Feldkirch: Fenster statt Hakenkreuz

Er ist schon länger in der Neon­azi-Szene aktiv: 8 Vorstrafen, die meis­ten wegen Kör­per­ver­let­zung. Zwei sein­er „Kam­er­aden“ schlu­gen 2006 einen schlafend­en Jugendlichen so bru­tal zusam­men, dass er schw­er­ste Behin­derun­gen davon­trug. Jet­zt stand der 26-jährige Ober­län­der – wieder ein­mal – wegen NS-Wieder­betä­ti­gung vor Gericht.

Vor zwei Jahren, beim Fes­ti­val „Rock im Sumpf“ in Nen­z­ing stellte er seinen Unter­arm samt Hak­enkreuz zur Schau. 2011 lan­de­ten Fotos von ein­er Feier auf Face­book. Der Angeklagte war darauf mit ein­schlägi­gen Tat­toos , „Com­bat 18“ auf der Schläfe, „Hass“ auf den Fin­gern (mit den SS-Runen), zu betrachten.

Auch eine Hak­enkreuz-Tätowierung auf der Brust hätte er noch anzu­bi­eten, doch die ist nicht Gegen­stand der Anklage, weil er sie nicht in der Öffentlichkeit vorge­führt hatte.

Der Angeklagte ver­suchte das gewohnte Vertei­di­gungss­chema: „Ich habe mich schon lange von der Szene dis­tanziert“. Das hat­te er allerd­ings schon 2009 bei einem Ver­fahren wegen NS-Wieder­betä­ti­gung beteuert. Damals glaubte man ihm – das Ver­fahren wurde eingestellt. Mit­tler­weile ist auch sein jugendlich­er Brud­er ein­schlägig mit einem Hit­ler­gruß tätig gewor­den (sein Ver­fahren wurde mit Diver­sion been­det) und der Angeklagte selb­st hat sich 2011 etliche Nazi-Songs aus dem Inter­net herun­terge­zo­gen. Das alles führte zu dem Prozess, der mit dem Wider­ruf ein­er vorzeit­i­gen bed­ingten Haf­tent­las­sung und dem ein­stim­mi­gen Urteil der Geschwore­nen endete. Ins­ge­samt 20 Monate Haft set­zte es für den tätowierten Neon­azi, der ange­blich bere­its einen Ter­min im Tat­too-Stu­dio vere­in­bart hat, damit die Tat­toos ver­schwinden. Der Richter hat­te einen Tipp zur Umgestal­tung des Hak­enkreuzes parat: „Machen’s halt ein Fen­ster mit Vorhän­gen draus, dann erken­nt man nichts mehr“.

vorarlberg.orf.at — 26-Jähriger wegen Wieder­betä­ti­gung verurteilt