Straches rechte Facebook-Helfer

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Es ist nicht das ers­te Mal, dass FPÖ-Chef Stra­che mit sei­nen Face­book-Freund­schaf­ten im brau­nen Sumpf gelan­det ist. Die FB-Grup­pe „Wir ste­hen zur FPÖ !!!“ ist nur das jüngs­te Bei­spiel dafür, wie sich in einem geschlos­se­nen blau­en Becken schnell ein­mal brau­ner Rand anlagert.

Noch am 20. Juli war Stra­che ganz begeis­tert von der nicht öffent­li­chen Face­book-Grup­pe Wir ste­hen zur FPÖ!!!. Auf sei­nem eige­nen FB-Kon­to bewarb er die Grup­pe: „Enga­gier­te Unter­stüt­zer unse­rer Gemein­schaft haben die­se Grup­pe auf die Bei­ne gestellt! Find ich toll!“

Zu die­sem Zeit­punkt lie­fen auf der Pinn­wand der Grup­pe schon Debat­ten, in denen auch die Gren­zen des Straf­rechts gestreift wur­den. Auf dem Blog „mabog­si” wur­den am 21. Juli eini­ge Pos­tings aus der Grup­pe ver­öf­fent­licht, in denen zum „Erträn­ken“ der Wie­ner Stadt­re­gie­rung, zum Besuch von Moscheen mit Molo­tow-Cock­tails, zum „Pumpg­uni­sie­ren“ von Pädo­phi­len usw. auf­ge­ru­fen wurde.

Zumin­dest einem Admi­nis­tra­tor der Grup­pe gefällt’s, wenn die Pos­tings het­ze­risch wer­den – er legt da noch ein Schäu­ferl zu: “Ja Joy i will dich in Action sehen wenn du in der Moschee anfängst zu randalieren…“


Gewalt­auf­ru­fe bei „Wir ste­hen zur FPÖ!!!”, Bild­quel­le: mabog­si

Am 14. August bringt die Tages­zei­tung „Öster­reich“ einen Bericht über die FB-Grup­pe. SPÖ und Grü­ne reagie­ren mit poli­ti­scher Kri­tik an Stra­che und der FPÖ. Noch am glei­chen Tag zieht Stra­che sei­ne Mit­glied­schaft in der Grup­pe zurück und ver­öf­fent­licht ein­mal mehr eine wei­ner­li­che Erklä­rung auf sei­nem HC Stra­che –Face­book-Kon­to:

Zur Info! Immer wie­der wird von mei­nen Geg­nern ver­sucht, mich mit unhalt­ba­ren und abzu­leh­nen­den Pos­tings von Usern oder ande­ren Grup­pen in Ver­bin­dung zu brin­gen, mit denen ich aus­drück­lich nichts zu tun habe und deren Inhalt ich nicht tei­le und auch zutiefst ableh­ne. Man­che Geg­ner müs­sen wirk­lich ver­zwei­felt sein, ob ihres blin­den und undif­fe­ren­zier­ten Has­ses gegen mei­ne Per­son und der halt­lo­sen Unter­stel­lun­gen! Wün­sche allen mei­nen auf­rich­ti­gen Unter­stüt­zern eine gute Nacht und bedan­ke mich für deren Ein­satz für unser Österreich!


„Kopf­tuch­de­bat­te” bei „Wir ste­hen zur FPÖ!!!”

Zur Kor­rek­tur der Info: Stra­che hat auf sei­nem FB-Kon­to zumin­dest zwei­mal Wer­bung für die Grup­pe Wir ste­hen zur FPÖ!!! gemacht: am 25. Mai und am 20.Juli. Stra­che war bis zum 14.8. Mit­glied in der Grup­pe. Hetz­pos­tings gibt es auf der Pinn­wand der Grup­pe bis in die jüngs­ten Tage, wo das Foto von zwei Bur­ka-Frau­en eini­ge Pos­te­rIn­nen so erregt hat, dass sie ihre Aus­lö­schungs­phan­ta­sien ausbreiteten.


„Wir ste­hen zur FPÖ!!!” zu Wal­ter Nowotny

Mitt­ler­wei­le gibt es zwar in der Grup­pe etwas Ernüch­te­rung und Irri­ta­ti­on über den Rück­zug von Stra­che, aber das wird kaschiert mit dem nächs­ten erklär­ten Ziel: die (geschlos­se­ne) Grup­pe von lin­ken Zecken zu säu­bern, damit man sich wie­der unge­stört unter­hal­ten kann.

Zahl­rei­che FPÖ-Funk­tio­nä­re und –Man­da­ta­re tum­meln sich auch nach dem Rück­zug von HC Stra­che in der Grup­pe: Johann Gude­nus, Stra­ches Stell­ver­tre­ter, Harald Vilims­ky, der Taser-Sekre­tär, Hans Jörg Jene­wein, Bun­des­rat und Wie­ner Lan­des­par­tei­se­kre­tär, Franz Ober­mayr, EU – Abge­ord­ne­ter, Johann Tschürtz, Lan­des­ob­mann der FPÖ im Bur­gen­land, eini­ge Natio­nal­rats­ab­ge­ord­ne­te usw.: Gilt für sie nicht, was HC Stra­che gepos­tet hat? Oder füh­len sie sich ein­fach wohl in einer Grup­pe, zu der neben dem NPD-Vor­stands­mit­glied Mat­thi­as Faust auch eini­ge hei­mi­sche Neo­na­zis, Anti­se­mi­ten und ande­re dubio­se Rechts­extre­mis­tIn­nen gehören?

Das basis­de­mo­kra­ti­sche Web­kol­lek­tiv Bawe­koll hat auch einen Blick auf die Mit­glie­der­lis­te von Wir ste­hen zur FPÖ!!! gewor­fen und ist bei einer Brei­vik-Ver­eh­re­rin gelandet.

Wei­te­re Infos:

mabog­si- Het­zer Stra­che bewirbt gewalt­be­rei­te rech­te Grup­pe als Fans der FPÖ
Platt­form für Wirt­schaft, Poli­tik & Gesell­schaft — Stra­che und das Facebook-Problem 
bawe­koll — Darf es noch ein Naserl sein?