Eine merkwürdige Mail mit Polizeiadresse

Die Mail hat schon etliche Stationen durchlaufen, bevor sie uns erreichte. Der Verfasser der häufig weitergereichten Mail ist Polizist im Landeskriminalamt Niederösterreich. Er verwendet seine Dienstadresse, um darüber zu informieren, dass es Asylwerber bzw. Ausländer gibt, deren Kinder mit dem Taxi in die Schule gebracht werden. Die Botschaft endet damit, dass es Eltern gibt, die „nur in Österreich sind, weil hier alles für sie bezahlt wird“.

Johannes F. erklärt noch: „Dazu stehe ich und es kann jeder in seinen Verteiler übernehmen und versenden“. Dann folgen Dienstadresse, dienstliche Telefonnummer und seine polizeiliche Mailadresse. Der Hinweis auf Übernahme und Weiterverbreitung verfehlt seine Wirkung nicht. Andreas S. versendet die Mail an „liebe Freunde, werte Mitstreiter“ mit „freiheitlichen Grüßen“ und postet dazu: „Anscheinend darf ich das Mail weitersenden, also tue ich das! Es stellt mir die Zehennägel auf wenn ich sowas lese … “.


> Aus gesicherter Quelle weiß ich, dass es in St. Pölten Ausländer und/oder Asylwerber gibt, welche ihr/e Kind/er mit dem Taxi zum Kindergarten bringen lassen. Das Taxi wird vom Land NÖ bezahlt, weil es den Eltern nicht zuzumuten ist, ihr/e Kind/er mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Kindergarten zu bringen, obwohl sie ja nicht arbeiten dürfen oder „wollen“. Für auffällige Kinder (großteils ausländischer Abstammung) werden vom Land speziell ausgebildete Kindergärtnerinnen und Dolmetscher zur Verfügung gestellt, damit sich diese an uns anpassen können. Das ist aber nur ein kleiner Teil dessen, was das Land an nicht Österreicher bezahlt, um diese zu „intergrieren“, wobei von den Eltern absolut kein Wille besteht sich an österreichische Verhältnisse anzupassen. Sie bekennen öffentlich, dass sie nur in Österreich sind, weil hier alles für sie bezahlt wird.
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> Dazu stehe ich und es kann jeder in seinen Verteiler übernehmen und versenden.

Die Mailbotschaft aus dem Landeskriminalamt Niederösterreich

Die Mail macht noch etliche Runden, ehe sie stopptdierechten erreicht. Bei derartigen Mails werden häufig fingierte, aber amtlich klingende Absenderadressen eingesetzt, um ihre Wirkung zu erhöhen. Diesmal ist der Absender aber echt. Wir erreichen den Kriminalbeamten am Handy. Er bestätigt die Mail, erklärt aber, dass sie nicht ganz den Fakten entspreche und er eine Korrekturmail verfasst habe. Ob wir die nicht auch erhalten hätten? Nein, haben wir nicht!


Die Mail

Es ist evident, dass Korrekturmails von Adressaten, die gerne solche Botschaften weiterverbreiten, nicht so gerne weitergeleitet werden. Der Polizist schickt auch prompt die Korrektur-Mail, in der der Vorwurf über die „taxifahrenden“ Kinder von Asylwerbern und/ oder Ausländern faktisch zurückgenommen wird: es sind Sammeltaxis, die entlegene Orte anfahren und billiger sind als ein anderes Transportmittel. Dass die Sammeltaxis bei allen entlegen wohnenden Schulkinder eingesetzt werden – das ist nur indirekt aus der Korrekturmail herauszulesen.


„Aufgrund der großen Resonanz die meine E-Mail über „taxifahrende Kindergartenkinder“ auslöste, habe ich genaue Recherchen angestellt.
Es gibt diese „taxifahrenden“ Kindergartenkinder und Schulkinder. Dies aber nur in Regionen in denen es keine öffentlichen Nahverkehrsmittel gibt und die Anzahl der Kinder so gering ist, dass diese billiger mit einem sogenannten „Sammeltaxi“ zum Kindergarten oder zur Schule gebracht werden.
Dies wollte ich damit richtig stellen und bitte alle Personen, welche meine erste Mail weitergeleitet haben auch diese Mail wieder weiterzuleiten.
Falls ich jemanden durch die erste Mail oder durch diese Mail zu Nahe getreten bin, entschuldigte ich mich dafür.
Ich wollte auf keinen Fall eine „Ausländerhetze“ lostreten.“

Die Korrekturmail

Ähnliches gilt für den nächsten Vorwurf betreffend „auffällige Kinder“, wo der Polizist wissen will, dass sie „großteils ausländischer Abstammung“ seien. In der Korrektur-Mail nimmt er nicht darauf Bezug. Auch der generalisierende Vorwurf, wonach „von den Eltern absolut kein Wille besteht sich an österreichische Verhältnisse anzupassen“, bleibt unkommentiert und unkorrigiert. Seinen Schlusssatz, wonach er „auf keinen Fall eine ‚Ausländerhetze‘ lostreten“ wollte, kann man daher eigentlich nur als Schutzbehauptung gelten lassen.

Zufall oder nicht: die Korrekturmail ist persönlich gezeichnet – kein Hinweis auf die amtliche Funktion oder auf die Dienstadresse.

Die quasi amtliche Verlautbarung des Polizisten zirkuliert noch immer – und damit stellt sich die Frage, wie die Behörde damit umgeht. Immerhin sind in der Vergangenheit über Mailadressen der Polizei (polizei.gv.at ) auch schon „Thor-Steinar“-Leiberl bestellt worden. Auch im gehackten „Blood & Honour“-Forum findet sich ein Polizist mit offizieller Mail-Adresse.

Thor Steinar: Szenetypische Polizisten?
Rumänen-Mail: Falsche Post vom Stadtschulrat