­führen­der Gemein­der­at und ein Parteiauss­chlussver­fahren an. Wir wer­den sehen, wie’s weitergeht.


Gemeinsame Stellungnahme von
Mag. Stephan Roth (ÖVP) und Dr. Christoph Lampert (GRÜNE)

Gemein­deräte in Maria Lanzendorf

Wir fordern den sofor­ti­gen Rück­tritt von Erhard Brun­ner, geschäfts­führen­der Gemein­der­at der FPÖ Maria Lanzendorf.

Die islam­o­phoben, ras­sis­tis­chen Inhalte der Face­book-Seite von Erhard Brun­ner, geschäfts­führen­der Gemein­der­at der FPÖ Maria Lanzen­dorf, sind in jed­er Hin­sicht zutief­st zu verurteilen. Sie zeu­gen von einem Men­schen­bild, das auf Aus­gren­zung und Ungle­ich­heit basiert. 

Bere­its im Dezem­ber wurde von Gemein­deräten Roth und Lam­pert, im Rah­men ein­er öffentlichen Gemein­der­atssitzung, Kri­tik an den Face­book-Seit­en von zwei FPÖ Man­dataren geäußert. Diese Kri­tik wurde durch neue Ein­träge nun­mehr nicht nur bestätigt, son­dern führte mit­tler­weile zu zwei Anzeigen bei der Staat­san­waltschaft Wiener Neustadt. 

Wir schließen uns daher der Kri­tik von Karl Öllinger und Uwe Sail­er, die bei­de Anzeigen gegen Her­rn Brun­ner bei der Staat­san­waltschaft Wiener Neustadt einge­bracht haben, vollinhaltlich an und hof­fen, dass der Fall rasch ein­er rechtlichen Klärung zuge­führt wird. 

Abseits dieser rechtlich notwendi­gen Klärung müssen wir auch in der Gemeinde sofort wichtige Schritte set­zen. Sowohl die ÖVP Maria Lanzen­dorf als auch die Grü­nen Maria Lanzen­dorf ste­hen für Inte­gra­tion, offenes Aufeinan­der-Zu-Gehen und Akzep­tanz anderen gegenüber. Dieses Kli­ma der Offen­heit wollen wir uns in unserem Ort bewahren. Darum haben Het­zer in unser­er Gemeinde und vor allem im Gemein­der­at keinen Platz. Wir fordern daher Erhard Brun­ner auf, sofort sämtliche Ämter zurückzulegen.

Wir wer­den als ÖVP Maria Lanzen­dorf und als GRÜNE Maria Lanzen­dorf weit­er daran arbeit­en, dass Islam­o­pho­bie, Ras­sis­mus, Anti­semitismus und Sex­is­mus keinen Platz in unser­er Gemeinde haben.

Ein erster Schritt dazu fol­gt bere­its in der kom­menden Sitzung des Kul­tur­auss­chuss­es unter der Leitung von ÖVP-Vize­bürg­er­meis­terin Dag­mar Madl am 24. März 2015: es ist geplant, dass im Rah­men des Kul­tur­auss­chuss­es eine Inte­gra­tions-Arbeits­gruppe unter der Leitung des Gemein­der­ates Dr. Erdal Kalay­ci (GRÜNE) einge­set­zt wird. Dr. Erdal Kalay­ci ist aus­gewiesen­er Inte­gra­tion­sex­perte und soll gemein­sam mit inter­essierten Maria Lanzen­dor­ferin­nen und Maria Lanzen­dor­fern ein Leit­bild zum The­ma Inte­gra­tion und Ras­sis­mus-Präven­tion, sowie für eine lebendi­ge Kul­tur des Miteinan­der in Maria Lanzen­dorf, ausarbeiten.

Wir gehen davon aus, dass sich auch die SPÖ Maria Lanzen­dorf dieser Kri­tik anschließt und unseren Vorschlag der Arbeits­gruppe unter­stützen wird.