Eferding (OÖ): Der Tod eines KZ-Wächters

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Im Febru­ar 2012 wur­de Anzei­ge gegen Johann Hum­mel wegen des Ver­dachts der Bei­hil­fe zum Mas­sen­mord erstat­tet. Hum­mel war bei einer Wach­kom­pa­nie des „SS-Toten­kopf-Sturm­ban­nes Ausch­witz” ein­ge­setzt – als KZ-Wäch­ter. Anfang Febru­ar 2015 ist der 91-Jäh­ri­ge gestor­ben, wie der Kurier (Ober­ös­ter­reich) berich­tet.

Hum­mel hat jede Ver­ant­wor­tung für eine Bei­hil­fe zum Mas­sen­mord bestrit­ten. Die Ermitt­lun­gen, die 2013 vor der Ein­stel­lung stan­den und nur nach mas­si­vem öffent­li­chen Druck fort­ge­setzt wur­den, sol­len laut Kurier weit fort­ge­schrit­ten sein. Jetzt wur­den sie wegen des Todes von Hum­mel eingestellt.


KZ Ausch­witz

Kein Ruh­mes­blatt für die öster­rei­chi­sche Jus­tiz ist auch die Zahl der seit 1956 wegen NS-Ver­bre­chen ange­klag­ten bzw. ver­ur­teil­ten Per­so­nen: 49 wur­den ange­klagt, 20 wur­den schul­dig, 23 frei­ge­spro­chen und bei sechs Per­so­nen wur­de das Ver­fah­ren ohne Urteil ein­ge­stellt. Der NS- und Eutha­na­sie-Arzt Hein­rich Gross war vor Hum­mel der letz­te mut­maß­li­che NS-Ver­bre­cher, gegen den im Jahr 2000 Ankla­ge erho­ben wur­de. Nach weni­gen Minu­ten Ver­hand­lung wur­de damals das Ver­fah­ren gegen Gross, der bis zuletzt als Gerichts­sach­ver­stän­di­ger tätig war, wegen Demenz ver­tagt und nie wie­der aufgenommen.

Unse­re Berich­te zu Hummel:

Schlep­pen­de Ermittlungen
Neu­es zum KZ-Wächter
Par­la­men­ta­ri­sche Anfra­ge und Anfra­ge­be­ant­wor­tung