Deutsche Burschenschaften streiten für Arierparagraphen

Auch nach dem „Kom­pro­miss“ beim Ver­band­stag der Deutschen Burschen­schaft (DB) in Eise­nach Mitte Juni 2011 zur “Deutsch­tums­frage“ bzw. dem „Ari­er­para­graphen“ gibt es keinen Frieden. Fred Duswald aus Kall­ham (OÖ), sehr alter Herr der Burschen­schaft Danu­bia in München, der erst in der Juni-Aus­gabe der „Aula“ gegen Ruth Klüger gehet­zt hat, unter­liegt offen­sichtlich einem fehlgeleit­eten Johan­nistrieb. In der Som­mer­aus­gabe der „Aula“ ficht er gegen „Umer­zo­gene und Volksvergessene“ in der Deutschen Burschen­schaft und wird von diversen neon­azis­tis­chen Rasse­ex­perten heftig unterstützt.

„Umer­zo­gene“, „Volksvergessene“, „Ver­räter in den eige­nen Rei­hen“, „Gut­burschen­schafter“ haben sich, so Duswald, „dem Dik­tat der Dem­a­gogen“ unter­wor­fen und „in hündis­ch­er Unter­wür­figkeit“ das alte Gutacht­en des Recht­sauss­chuss­es vom Novem­ber 2010 gekippt. Duswald ist nicht zu brem­sen: „Dass ein Asi­at kein Ari­er ist, sieht jed­er ohne Nach­weis”, geifert er und warnt: „Siegt der Chi­nese, dann heißt seine Ziel­gruppe Au wie Ausländer.”

„Au” ist der Name des Burschen­schafters der Hansea Mannheim, den die offen recht­sex­tremen und anti­semi­tis­chen Burschen­schafter gerne über die Neuin­ter­pre­ta­tion des fast vergesse­nen Ari­er­para­graphen aus der DB gekippt hät­ten. Als das streng „arische“ Gutacht­en des Recht­sauss­chuss­es vor dem Ver­band­stag im Juni öffentlich wurde, war Feuer am Dach der DB. Die recht­sex­tremen Burschen­schaften, die haupt­säch­lich in der Burschen­schaftlichen Gemein­schaft (BG) organ­isiert sind und von den öster­re­ichis­chen Burschen­schaften dominiert wer­den, kon­nten sich aber am Ver­band­stag nicht mit ihren offen ras­sis­tis­chen und (verdeckt) anti­semi­tis­chen Posi­tio­nen durch­set­zen. Außer­dem wurde das Gutacht­en vom Novem­ber durch ein neues, weniger offen ras­sis­tis­ches ersetzt.

Die BG, die nach dem Ver­band­stag der DB im Juli in München einen Fes­tkom­mers anlässlich ihres 50-jähri­gen Beste­hens abhielt, ver­suchte noch, sich bei den Medi­en anzu­di­enen bzw. auszuweinen:

Wir hal­ten fest, dass die Medi­en in der Berichter­stat­tung über den Burschen­tag 2011 und über die Burschen­schaftliche Gemein­schaft Begriffe wie „Ras­sis­mus”, „Ari­er­nach­weis” oder auch „Recht­sex­trem­is­mus” infla­tionär und mit dif­famieren­der Absicht als poli­tis­che Kampf­be­griffe, die gle­ichzeit­ig defin­i­torisch äußerst unscharf sind, verwendeten.

Fred Duswald, dessen Burschen­schaft Danu­bia eben­falls Mit­glieds­bund der BG ist, macht die Sache wieder klar, spricht den Ari­er­para­graphen deut­lich an und sich gegen die „Gelb­süchti­gen“, die „Pig­men­tierten“ aus.

Von den Rasse­ex­perten auf dem Neon­azi-Por­tal Alter­me­dia Deutsch­land, das zulet­zt einige Tage offline war, erhält er zwar Unter­stützung, doch kom­men die Neon­azis heftig in die Bre­douille, ob sie auf die „weiße“ oder die „ger­man­is­che Rasse“ set­zen sollen. Einige Öster­re­ich­er mit burschen­schaftlichem Hin­ter­grund sind eben­falls unter den Rasse­ex­perten auf „alter­me­dia“. Wie bemerk­te schon „Schim­pan­so“ , ein deutsch­er Burschen­schafter, zutr­e­f­fend im Jahr 2010? „Wenn wir unsere ost­märkischen Verbindun­gen nicht hät­ten, wäre die DB schon längst in die poli­tis­che Beliebigkeit abgeglit­ten.“ 2010, anlässlich des dama­li­gen Ver­band­stages der DB, überka­men einen deutschdeutschen Burschen­schafter („Paul Pan­ther“) wehmütige Erin­nerun­gen an die ost­märkischen Kameraden:

„Etwas ver­söhn­lich­es jedoch vielle­icht noch zum Abschluss. Während der Demon­stra­tio­nen in Leipzig 1989, zu denen wir damals mehrfach gefahren sind, marschierte vor uns ein großes Trans­par­ent, auf dem sin­ngemäß zu lesen stand „2000 Wiedervere­ini­gung BRD-DDR, 2010 Wiedervere­ini­gung BRD-Öster­re­ich“. Wir drängten uns natür­lich sofort hin und fragten nach dem Woher?
Als wir dann erfuhren, dass es sich um Burschen­schafter aus Wien han­delte (Verbindung habe ich lei­der vergessen) war die gegen­seit­ige Freude groß.“