Strache und sein Gesichtsbuch (II)

Irgendwie dürfte der Parteichef doch mitbekommen haben, dass er sich auch um sein Facebook-Konto kümmern sollte, wenn er schon dem Werner Königshofer vorwirft, die Zügel schleifen zu lassen. Vorsorglich wurde am 5. August noch eine APA-OTS-Meldung fabriziert, in der die FPÖ einige Weisheiten zur Funktionsweise von Facebook absetzt.

Dass Facebook keine FPÖ – Erfindung ist, hätten wir ohnehin nicht vermutet. Dann heißt es unter Punkt 2 etwas holprig: „Wer, was und warum auf Facebook postet liegt nicht im Einflussbereich der FPÖ“. – Nun, das sehen wir etwas anders. Für die Kommentare, die ein Strache oder ein Königshofer einstellen, sind jedenfalls sie verantwortlich. Und da der Herr Strache auch der Parteichef der FPÖ und der andere Herr ein Abgeordneter der FPÖ ist bzw. war, gilt eine politische Verantwortung bzw. Zurechnung zur FPÖ, oder?

Wenn Strache, Königshofer usw. ordentlich ins Horn blasen, dann schallt es meistens aus dem Wald entsprechend zurück. Da gilt dann eine geteilte Verantwortung, aber jedenfalls auch die Verpflichtung der Administratoren.

Strache war Administrator der geheimen Facebook-Gruppe „Türkei nicht in die EU !!!!!“, in der sich auch einige Neonazis getummelt haben. Die Gruppe scheint mittlerweile Vergangenheit. Straches Administratorenfunktion wurde nicht bestritten, aber damit gerechtfertigt, dass dies ohne sein Zutun passiert sei. Soweit wir informiert sind, kann der von anderen ernannte Administrator aber zustimmen oder ablehnen? Lassen wir das! Kommen wir zu Straches höchstpersönlichem Facebook-Konto, auf dem (siehe „Strache und sein Gesichtsbuch (I)“) jede Menge hetzerischer Kommentare enthalten sind.

Unter Punkt 8 der FPÖ-Aussendung heißt es dazu: “Strafrechtlich relevante oder menschlich verletzende Postings werden – sofern entdeckt – zur Anzeige gebracht. Ansonsten gilt die Meinungsfreiheit.“

Mit dem Entdecken hapert’s offensichtlich noch gewaltig. Obwohl seit Tagen in den Medien über die Facebook-Kontakte und Postings von Königshofer und Strache diskutiert wird, haben alle jene Postings bei HC Strache, in denen “dem Abschaum“ mit dem Erschießen, Anzünden und Aufhängen am Galgen oder an der Straßenlaterne gedroht wurde, unbeanstandet passieren können. Einzig das Posting des feinen Herrn Thomas Mösi Filipp, das am 22. Juli um 17.35h abgesetzt wurde, wurde in den letzten Stunden gelöscht – oder vom Verfasser selbst abgezogen?

Wurde er auch zur Anzeige gebracht? Und vor allem – was ist mit den anderen Postings bzw. Postern?

Bei der Gelegenheit schlagen wir dem Herrn Strache noch einen Kandidaten vor, den er durch die nützliche Blockierfunktion von Facebook aus seiner Pinnwand entfernen könnte – es sei denn, er möchte weiterhin seine Kommentare nicht missen.

Da hätten wir z.B. den Herrn Christian Proprentner, der nicht nur Menschen mit homosexueller Orientierung die Lebensberechtigung abspricht, sondern sich auch mit Goebbels-Visage ablichten lässt. Dass seine Interessen HC Strache und Adolf Hitler gelten, nun ja, wir sparen uns hier einen Kommentar!


Christian Proprentner Profil: „Aktivitäten und Interessen: Deutsche Stimme Verlagsgesellschaft mbH, Adolf Hitl, HC Strache“:

Siehe auch: derstandard.at – Drohung an Muslime und Künstler