Die Heimatpartei Österreich (HPÖ)

Die meis­ten wer­den von ihr noch nie gehört haben, und doch gibt es sie seit rund drei Jahren: die Heimat­partei Öster­re­ich (HPÖ) mit Sitz in Hallein. Sie ver­fügt über fast alles, was eine Partei heutzu­tage so braucht: ein Pro­gramm, einen Vor­stand und eine Web­site, auf der schon die hüb­schen öster­re­ichis­chen Land­schafts­bilder sig­nal­isieren, woran es der HPÖ fehlt: Menschen.

Die HPÖ ist ein Spalt- oder Abfall­pro­dukt der Nationalen Volkspartei (NVP) des Robert Fall­er. Schon kurz nach der Grün­dung der NVP im Jahr 2007 gab es die ersten Auss­chlüsse: Nach Tirol war dann die Salzburg­er Gruppe an der Rei­he, die sei­ther als Heimat­partei Öster­re­ich weitervegetiert.

Die HPÖ hat jeden­falls einen Bun­desparteiob­mann, Thomas Ingo Edel­mann, und drei stel­lvertre­tende Bun­desparteiob­män­ner, Har­ald Stock­n­er, Alexan­der Sey­wald und Andreas Johannes Var­ga. Als Press­esprecherin fungiert Anna Maria Edel­mann.

Mit der Aus­bre­itung der HPÖ in den Bun­deslän­dern klappt es noch nicht so recht. Nur Salzburg ver­fügt über einen Vor­stand, der prak­tis­cher­weise ident ist mit der Bun­desspitze. Für Oberöster­re­ich gibt es zumin­d­est eine Ansprech­per­son, Ger­ald Schauer, die dort der NVP das Wass­er abgraben soll. Für alle anderen Bun­deslän­der wer­den Auf­bauko­or­di­na­toren gesucht.

Ger­ade jet­zt hat die HPÖ einen her­ben Rückschlag erlit­ten. Der für Vorarl­berg als „Auf­bauko­or­di­na­tor“ gefun­dene Bern­hard Rieger, der VOL.at noch hoff­nungs­froh ver­sprach, er werde dafür sor­gen, dass recht­sex­treme Posi­tio­nen von der Home­page der HPÖ bin­nen ein­er Woche ver­schwinden wür­den, resig­nierte schon nach weni­gen Tagen. Er postete an VOL.at: Ich Trette heute den 30.05.Offizell von meinem Amt zurück! und ver­lasse die HPÖ ! Da ich in den let­zten Tagen einige Gespreche geführt habe welche mich ver­an­lassten die HPÖ zu verlassen!“

Die HPÖ musste ihren Vorarl­berg­er Auf­bau-Ter­min wieder absagen und behält dafür die von Rieger als recht­sex­trem erkan­nten Sprüche bei : „Du sollst dich, dein Haus, deine Sippe rein­hal­ten vor Fremdlin­gen und keine Gemein­bürgschaft mit ihnen einge­hen. Du sollst keine fremdländis­chen Sit­ten und Gebräuche nachah­men (…). Du sollst stolz sein auf deine Deutsche Abkunft.“

Das küm­mer­liche Pro­gramm der HPÖ ist geglät­tet und in manchen Punk­ten kaum von dem der FPÖ unter­schei­d­bar, vielle­icht etwas blu­miger und verschrobener:

Die Heimat­partei Öster­re­ich (HPÖ) beken­nt sich voller Stolz dazu, dass Öster­re­ich Teil des deutschen Sprach- und Kul­tur­raumes ist. Die deutsche Sprache muss in ihrer Schön­heit erhal­ten bleiben und darf nicht auf­grund gesellschaft­spoli­tis­ch­er Fehlen­twick­lun­gen verun­stal­tet wer­den. Die tra­di­tionelle Volk­skul­tur trägt einen wesentlichen Teil zu unser­er Iden­tität bei und muss daher auch in jed­er Weise gefördert wer­den. Brauch­tum und Tra­di­tion sollen auch in Zeit­en des tech­nis­chen Fortschrittes einen wichti­gen Bere­ich in der Gesellschaft einnehmen.

Die üblichen recht­sex­tremen Forderun­gen gibt’s eben­falls: Südtirol als 10. Bun­des­land, lebenslange Haft­strafen für Kinder­schän­der, Ausweisung krim­ineller Zuwan­der­er usw.

Die HPÖ ist eine reich­lich skur­rile recht­sex­treme Kle­in­st­partei, die kaum in Erschei­n­ung tritt. Kurzfristig kann sie dort punk­ten, wo die NVP ver­bran­nte Erde hin­ter­lässt: Im südlichen Niederöster­re­ich schnell­ten rund um den Prozess gegen den ehe­ma­li­gen NVP Jugend­führer, Mario Aula­bauer, die Zus­tim­mungen zur HPÖ auf Face­book hoch. In Vorarl­berg war die HPÖ-Sym­pa­thie auf wenige Stun­den beschränkt.