Schwinger, die Juden und die Laterne

Die schla­gende Verbindung, der Roland Karl Schwinger ange­hört, das Corps Franko­nia Brünn zu Salzburg, nen­nt das „Tol­er­anzprinzip“ als eines sein­er drei bes­tim­menden Prinzip­i­en. Da muss Schwinger oder sein Corps etwas falsch ver­standen haben. Seinen Anti­semitismus ver­steckt Schwinger, der ehe­ma­lige FPÖ-Funk­tionär, jeden­falls nicht. Auch anderes nicht.

Ist Schwinger über­haupt schon defin­i­tiv aus der FPÖ aus­geschlossen? Mario Eustac­chio hat nach eige­nen Angaben einen sofor­ti­gen Auss­chluss ver­fügt. In der Regel braucht es dazu die Bestä­ti­gung der Parteigremien.

Die wichtigere Frage ist allerd­ings ohne­hin, ob das, was Schwinger über Monate auf Face­book öffentlich von sich gegeben hat, nicht auch strafrechtlich rel­e­vant ist.

Am 18. April stellte Schwinger einen Car­toon auf Face­book mit dem Kom­men­tar: „Man beachte den Phäno­ty­pus des falschen Psy­cholo­gen“.

Schwingers Face­book-Fre­und Dörte Den­z­ing alias Wolf­gang L. ver­ste­ht sofort die Anspielung: “Der ewige ….“. Ein weit­er­er „Fre­und“ meint augen­zwinkernd: “War dieser Hin­weis wirk­lich noetig, Roland ;-)“. Eigentlich nicht, denn das Pro­fil des karikierten Psy­cholo­gen ist so markant anti­semi­tisch charak­ter­isiert wie der Banker auf HC Stra­ches Pinnwand.

Häu­fig trieb sich Schwinger bei HC Stra­che auf Face­book herum. Dort tarnt er sich auch gele­gentlich als Antizion­ist: “Die Israelis sind doch schuld an der Islamisierung Europas. Was sie vertreiben, ärg­ert uns“. Das kommt nicht wider­spruch­s­los an: “roland was für einen schwachsinn schreib­st du….nicht der jude son­dern der mus­lime ist unser feind“. Sog­ar der Chef greift ein: “An Schwinger! Die Vertrei­bung oder Auswan­derung von Moslems aus Syrien,Irak, Türkei etc.hat aber sich­er nichts mit Israel zu tun!“ Zu diesem Zeit­punkt ist Schwinger noch ein auf­streben­der FPÖ- Funk­tionär, also kuscht er vorder­gründig, motzt aber dabei: “Ich nehme die Belehrung zur Ken­nt­nis. Aber: wer vertreibt son­st die Moslems in unsere Rich­tung? Die aramäis­chen Chris­ten sinds net.“


Hein­rich Stra­che und Schwinger im Dialog
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Als sich ein Frei­heitlich­er über das Fernseh­pro­gramm beschw­ert, wo ger­ade eine Doku über die „jüdis­che kom­mu­nis­ten tante“ Rosa Lux­em­burg läuft, antwortet Schwinger: „Rosa Lux­em­burg? Der Kerl, der sie der gerecht­en Strafe zuge­führt hat, ver­di­ent einen Kranz und ein Gebet.“

Seit­en­lang bringt Schwinger ange­bliche Auszüge aus dem „Tal­mud“, um die Juden als das zu über­führen, wofür er sie hält: ihr „giftiger Hass gegen die Goy“ ist für Schwinger das Prob­lem, „das es zu lösen gilt“.

Dem ras­sis­tis­chen Ein­trag „Vier Gründe, warum E.T. sym­pa­this­ch­er ist als ein Türke“ set­zt er noch eines drauf und kom­men­tiert: “Und sym­pa­this­ch­er als jed­er Jude“.

Ein Post­ing von Schwinger führt zu seinen ide­ol­o­gis­chen Wurzeln. „Kam­er­aden, bemüht Euch bitte um die Über­win­dung der Spal­tung in „Rechts“ und „Links“…. Ab nun erobern wir unser Heimat­land zurück!“. Dazu stellt er den Kom­men­tar, dass man Voll­textz­i­tate wie dieses „durch google jagen kann“. Das ver­ste­ht zwar nicht jed­er von seinen Kam­er­aden, aber tut man das, lan­det man bei dem Text der Reichs­be­we­gung, in dem unter anderem aufge­fordert wird, nicht zuerst gegen die Türken und Mus­lime loszuschla­gen, son­dern „gegen die Ver­räter aus dem eige­nen Volk! – und zwar knall­hart und mit größter Entschlossen­heit!“.

Wer da gle­ich an Breivik denkt, ist für Schwinger falsch gewick­elt. Breivik ist für ihn ein „homophiler prozion­is­tis­ch­er Ter­ror­ist, in der Tra­di­tion der Irgun“.

Und wenn Schwinger neben Juden und Frem­den noch etwas anderes has­st, dann sind es die Schwulen bzw. Homophilen, die für ihn das gle­iche sind wie Kinder­schän­der: „Pädophilie, Homophile und Xenophilie sind alles sodomistis­che Krankheit­en“.

Roland Karl Schwinger ver­rät­selt gerne seine Botschaften, deutet nur knapp an, was er meint. Es ist trotz­dem deut­lich genug. Als ein­er sein­er frei­heitlichen Fre­unde ein Bild von Bun­deskan­zler Wern­er Fay­mann mit höh­nis­chem Kom­men­tar ein­stellt, wird ein ander­er Frei­heitlich­er sehr deut­lich: “a gfries wie a postkastl…..LINKS UND RECHTS ZUM EINIHAUEN“. Schwinger kom­men­tiert knapp: “Dafür gibt es Lat­er­nen“.

Schwinger hat neben der Reichs­be­we­gung noch eine Lei­den­schaft: den Schw­er­tas-Blog, zu dem er häu­fig ver­link­te. Dieser Blog, der sich „As der Schw­ert­er“ nen­nt, liegt offen­sichtlich voll auf Schwingers Lin­ie: mus­lim­feindlich plus anti­semi­tisch und am „Fortbe­stand“ der „weißen Rasse“ ori­en­tiert. Auch prak­tis­che Tipps zur Hand­habung von Mauser-Gewehren für die „bal­lis­tis­che Volks­be­waffnung“ sind dort erhältlich.

Viel mehr wollen wir zu Schwinger nicht schreiben. Wir hof­fen, es reicht!