Burschi-Treffen: Südtirol nicht Italien?

Die deutsche Burschenschaft Redaria Allemannia (Rostock), die gerade von Corps-Studenten heimgesucht wurde, war vor kurzem in Südtirol und ist dabei mit einigen freiheitlichen Politikern und Burschenschaftern zusammengetroffen. Man war sich offensichtlich nicht nur einig, dass es sich um ein hartes, aber unvergessliches Treffen handelte, sondern auch, dass Südtirol nicht Italien ist.

Wie immer bei Treffen von Burschenschaftern wurde von Beginn an hart gearbeitet: “Das Wiedersehn der vielen bekannten und neuen Gesichter wurde bis tief in die Nacht gefeiert.“

Das Südtirol- Seminar, das die Deutsche Burschenschaft (DB), ihr Beauftragter für burschenschaftliche Bildungsarbeit und Vorsitzender des Burschenschaftlichen Volkstumsvereins, Bruno Burchhart ( Alter Herr der „Olympia“), zwischen 19. und 21. 10. im Hotel Mair in St. Andrä in Südtirol durchführten, ist tatsächlich aufschlussreich! Die Referenten, unter ihnen die FPÖ- Abgeordneten Werner Neubauer (Nationalrat), Andreas Mölzer (Europäisches Parlament ), Jörg Frey (Burschenschaft Brixia Innsbruck) und Vertreter der Südtiroler Freiheit und der Freiheitlichen Südtirol bemühten sich nach Kräften, ihrer Empörung über Italien Ausdruck zu verleihen.

Da war die Rede von der „Tragödie, was sich Italien im Lauf der Zeit immer wieder herausnahm“, von der Zersetzung der Südtiroler Autonomie durch „ausschweifende Zuwanderung von Menschen aus anderen Kulturkreisen“, vom „Missbrauch“ des Sports, mit dem Italien „junge Südtiroler Sportler“ erpresse, „fremde Hymen“ und „falsche Fahnen“ zu tragen. Durch die Attentate der letzten Jahrzehnte sei der „perfide Plan Roms“, eine italienische Mehrheit in Südtirol zu erhalten, „erfolgreich verhindert“ worden. Welche Hymnen und Fahnen wären denn die richtigen gewesen?


Noch immer träumen Neonazi von der als „Feuernacht“ verharmlosten Terrorwelle

Kurz und gut: die Burschenschafter gaben ihr komplettes revanchistisches und revisionistisches Programm zum Besten. Natürlich endete der zweite Tag ihres „Bildungsseminars“ so wie der erste:

„Dieser bildungsreiche Tag sollte spät enden, denn um nun mittlerweile bereits 21 Uhr folgte noch ein gemütlicher Süd-Tirol-Abend mit kulinarischen Spezialitäten, Törggelen und natürlich noch zahlreichen und langen Gesprächen“.

Ob dabei wohl auch über das Hitler-Mussolini-Abkommen von 1939 diskutiert wurde?

Am letzten Tag des feuchten Seminars einigten sich die Anwesenden darauf, der Deutschen Burschenschaft eine Resolution vorzulegen, die „in Verfolgung ihrer Wertvorstellungen des Eintretens für das in ganz Europa wirkende deutsche Volk, Fragen der Selbstbehauptung und der Süd-Tiroler-Autonomie, aber auch der Selbstbestimmung, des Zusammenhanges mit den Deutschen in Europa und der Einbringung in Europa behandeln“ soll.

Ziemlich viel Geschwurbel um das Deutschtum in Europa, für die Redaren aber total aufbauend nach einem „harten, aber unvergesslichen Wochenende“. Ihr Kampfruf zum Schluss „Süd-Tirol ist nicht Italien!“ ist inhaltlich richtig, denn Südtirol ist nur ein kleiner Teil Italiens. Weil wir aber die deutschen Burschis kennen, wissen wir auch, dass sie das kleine Südtirol zu den Deutschen heimholen wollen: in die Ostmark oder gleich ins Reich!