Freiheitliche Arbeitnehmer: Möchtegern-Deutsche

Die Freiheitlichen Arbeitnehmer Niederösterreich (FA NÖ) fallen nicht zum ersten Mal unangenehm auf, in Zeiten des WM-Gewinn des Deutschen Nationalteam, aber wieder ganz besonders.

Nach der Entscheidung bei der WM, war natürlich auch bei der FPÖ & Co großes Feiern angesagt. Immerhin siegte endlich mal „Deutschland“. Da durften die Freiheitlichen Arbeitnehmer Niederösterreich natürlich nicht fehlen und generierten einen sicher nur unabsichtlich leicht missverständlichen Banner, der den Schriftzug der FA zeigt und dazu lauter Deutschlandfahnen.

Bei diesen Jubelfeiern durfte natürlich auch Daniel Jägerbauer, der stellvertretende Obmann der Freiheitlichen Arbeitnehmer Niederösterreich nicht fehlen. Er findet es großartig das Deutsche aufrecht gehen…

Damit meinte er den unwürdigen Schmähgesang während der Siegesfeier in Berlin, durch Teile der deutschen Nationalmannschaft. Mit diesem Schmähgesang machten sie sich über das argentinische Nationalteam sowie über deren Fans lustig. Von einem Sieger eines fairen Sportwettkampf darf, sollte und muss man sich eigentlich mehr erwarten

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Jägerbauers war es auch, der ein gefaktes SPÖ-Inserat verteidigte, das in der Mitgliedszeitung der Freiheitlichen Arbeitnehmer Niederösterreich veröffentlich wurde, mit dem Konterfei des Inzestverbrechers Josef F. aus Amstetten veröffentlichten und dazu den Slogan: “25 Jahre sind genug. Das SPÖ Justizpaket für noch mehr Täterschutz“


„Ein Pseudo-Inserat der SPÖ mit Foto von Josef F. in der Zeitung der Freiheitlichen Arbeitnehmer Niederösterreich“; foto: screenshot/derstandard.at/www.fa-noe.at

Konnte man dieses Inserat noch schlicht als geschmacklos bezeichnen, zeichnen andere Vorfälle ein deutlicheres Bild der FA NÖ. Dem „Standard“ ist damals auch noch einiges andere an der Mitgliederzeitung der FA NÖ aufgefallen: etwa die bei Rechtsextremen sehr gängige Forderung nach einem „Rückführungsminister“ anstelle eines „Ausländerstaatssekretärs“ oder die Forderung „Pro Deportation!“. Ein sehr beliebter Spruch bei den neofaschistischen Identitären. Das ist nicht weiter verwunderlich, tauchen doch die Symbole der Identitären auch schon mal bei den FA NÖ auf.


Neofaschistische Identitäre im Folder der FA NÖ

Für den stellvertretenden Obmann der FA-NÖ hat diese Forderung allerdings nichts mit dem deutschen Begriff Deportation zu tun. Der Obmann der FA NÖ, Johann Burgstaller, spricht in einem Kommentar aus dem Jahr 2012 gar von einer „Zecken-Kampagne“, die der „Standard“ führe. Wie bitte? Der Begriff „Zecken“ im politischen Kontext ist eindeutig rechtsextrem bzw. von Neonazis besetzt.

Es gibt aber auch noch anderes Einschlägiges auf der Website der FA NÖ. In einem Kommentar zum Bombenangriff der Alliierten auf Dresden im Jahr 1945 wird vom „revisionistischen Geschichtsverständnis der linkslinken Elite“ und den „Taten der US-amerikanischen und vor allem britischen Terrorpiloten“ gesprochen und das alles unter dem bezeichnenden Motto „Niemals vergessen! Kriegsverbrechen an deutscher Bevölkerung endlich aufarbeiten“ abgehandelt. Auch die Fantasiezahlen, über die Opferzahl in Dresden, die immer wieder gerne in der Neonazi-Szene die Runde machen, werden von den FA NÖ verbreitet.

Jägerbauer darf natürlich auch nicht bei der reaktionären Hetze gegen geschlechtergerechte Sprache fehlen. Neben einigen eigenen Kommentaren, promotet er auch Vergleiche von Frauenministerin Heinisch-Hosek mit Joseph Goebbels.