Freiheitliche Arbeitnehmer: „Volksgemeinschaft” und „Zecken-Kampagne”

Het­zerische Pro­voka­tion funk­tion­iert – nicht nur bei Bushi­do! 2011 hat­te die Liste AUF (Aktion­s­ge­mein­schaft Unab­hängiger und Frei­heitlich­er) NÖ durch einen bösar­ti­gen und ver­harm­losenden Ver­gle­ich von Schw­er­ar­beit mit Zwangsar­beit im KZ für berechtigte Empörung gesorgt. Eine Anzeige wegen des Ver­dachts der NS-Wieder­betä­ti­gung wurde eingestellt. Dies­mal sind es die Frei­heitlichen Arbeit­nehmer (FA) NÖ, die – nicht nur — mit kalkuliert­er Pro­voka­tion arbeiten.

„Natür­lich ist es arg, aber es ist plaka­tiv“, zitiert der „Stan­dard“ den stel­lvertre­tenden Obmann der Frei­heitlichen Arbeit­nehmer Niederöster­re­ich, die in ihrer Mit­gliederzeitung ein gefak­tes SPÖ-Inser­at mit dem Kon­ter­fei des Inzestver­brech­ers Josef F. aus Amstet­ten veröf­fentlicht­en und dazu den Slo­gan: “25 Jahre sind genug. Das SPÖ Jus­tiz­paket für noch mehr Täter­schutz“.

Dem „Stan­dard“ ist auch noch einiges andere an der Mit­gliederzeitung der FA NÖ aufge­fall­en: etwa die bei Recht­sex­tremen sehr gängige Forderung nach einem „Rück­führungsmin­is­ter“ anstelle eines „Aus­län­der­staatssekretärs“ oder die Forderung „Pro Depor­ta­tion!“. Für den stel­lvertre­tenden Obmann der FA-NÖ hat diese Forderung nichts mit dem deutschen Begriff Depor­ta­tion zu tun. Dann ver­steigt sich der Mann auch noch zu der Behaup­tung: “Solange ich Pres­sev­er­ant­wortlich­er bin, wird es der­lei Äußerun­gen auch nicht geben.“

Mit „der­lei Äußerun­gen“ meint der für die Öffentlichkeit­sar­beit ver­ant­wortliche Funk­tionär offen­sichtlich solche, die an recht­sex­treme bzw. NS-Dik­tion anstreifen. Er sollte seine Funk­tion schle­u­nigst zurück­le­gen! Sein Obmann Johann Burgstaller spricht in einem Kom­men­tar aus dem Jahr 2012 von ein­er „Zeck­en-Kam­pagne“, die der „Stan­dard“ führe. Wie bitte? Der Begriff „Zeck­en“ im poli­tis­chen Kon­text ist ein­deutig recht­sex­trem bzw. von Neon­azis beset­zt.

Es gibt aber auch noch anderes Ein­schlägiges auf der Web­site der FA NÖ. In einem Kom­men­tar zum Bombe­nan­griff der Alli­ierten auf Dres­den im Jahr 1945 wird vom „revi­sion­is­tis­chen Geschichtsver­ständ­nis der linkslinken Elite“ und den „Tat­en der US-amerikanis­chen und vor allem britis­chen Ter­ror­pi­loten“ gesprochen und das alles unter dem beze­ich­nen­den Mot­to „Niemals vergessen! Kriegsver­brechen an deutsch­er Bevölkerung endlich aufar­beit­en“ abgehandelt.

Welche braune Soße da nicht aufgear­beit­et wurde, quillt in einem anderem Kom­men­tar her­vor. Der „poli­tis­che Ref­er­ent“ Ste­fan Nikl, der seinen Beitrag mit „Neue Gesellschaft“ über­titelt, lässt sich darüber aus, dass der „Scher­ben­haufen, welch­er bis vor ein paar Jahrzehn­ten eine gesunde Gesellschaft war“, „neue Werte, moralis­che Werte“ brauche, eine „diszi­plin­ierte Gesellschaft“. Wie die genau auss­chauen soll, ver­rät er natür­lich auch noch:

„Eine Volks­ge­mein­schaft in welch­er nicht gren­zen­los­er Hedo­nis­mus und Egokul­tur vorherrscht, son­dern eine Ver­ant­wor­tung für die eigene Kul­tur und eine bessere Gesellschaft über­nom­men wird“.

Mit dieser Idee ein­er „Volks­ge­mein­schaft“ gin­gen „bis vor ein paar Jahrzehn­ten“ die Nazis hausieren. Ist das auch die Zeit gewe­sen, wo die Gesellschaft nach Ansicht des poli­tis­chen Ref­er­enten Nikl noch „gesund“ war? Ver­mut­lich, denn für die Zeit nach 1945 schwafelt er von den „furcht­baren Gräueltat­en selb­ster­nan­nter ‚Befreier‘“.

Die SPÖ forderte wegen der kalkulierten Pro­voka­tion mit dem fin­gierten SPÖ-Plakat eine Entschuldigung der FPÖ bzw. ihres Chefs Strache.

„Zeck­en-Kam­pagne“, „Ter­ror-Piloten“ und „Volks­ge­mein­schaft“ spie­len aber in ein­er anderen Liga. Das ist braune Soße!

Wie sagte der stel­lvertre­tende Obmann der FA-NÖ: “ Solange ich Pres­sev­er­ant­wortlich­er bin, wird es der­lei Äußerun­gen auch nicht geben“…….