Witikobund kopflos?

Schwere Zeit­en für den Witikobund Öster­re­ich! Am 8. Jän­ner hat­te er noch einen Vor­sitzen­den, den früheren FPÖ-Gemein­der­at Robert Hauer. Am 10. Jän­ner ist der aus dem Vere­in­sreg­is­ter­auszug spur­los ver­schwun­den, getil­gt wor­den. Der ver­schwun­dene Vor­sitzende war am 8. Jän­ner in der Tageszeitung „Öster­re­ich“ als verdächtiger Waf­fen­schieber geoutet wor­den, der in Unter­suchung­shaft sitzt.

Seit dem 10. Jän­ner 2013 weist das Vere­in­sreg­is­ter nur mehr die bei­den stel­lvertre­tenden Vor­sitzen­den des Witikobun­des, den Linz­er FPÖ — Gemein­der­at Horst-Rudolf Übelack­er und den FPÖ – Lan­desrat Man­fred Haim­buch­n­er, einen Schrift­führer und eine Kassierin als organ­schaftliche Vertreter des Vere­ins aus. Der Sitz des Vere­ins wurde eben­falls kurzfristig ver­legt: von der Wohnadresse Hauers in die Woh­nung Übelackers.


Die Ein­träge im Vere­in­sreg­is­ter im Vergleich
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Der von alten Nazis gegrün­dete Witikobund Öster­re­ich ist eng ver­bun­den mit dem deutschen Witikobund. Horst-Rudolf Übelack­er war bis vor weni­gen Jahren noch Vor­sitzen­der des deutschen Witikobun­des und Mar­tin Graf, der von 2003 bis 2007 der Vor­sitzende des öster­re­ichis­chen Witikobun­des war, war im deutschen Witikobund Mit­glied des Vorstands.

Mar­tin Graf, der Dritte Präsi­dent des Nation­al­rats, ist sich­er erle­ichtert, dass er jet­zt in dieser schw­eren Stunde nicht als inter­im­istis­ch­er Vor­sitzen­der aushelfen und bei den Ermit­tlun­gen helfen muss! Die Tageszeitung „Öster­re­ich“ berichtet näm­lich in ihrer heuti­gen Aus­gabe für Oberöster­re­ich, dass im Zuge der Ermit­tlun­gen um die Waf­fen­schieberei jet­zt auch „der Witikobund durch­leuchtet“ wird (Öster­re­ich, 17.1.2013). Obwohl: Grafs Stel­lvertreter bis 2007 im Witikobund war eben jen­er Robert Hauer, gegen den jet­zt ermit­telt wird!

Jet­zt müssen also Übelack­er und Haim­buch­n­er erk­lären. Haim­buch­n­er dürfte dabei größere Schwierigkeit­en haben. Als 2011 seine Mit­glied­schaft und Funk­tion im Witikobund öffentlich wurde, gab es heftige Kri­tik. Haim­buch­n­er erk­lärte damals: “Der öster­re­ichis­che Witikobund ist mit dem deutschen nicht ver­gle­ich­bar“ (Öster­re­ich, 24.2. 2011) und wies die Kri­tik an der recht­sex­tremen Ide­olo­gie des Witikobun­des als „Dif­famierungsver­such“ zurück. Mit dem anderen stel­lvertre­tenden Vor­sitzen­den Übelack­er dürfte er darüber nicht gesprochen haben. Übelack­er war zulet­zt im Sep­tem­ber 2012 aufge­fall­en, als sein Name als Ref­er­ent bei einem kon­spir­a­tiv­en Tre­f­fen der Neon­azi-Zeitschrift Volk in Bewe­gung aufge­taucht war.

Jet­zt geht es zunächst ein­mal nicht um die recht­sex­treme Ide­olo­gie des Witiko-Bun­des, son­dern um den Ver­dacht der Waf­fen­schieberei des getil­gten Vor­sitzen­den, der seine Geschäfte offen­sichtlich schon jahre­lang betrieben hat. Kön­nte noch span­nend werden!