Grieskirchen / Wels: Brauner Jurist ohne juristische Kenntnisse

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Bei die­sem Juris­ten muss es sich wohl um einen Bur­schen­schaf­ter han­deln. Die­se küh­ne Art der Recht­fer­ti­gung für NS-Wie­der­be­tä­ti­gung – unüber­biet­bar! Da wird man sich auf den Buden gegen­sei­tig auf die Schen­kel klat­schen. Gehol­fen hat es dem Ange­klag­ten frei­lich nichts: schul­dig in zwei von drei Ankla­ge­punk­ten, befan­den die Geschwo­re­nen.

Der Staats­an­walt hat schein­bar noch gro­ße Illu­sio­nen über Absol­ven­ten eines rechts­wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­ums: „Ein sol­ches Ver­hal­ten ist eines Stu­di­en­ab­sol­ven­ten unwür­dig“, so der Ankla­ge­ver­tre­ter laut „Kro­ne“ vom 15.1.2015. Die „Kro­ne“ hat als ein­zi­ges Medi­um über den Wie­der­be­tä­ti­gungs­pro­zess vor dem Wel­ser Lan­des­ge­richt berichtet.


Im Zeu­gen­stand (Sym­bol­bild)
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Dort war er ange­klagt, weil er auf Face­book ein­schlä­gi­ge Bil­der — die „Kro­ne“ schreibt von Fotos mit Hit­ler-Gruß bzw. von einem indi­schen Hit­ler-Shop — mit „Gefällt mir“ mar­kiert und auch selbst ein „frag­wür­di­ges“ Foto gepos­tet hatte.

Mög­li­cher­wei­se war weni­ger das Delikt selbst als viel­mehr die Recht­fer­ti­gung des ange­hen­den Juris­ten für die Ver­ur­tei­lung ver­ant­wort­lich. Die „Kro­ne“ schweigt sich dar­über aus, aber sie zitiert des­sen Recht­fer­ti­gung: “Ich habe mir die Bil­der nicht beson­ders ange­schaut, ein­fach drauf­ge­drückt. Ich hielt es für schwar­zen Humor“. – Wenn schon, dann brau­ner Humor! Und weil’s schon so lus­tig war mit die­ser Recht­fer­ti­gung, setzt der brau­ne Jurist gleich noch nach. Mit dem Ver­bots­ge­setz sei er trotz Stu­di­um nicht ver­traut: “Das war nicht Gegen­stand einer Lehr­ver­an­stal­tung“.

Zwei­fel­los hat sich der Ange­klag­te damit für eine Vor­trags­run­de bei den Bur­schen­schaf­ten qua­li­fi­ziert. Beim Wel­ser Lan­des­ge­richt han­del­te er sich zunächst ein­mal 12 Mona­te bedingt ein. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.