Traiskirchen (NÖ): FPÖ mit Nazi-Terrorist befreundet

Die FPÖ Traiskirchen fällt auf. Nicht nur dadurch, dass ihre Home­pages möglicher­weise seit einiger Zeit gehackt wor­den sind, son­dern noch mehr dadurch, wen sie auf ihrem Face­book-Account zu ihren Fre­un­den zählt.

Googelt man die FPÖ Traiskirchen, so lan­det man bei den ersten Tre­f­fern auf Seit­en, die offen­sichtlich gehackt wor­den sind: von ein­er Per­son, die sich The Com­mender nen­nt. Die Traiskirch­n­er Frei­heitlichen scheint das nicht son­der­lich zu stören, sie haben auf Face­book einen Account ein­gerichtet, der mit­tler­weile über 634 Fre­unde verfügt.

Bei Face­book gibt es zwei unter­schiedliche Vari­anten von Kon­ten: die einen, wo man selb­st bestäti­gen muss, wenn man jeman­den als „Fre­und“ akzep­tiert, die anderen, bei denen man mit dem Klick auf „Gefällt mir“, aber ohne aktive Zus­tim­mung der Kon­toin­hab­er mit der Seite ver­bun­den wird.

Die Traiskirch­n­er FPÖ nutzt ein Kon­to der ersten Vari­ante: nur diejeni­gen, denen die FPÖ Traiskirchen die Fre­und­schaf­tan­frage bestätigt, wer­den als Fre­unde akzep­tiert. Da fällt dann schon auf, mit wem die Traiskirch­n­er Frei­heitlichen befre­un­det sein wollen: „Erich Ost­märk­er“, „Hans Ost­mark“, „Elias Mar­quart“ und der Linz­er FPÖ-Stad­trat Detlef Wim­mer find­en sich unter den öster­re­ichis­chen Kontakten.

Die Traiskirch­n­er Frei­heitlichen haben aber auch über die allzu engen Lan­des­gren­zen hin­aus fre­und­schaftliche Kon­tak­te in die deutschen Lande etwa zu Hol­ger Apfel, Jörg Krebs, Jür­gen Gansel, Chris­t­ian Lan­da, Frank Franz (alle NPD) oder auch zu den „Fn Kraich­gau“, die aus­geschrieben „Freie Nation­al­is­ten Kraich­gau“ heißen und sich unter dem Mot­to „Ein­er für alle – alle für einen“ präsentieren.

Das alles ist schon heftig genug, doch es kommt noch übler: die FPÖ Traiskirchen zählt auch Karl Heinz Hoff­mann zu ihren Fre­un­den. Hoff­manns gibt es etliche auch in Öster­re­ich, doch die FPÖ Traiskirchen will aus­gerech­net mit jen­em Karl Heinz Hoff­mann befre­un­det sein, der in den 70er Jahren des let­zten Jahrhun­derts die „Wehrsport­gruppe Hoff­mann“ gegrün­det hat.

Hoff­mann, wegen Geld­fälschung, Nöti­gung, gefährlich­er Kör­per­ver­let­zung, Ver­stößen gegen das Waf­fen-und Sprengstof­fge­setz 1984 verurteilt, ist nicht irgendw­er. Seine Gruppe, die Wehrsport­gruppe Hoff­mann, ist mit Sicher­heit die bish­er gefährlich­ste neon­azis­tisch ori­en­tierte Grup­pierung der BRD-Nachkriegs­geschichte. Sie bzw. ihre Mit­glieder wer­den für den bluti­gen Anschlag beim Okto­ber­fest in München 1980 ver­ant­wortlich gemacht. Einen Karl Heinz Hoff­mann sucht man sich nicht zufäl­lig als Fre­und aus. Hoff­mann, der von seinen 9 Jahren und 6 Monat­en Haft nur ca. 5 Jahre absitzen musste „wegen gün­stiger Sozial­prog­nose“, ist seit kurzem auf Face­book vertreten. Unter seinen 276 „Fre­un­den“ fällt die FPÖ Traiskirchen beson­ders auf. Welche innige Beziehung beste­ht zwis­chen den beiden?

Siehe auch:
derstandard.at — FPÖ-Orts­gruppe hat via Face­book Kon­takt zu deutschen Rechtsradikalen
gam­ma: “Das Ziel: die nationale Machtergreifung”