Wiener Neustadt: Neue Runde im NS- Prozess Hayer

Am Don­ner­stag, 25.8., wird der Wieder­betä­ti­gung­sprozess gegen Chris­t­ian Hay­er, den Mit­be­grün­der und — bis vor kurzem — Obmann der Neon­azi-Sek­te Nationale Volkspartei (NVP), vor dem Lan­des­gericht Wiener Neustadt fort­ge­set­zt. Hay­er wer­den nicht nur Delik­te nach dem NS-Ver­bots­ge­setz zur Last gelegt, son­dern auch Sachbeschädi­gung (als Ans­tifter) und Besitz ein­er ver­bote­nen Waffe. Nur beim let­zten Delikt bekan­nte sich Hay­er schuldig.

Der Schwurg­ericht­sprozess, der im Juni begonnen hat­te, war zur Ladung weit­er­er Zeu­gen vertagt wor­den. Hay­er, der noch bis vor kurzem als Obmann der NVP fir­mierte, ist mit­tler­weise von dem rüsti­gen Rent­ner Rehak abgelöst wor­den, bleibt aber im Vor­stand als „Bil­dungs­beauf­tragter“, wofür er ja durch seine Tätigkeit im Sex-Shop bestens qual­i­fiziert ist. Außer­dem wird er bei sein­er ver­ant­wor­tungsvollen kün­fti­gen Vor­stand­stätigkeit durch seine Frau Gabi Hay­er unter­stützt, die den Vor­stand als Rech­nung­sprüferin kon­trol­liert. Hof­fentlich kriegt sie mehr mit als bish­er! Im Prozess gegen Hay­er musste sie näm­lich als Zeu­g­in erk­lären, dass sie gar nichts gese­hen habe, weil sie das Arbeit­sz­im­mer ihres Mannes bzw. den gesamten ersten Stock des Haus­es nie betreten habe. Da herrschen strenge Sit­ten bei den Hayers!

Ach ja, seine Tochter hat sich auch zu Wort gemeldet, in der „NÖN“ (4.7.2011), weil sie „die Vor­würfe gegen meinen Papa fürchter­lich aufre­gen. Er ist wed­er recht­sradikal noch aus­län­der­feindlich“. Noch eine aus der Fam­i­lie, die nichts mitkriegt! Die Tochter schlägt vor, dass „man sich ein­mal mit ihm tre­f­fen und ihn fra­gen (sollte, die Red.), was er mit der Partei vor hat“. Dafür ist es auch schon zu spät — der Papi ist nicht mehr Chef!

Und noch eine Wort­mel­dung gibt’s: die Kam­er­aden vom Wiener Neustädter Freiko­rps Allzeit getreu sind etwas beun­ruhigt, weil sie in einen Zusam­men­hang mit der NVP gestellt wur­den. Deshalb haben sie ihre ver­waiste Web­site kurzfristig rea­n­imiert und demen­tieren heftig jede Beziehung zur NVP.

Und so schaut die Dis­tanz dann aus, wenn man sich – selb­stver­ständlich rein zufäl­lig! – in Brno/Brünn beim Nazi-Auftrieb am 1. Mai über den Weg läuft: der ganz links ist vom Freiko­rps, der ganz rechts der „frühere“ Gen­er­alsekretär der NVP.


(Fak­sim­i­le)