Hochwürden, der Hetzer & die Staatsanwaltschaft

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Karl Trop­per, der Pfar­rer von St. Veit am Vogau in der Stei­er­mark, hetzt schon seit Jah­ren, vor­wie­gend gegen Mus­li­me und Homo­se­xu­el­le. In der Ver­gan­gen­heit hat­te Trop­per hef­ti­ge Unter­stüt­zer. Das Hetz­por­tal kreuz.net ver­tei­dig­te den Pfar­rer bis zum eige­nen Unter­gang gegen die „Homo­diö­ze­se“ in Graz. Die hat jetzt die Not­brem­se gezo­gen – der Staats­an­walt nicht.

Trop­per hetzt gegen Homo­se­xu­el­le als „Homo-Gestör­te“ und die „Homos“ als „Seu­chen­trä­ger“, schreibt über den Islam „Mus­li­me kann man nicht inte­grie­ren“ und schimpft über aus der katho­li­schen Kir­che Aus­ge­tre­te­ne, dass sich die­se in der Gesell­schaft von Hit­ler, Sta­lin und ande­ren Ver­bre­chern befänden.Seine Beschimp­fun­gen und sei­ne Het­ze sind nicht neu – er wie­der­holt sie schon seit Jah­ren. Kri­tik aus der Diö­ze­se und durch die media­le Öffent­lich­keit hat ihn bis­her nie irri­tiert. Im Gegen­teil! Diver­se Hetz­por­ta­le, von Poli­ti­cal­ly Incor­rect (PI), Recon­quis­ta bis hin zu gloria.tv und kreuz.net unter­stütz­ten den het­zen­den Hochwürden.

In sei­ner Pfarr­ge­mein­de agiert Trop­per über Pre­dig­ten und das Pfarr­blatt. Hat­te Trop­per auch noch eine ande­re Büh­ne? Im Sep­tem­ber 2009 erschien auf kreuz.net ein Bei­trag unter der Rubrik „Kin­der­schlach­tung“. Es soll­te eine sati­ri­sche Abrech­nung mit den Ver­ir­run­gen der moder­nen „gott­lo­sen“ Gesell­schaft (Homo­se­xua­li­tät, Abtrei­bung, Islam usw.) sein, was da rück­bli­ckend über den Unter­gang von „Wie­ni­stan“ und „Aus­tris­tan“ erzählt wur­de. Das dümm­li­che Mach­werk wur­de ver­fasst von einem „Kalil Trop­per, Direk­tor des ‚Insti­tuts für die öster­rei­chi­sche Ver­gan­gen­heit von Aus­tris­tan‘”. Kalil Trop­per – Karl Trop­per? Der Sprach­duk­tus des unter­ge­gan­ge­nen kreuz.net und der von Trop­per sind jeden­falls sehr ähn­lich, wenn gegen Homo­se­xua­li­tät gewet­tert wird („Homo-Per­ver­se“, „Homo-Gestör­te“).

Die Diö­ze­se Graz-Seckau hat jetzt die Kon­se­quen­zen gezo­gen: „Pfar­rer Karl Trop­per hat sich beson­ders zu den wich­ti­gen The­men Homo­se­xua­li­tät und Islam wie­der­holt unzu­mut­bar ver­ein­fa­chend und in einem ver­het­zen­den Ton geäu­ßert“ , begrün­de­te der Diö­ze­san­spre­cher das Pre­digt­ver­bot zu Ostern und die Pen­sio­nie­rung (die aller­dings kei­ne vor­zei­ti­ge ist).

Rät­sel gibt aller­dings die Staats­an­walt­schaft Graz auf. Nach der Schwu­len-Het­ze im Pfarr­blatt von Trop­per wur­den zwei Anzei­gen wegen des Ver­dachts der Ver­het­zung erstat­tet. Mit­te März hat die Staats­an­walt­schaft bekannt­ge­ge­ben: „Das Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen (Hw.) Mag. Karl Trop­per wegen des Ver­dachts des Ver­ge­hens der Ver­het­zung gemäß dem § 283 Abs. 2 StGB auf­grund der Anzei­ge der ‚Inter­es­sens­ge­mein­schaft Tole­ranz‘ vom 7. Febru­ar 2013 war (…) inso­weit ein­zu­stel­len, als kein tat­säch­li­cher Grund zur wei­te­ren Ver­fol­gung bestand.“ Ergän­zend hieß es in der APA-Aus­sendung vom 21.3. dazu: „Die Erhe­bun­gen sei­en u.a. des­halb ein­ge­stellt wor­den, weil Trop­per nicht zur Gewalt aufrufe.“

Fragt sich: Kennt die Staats­an­walt­schaft den Absatz 2 des Ver­het­zungs­pa­ra­gra­fen nicht? Da ist kei­ne Rede von Gewalt, son­dern es heißt hier schlicht: „Eben­so ist zu bestra­fen, wer für eine brei­te Öffent­lich­keit wahr­nehm­bar gegen eine in Abs. 1 bezeich­ne­te Grup­pe hetzt oder sie in einer die Men­schen­wür­de ver­let­zen­den Wei­se beschimpft und dadurch ver­ächt­lich zu machen sucht.“ Seit 2012 ist der Ver­het­zungs­pa­ra­graf dahin­ge­hend novel­liert, dass auch Het­ze gegen eine wegen „der sexu­el­len Aus­rich­tung defi­nier­te Grup­pe“ bzw. gegen ein Mit­glied die­ser Grup­pe unter Straf­an­dro­hung steht. Die vor­lie­gen­de Begrün­dung der Staats­an­walt­schaft ist des­halb man­gel­haft und fragwürdig.