Innsbruck: Eingeschränkt zurechnungsfähige Neonazis?

Die Medi­en­berichte sind spär­lich – der aus­führlich­ste Bericht über den Neon­azi-Prozess, der am Mon­tag, 25.6.2012 vor einem Geschwore­nen­gericht in Inns­bruck stat­tfand, war in der Tirol-Aus­gabe der „Kro­ne“ (26.6.2012) zu find­en. Angeklagt waren zwei Män­ner (26 und 29) wegen NS- Wieder­betä­ti­gung – nicht zum ersten Mal.

Ende 2010 zogen die bei­den sin­gend und mit Hitler-Gruß durch die Maria-There­sien-Straße in Inns­bruck, im Bus wird eben­falls der Hitler-Gruß gezeigt (es han­delt sich wahrschein­lich um diesen Vor­fall), der eine hat sich selb­st ein Hak­enkreuz auf den Ringfin­ger tätowiert und sich damit fotografieren lassen – das alles ist laut „Kro­ne“ „aber nur ein Teil der Vor­würfe“. Gerne hät­ten wir mehr und genaueres erfahren, aber die Medi­en scheint der Prozess nicht sehr inter­essiert zu haben. Aus den weni­gen Zeilen, die die Tirol­er Tageszeitung (26.6.2012) dem Prozess wid­mete, erfahren wir nur, dass die vom Gericht bestellte Psy­chi­a­terin den bei­den „eingeschränk­te Zurech­nungs­fähigkeit“ attestierte. Weil bei­de schon mehrmals vor Gericht standen und auch schon eine Verurteilung nach dem Ver­bots­ge­setz hin­ter sich haben, ver­hängten die Geschwore­nen Schuld­sprüche. Der 29-Jährige fasste 2 Jahre, der Jün­gere 18 Monate als Zusatzhaft­strafe aus. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.