Nazi-Hooligans und Blaue am Weg nach Köln?

Am Sonntag, 26.10., feiert Österreich den Nationalfeiertag. Österreichische Nazis weichen an diesem Tag nach Köln aus, zur geplanten Schlägerei „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa). Unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ wird seit Monaten in Deutschland für diesen rechtsextremen Aufmarsch mobilisiert. Die Österreich-Nazis versammeln sich auf Facebook für die Reise. Nur die Nazis? Nein, auch Blaue mobilisieren!

Mehr als 70 Personen haben sich bisher auf der Facebook-Seite „HoGeSa Demo Köln – Anreise Österreich/Wien“ als Mitglieder versammelt. Gut, da wurde geschummelt bzw. die Leseschwäche der Rechtsextremen gezielt ausgenutzt! Unter den 70 Personen sind einige, die aus der Kölner Gegend kommen. Zieht man noch die ab, die sich überall anmelden oder angemeldet wurden, ohne dabei zu sein, werden wohl nicht viel mehr als das dreckige Dutzend übrigbleiben.

Die haben es dafür in sich! Da rollen nicht nur etliche Jahre bestätigter und unbestätigter Haft wegen Körperverletzung, NS-Wiederbetätigung usw. nach Köln an, sondern auch Personen, die die Zeit zwischen ihren Verhandlungsterminen wegen Körperverletzung für einen Ausflug nutzen wollen. Auch das verblichene Neonazi-Forum von Alpen-Donau ist gut vertreten: nicht nur durch einen mutmaßlichen Administrator, sondern auch z.B. durch den User „Volkssturm“.

Mit dem muss etwas passiert sein. Im Nazi-Forum war er noch der Meinung, dass „der Jude“ und nicht „der Moslem“ der Hauptfeind ist:

„Zu meiner Weltanschauung muss ich sagen das ich mich sehr tief mit dem Nationalsozialismus und meiner Heimat verbunden fühle und mich auch dazu bekenne! Natürlich nicht öffentlich, dort nur im Rahmen des Erlaubten. Natürlich fühle ich mich als Deutscher. Ich sehe den Juden als Hauptfeind unseres Volkes und nicht – so wie viele meinen – den Moslem! Ich glaube dieses Volk wird erst zur Gesinnung kommen wenn es endgültig im Begriff ist zu auszusterben. Doch dann wird es zu spät sein, deswegen versuche ich jeden mit dem ich spreche von meiner Richtung zu überzeugen!“.

Und jetzt fährt er etliche Hundert Kilometer, um gegen „den Moslem“ zu demonstrieren? Ist er zu stark von einem „Chem-Trail“ besprüht worden?

Der Alpen-Donau-Administrator, „Volkssturm“ und ein paar GAK-Hooligans bilden die steirische Abteilung, die sich zunächst einmal nach Wien durchschlagen muss, um dann nach Köln weiterreisen zu können.

In Wien treffen sie auf eine starke und vor allem berüchtigte Delegation von „Unsterblich“- Leuten, darunter einem, der gerade wegen des Überfalls auf das Ernst Kirchweger Haus (EKH) vor Gericht steht und dort behauptet, dass er eh ganz ein Lieber ist. Der Anders Behring Breivik hat ihn jedenfalls für einen Guten gehalten und sein Manifest auch an ihn persönlich adressiert, bevor er mordete.

Interessant, dass die „Unsterblich“-Delegation kein Problem hat mit den Rapid-Hooligans – sofern sie sehr rechts sind! Das gilt natürlich umgekehrt auch und es gilt auch für ein paar Blaue, die sich unter die Mitgliederschar von „HoGeSa“ – Anreise Wien gemischt haben. Die haben keine Berührungsprobleme mit Nazis und Nazi-Hooligans – und die umgekehrt offensichtlich auch nicht!

Da ist zum Beispiel ein umtriebiger Immobilienmakler, der beim RFJ Perchtoldsdorf schon mal den stellvertretenden Vorsitzenden stellte. Der Rapid-Fan hat den Konradottoundsoweiter von „Unsterblich“ bzw. „UltrassurWien“ (der mit dem Überfall auf das EKH) eingeladen nach Köln – virtuell natürlich nur, d.h. in die Facebook-Gruppe.

Ob der Konradottoundsoweiter wirklich nach Köln fährt, das wird sich weisen. Vielleicht weiß er ja gar nicht, dass ihn der RFJ-Mann hinzugefügt hat und fällt aus allen Wolken, wenn ihm dieser Artikel hinterbracht wird. Passiert ja öfter, dass arme Nazis hineingelegt werden!

Der blaue Immobilienmakler war ziemlich fleißig beim Requirieren von Mitgliedern für die Gruppe. Er hat auch unter etlichen anderen einen bekennenden Blauen hinzugefügt, der sich auf seiner FB-Homepage als stellvertretender Obmann bei FPÖ ausweist. Nein, der Johann Gudenus, stellvertretender Obmann der FPÖ, braucht keine Angst zu haben, es handelt sich nur um einen stellvertretenden Obmann bei der FPÖ in Perchtoldsdorf! Ob der stellvertretende Obmann von seinem Glück etwas weiß, ist uns nicht bekannt. Auch der Strache muss keine Angst haben: es handelt sich nicht um linke Provokateure oder irgendwelche Fake-Profile aus den USA, die beiden Blauen sind echt!

Die Frage ist nur, wie seine armen blauen Schäfchen in die Nazi-Hooligan-Truppe „ HoGeSa“ geraten sind und warum sie mit Alpen-Donau-Nazis und anderen in einer Gruppe sind, die zur Randale nach Köln fahren will.

Infos zu HoGeSa in der BRD hier.

derstandard.at – Rechter Demotourismus gegen Salafisten in Köln