DB nach dem Rechtsruck: Julfest ist angesagt!

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Was für ein Geis­tes­kind die Wie­ner Bur­schen­schaft Teu­to­nia ist, die seit kur­zem den Vor­sitz in der Deut­schen Bur­schen­schaft (DB) führt, kommt nach und nach auf den Tisch. Der Blog Pubi­ka­ti­ve beschäf­tigt sich in einem Bei­trag aus­führ­lich mit dem Ehren­bur­schen der Teu­to­nia, dem radi­ka­len Anti­se­mi­ten und „Groß­deut­schen“ Rit­ter Schö­ne­rer, dem die Teu­to­nen im Novem­ber eine Ehren­knei­pe widmeten.

Burk­hard Mötz, Spre­cher der Wie­ner Teu­to­nen, hat Anfang Jän­ner die ers­te Pres­se­mel­dung für die DB ver­fasst und sich dar­in auch mit den Aus­trit­ten nach dem Rechts­ruck­be­fasst: „So bedau­er­lich die Abgän­ge der zehn Bün­de sind, die nach dem letz­ten Bur­schen­tag aus der DB aus­ge­tre­ten sind, es hat let­zen Endes auch zu einem Zusam­men­rü­cken der ver­blie­be­nen rund 100 Bün­de geführt. Die Deut­sche Bur­schen­schaft kann sich nun wie­der ver­stärkt auf ihre urei­ge­nen Auf­ga­ben konzentrieren.“

Viel­leicht bringt die gefähr­li­che Dro­hung mit der Besin­nung auf die „urei­ge­nen Auf­ga­ben“ noch den einen oder ande­ren Mit­glieds­bund dazu, die Reiß­lei­ne zu zie­hen? Die Teu­to­nen jeden­falls wis­sen, was dar­un­ter zu ver­ste­hen ist. Nicht nur anti­se­mi­ti­sche Flug­blät­ter bzw. eine Fest­knei­pe für einen Anti­se­mi­ten, son­dern auch ein „wun­der­schö­nes Jul­fest“ mit „Heil Jul!“.

Nun ope­rie­ren die Bur­schis von der Teu­to­nia nicht gera­de in Skan­di­na­vi­en, wo das „Jul­fest“ als Teil eines alten Brau­ches noch ver­brei­tet ist. In Öster­reich und Deutsch­land haben zuletzt die Nazis ver­sucht, mit dem Jul­fest und ähn­li­chen Fest­ter­mi­nen (Som­mer­son­nen­wen­de) die christ­li­chen Fest­ta­ge und Gebräu­che abzu­lö­sen. Sogar der Christ­baum soll­te in „Jul­tan­ne“ umbe­nannt wer­den und die „Frau Hol­le“ den Niko­laus und das Christ­kind als Gaben­brin­ger ablö­sen. Geklappt hat es damit selbst wäh­rend der Nazi-Zeit nur bei den ganz Parteitreuen.

Wer heu­te noch das „Jul­fest“ fei­ert oder dar­an erin­nern will, ruft damit ganz bestimm­te Deu­tun­gen und Erin­ne­run­gen ab, die hier­zu­lan­de nur mit der NS-Zeit, allen­falls mit irgend­wel­chen obsku­ren neu­heid­ni­schen-eso­te­ri­schen Vor­stel­lun­gen ver­bun­den sind. Dem­entspre­chend fin­den „Jul­fes­te“ in unse­ren Lan­den fak­tisch nur in Neo­na­zi-Krei­sen statt .

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