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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Lesezeit: 3 Minuten

Die Heimatpartei Österreich (HPÖ)

Die meis­ten wer­den von ihr noch nie gehört haben, und doch gibt es sie seit rund drei Jah­ren: die Hei­mat­par­tei Öster­reich (HPÖ) mit Sitz in Hal­lein. Sie ver­fügt über fast alles, was eine Par­tei heut­zu­ta­ge so braucht: ein Pro­gramm, einen Vor­stand und eine Web­site, auf der schon die hüb­schen öster­rei­chi­schen Land­schafts­bil­der signa­li­sie­ren, wor­an es der HPÖ fehlt: Menschen.

1. Juni 2011

Die HPÖ ist ein Spalt- oder Abfall­pro­dukt der Natio­na­len Volks­par­tei (NVP) des Robert Fal­ler. Schon kurz nach der Grün­dung der NVP im Jahr 2007 gab es die ers­ten Aus­schlüs­se: Nach Tirol war dann die Salz­bur­ger Grup­pe an der Rei­he, die seit­her als Hei­mat­par­tei Öster­reich weitervegetiert.

Die HPÖ hat jeden­falls einen Bun­des­par­tei­ob­mann, Tho­mas Ingo Edel­mann, und drei stell­ver­tre­ten­de Bun­des­par­tei­ob­män­ner, Harald Stock­ner, Alex­an­der Sey­wald und Andre­as Johan­nes Var­ga. Als Pres­se­spre­che­rin fun­giert Anna Maria Edel­mann.

Mit der Aus­brei­tung der HPÖ in den Bun­des­län­dern klappt es noch nicht so recht. Nur Salz­burg ver­fügt über einen Vor­stand, der prak­ti­scher­wei­se ident ist mit der Bun­des­spit­ze. Für Ober­ös­ter­reich gibt es zumin­dest eine Ansprech­per­son, Gerald Schau­er, die dort der NVP das Was­ser abgra­ben soll. Für alle ande­ren Bun­des­län­der wer­den Auf­bau­ko­or­di­na­to­ren gesucht.

Gera­de jetzt hat die HPÖ einen her­ben Rück­schlag erlit­ten. Der für Vor­arl­berg als „Auf­bau­ko­or­di­na­tor“ gefun­de­ne Bern­hard Rie­ger, der VOL.at noch hoff­nungs­froh ver­sprach, er wer­de dafür sor­gen, dass rechts­extre­me Posi­tio­nen von der Home­page der HPÖ bin­nen einer Woche ver­schwin­den wür­den, resi­gnier­te schon nach weni­gen Tagen. Er pos­te­te an VOL.at: „Ich Tret­te heu­te den 30.05.Offizell von mei­nem Amt zurück! und ver­las­se die HPÖ ! Da ich in den letz­ten Tagen eini­ge Gespre­che geführt habe wel­che mich ver­an­lass­ten die HPÖ zu verlassen!“

Die HPÖ muss­te ihren Vor­arl­ber­ger Auf­bau-Ter­min wie­der absa­gen und behält dafür die von Rie­ger als rechts­extrem erkann­ten Sprü­che bei : „Du sollst dich, dein Haus, dei­ne Sip­pe rein­hal­ten vor Fremd­lin­gen und kei­ne Gemein­bürg­schaft mit ihnen ein­ge­hen. Du sollst kei­ne fremd­län­di­schen Sit­ten und Gebräu­che nach­ah­men (…). Du sollst stolz sein auf dei­ne Deut­sche Abkunft.“

Das küm­mer­li­che Pro­gramm der HPÖ ist geglät­tet und in man­chen Punk­ten kaum von dem der FPÖ unter­scheid­bar, viel­leicht etwas blu­mi­ger und verschrobener:

Die Hei­mat­par­tei Öster­reich (HPÖ) bekennt sich vol­ler Stolz dazu, dass Öster­reich Teil des deut­schen Sprach- und Kul­tur­rau­mes ist. Die deut­sche Spra­che muss in ihrer Schön­heit erhal­ten blei­ben und darf nicht auf­grund gesell­schafts­po­li­ti­scher Fehl­ent­wick­lun­gen ver­un­stal­tet wer­den. Die tra­di­tio­nel­le Volks­kul­tur trägt einen wesent­li­chen Teil zu unse­rer Iden­ti­tät bei und muss daher auch in jeder Wei­se geför­dert wer­den. Brauch­tum und Tra­di­ti­on sol­len auch in Zei­ten des tech­ni­schen Fort­schrit­tes einen wich­ti­gen Bereich in der Gesell­schaft einnehmen.

Die übli­chen rechts­extre­men For­de­run­gen gibt’s eben­falls: Süd­ti­rol als 10. Bun­des­land, lebens­lan­ge Haft­stra­fen für Kin­der­schän­der, Aus­wei­sung kri­mi­nel­ler Zuwan­de­rer usw.

Die HPÖ ist eine reich­lich skur­ri­le rechts­extre­me Kleinst­par­tei, die kaum in Erschei­nung tritt. Kurz­fris­tig kann sie dort punk­ten, wo die NVP ver­brann­te Erde hin­ter­lässt: Im süd­li­chen Nie­der­ös­ter­reich schnell­ten rund um den Pro­zess gegen den ehe­ma­li­gen NVP Jugend­füh­rer, Mario Aula­bau­er, die Zustim­mun­gen zur HPÖ auf Face­book hoch. In Vor­arl­berg war die HPÖ-Sym­pa­thie auf weni­ge Stun­den beschränkt.

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