Braunau (OÖ) : Schnauze voll von FPÖ

Bis zum Okto­ber 2012 war sie Vize­bürg­er­meis­terin für die FPÖ in Brau­nau, jet­zt ist die „alte Frei­heitliche“ aus ihrer Partei aus­ge­treten: Brigitte Zeillinger gab ihren Parteiaus­tritt in ein­er Sitzung des Brau­nauer Gemein­der­ats bekan­nt. Mit ihr ver­lässt auch „Urgestein“ Man­fred Ren­ner die Partei. Bei­de wollen aber als “Unab­hängige“ im Gemein­der­at bleiben.

Die „Oberöster­re­ichis­chen Nachricht­en“ bericht­en über die Aus­tritte der bei­den FPÖ-Gemein­deräte, allerd­ings wer­den auch im Inter­view mit den bei­den Gemein­deräten die Gründe nicht wirk­lich deut­lich. Das ist nicht untyp­isch, denn in den meis­ten Fällen sind per­sön­liche Intri­gen, Eit­elkeit­en und Macht­gelüste ausschlaggebend.

Bei den Gemein­der­atswahlen 2009 hat­te die FPÖ Brau­nau mit Zeillinger als Spitzenkan­di­datin 7 Man­date und damit Platz 2 hin­ter der SPÖ (16 Man­date) und vor Grü­nen und ÖVP (jew­eils 6 Man­date) erre­icht. Im Okto­ber 2012 wurde Zeillinger, die 2009 zur Vize­bürg­er­meis­terin gewählt wor­den ist, von ihrer eige­nen Partei aus dem Amt gewählt. „Die Zeit ist reif für einen Wech­sel“ hat­te Zeillinger zwar im Jahr zuvor verkün­det und auch ver­sprochen, dass „wir von der FPÖ …auch mor­gen geschlossen wieder für Sie da sein“ wer­den. Das war etwas vor­eilig. Schon bei der Palastin­trige 2012 wurde nicht klar, warum Zeillinger zurück­treten musste. Ihre Geg­n­er in der Partei sprachen von „mas­siv­en per­sön­lichen Belei­di­gun­gen“ oder unverbindlich von „Diskrepanzen“.

Ein damals gegen Zeillinger angestrengtes Parteiauss­chlussver­fahren führte 2013 zu einem Maulko­rb des Lan­desparteivor­sitzen­den Haim­buch­n­er an alle Beteiligten: „Als Parteiob­mann erteile ich hier­mit die Weisung, dass in dieser Sache keine wie immer geart­eten Infor­ma­tio­nen an die Medi­en weit­ergegeben wer­den dür­fen.“

Bis in die jüng­sten Tage vor dem Parteiaus­tritt erhielt Zeillinger nach eige­nen Angaben wed­er eine Auskun­ft über ihre Abwahl 2012 noch zum Auss­chlussver­fahren. Noch Ende März 2014 erk­lärte Chris­t­ian Schilch­er, Zeil­llingers Nach­fol­ger als Vize­bürg­er­meis­ter, dass ein Kon­flikt zwis­chen der FPÖ Brau­nau und Zeillinger „kein The­ma mehr“ sei. Wenige Tage später erfol­gte dann der Aus­tritt von Zeillinger, dem sich ein weit­er­er Gemein­der­at der FPÖ, Man­fred Ren­ner, anschloss. 

Zu Zeillinger siehe auch: Die Ehren­bürg­er­schaften des Her­rn H.