Bludenz: Weder „Arschloch“ noch „Heil Hitler“

Es war der berühmte Schuss ins Knie. Der Blu­den­z­er Karl M., der nach het­zerischen Sprüchen aus der FPÖ aus­ge­treten ist, von der Gemein­der­at­sliste sein­er Partei gestrichen und mit­tler­weile auch wegen Ver­het­zung verurteilt wurde, wollte beim Ver­lassen eines Blu­den­z­er Lokals im Som­mer des ver­gan­genen Jahres Bösar­tiges gehört haben.

Ein flüchtiger Bekan­nter soll zu ihm „Heil Hitler“ und danach auch noch „Arschloch“ gesagt haben. Das wollte sich Karl M., von dem der Spruch stammt, „Von Museln als Nazi beze­ich­net zu wer­den, empfinde ich als Ausze­ich­nung. Dann wis­sen sie wenig­stens zu was man fähig sein wird und auch sein muss“, nicht gefall­en lassen und machte eine Anzeige: Schuss ins eigene Knie, wie sich vorige Woche vor dem Lan­des­gericht in Feld­kirch herausstellte.

Die Staat­san­waltschaft und jet­zt das Gericht woll­ten dem frei­heitlichen Ex-Poli­tik­er nicht glauben, und so set­zte es jet­zt einen Schuld­spruch wegen Ver­leum­dung und falsch­er Beweisaus­sage für den Anzeiger, der vor Gericht erk­lärte, dass er damals, im Som­mer 2010, wegen seines Ver­het­zung­sprozess­es immer wieder angepö­belt wor­den sei. In dem vollbe­set­zen Lokal hat­te aber nie­mand etwas von der ange­blichen Pöbelei gegen ihn gehört, und so musste sich der Angeklagte mit sein­er Ide­olo­gie trösten: „Wenn man Schwäche zeigt, kom­men die Rat­ten aus ihren Löch­ern gekrochen.“ ( Vorarl­berg­er Nachricht­en, 25.8.2011).

Der Urteilsspruch – vier Monate bed­ingt und eine Geld­strafe von 1.640 Euro unbe­d­ingt – ist noch nicht recht­skräftig. Die VN schreiben, dass der Blu­den­z­er damit „zum drit­ten Mal verurteilt“ wor­den sei.

(Quelle: Vorarl­berg­er Nachricht­en, 25.8.2011)