AFP –Tagung: Brauner Mief in alten Schläuchen

Fast kön­nte man meinen, die recht­sex­treme Aktion­s­ge­mein­schaft für demokratis­che Poli­tik (AFP) habe ein­fach ihre alten Ref­er­enten­lis­ten aus den Vor­jahren aus den Schubladen her­vorge­holt und für die Tagung am ver­gan­genen Woch­enende verwendet.

Fast kön­nte man Mitleid mit den jun­gen und alten Nazis haben, die sich den abge­s­tande­nen braunen Mief noch ein­mal zu Gemüte führen.
Aber sie müssen ja nicht, sie wollen es so und kön­nen auch nicht anders. Daher schaut die Ref­er­enten­liste für die AFP-Tagung 2010 fast so aus wie in den Vor­jahren.

Johann Jan­iczek (St. Loren­zen, Stmk.) durfte für die „Deutsche Jugend­be­we­gung“ schwär­men, Sepp Kraßnig die Tagung wie immer eröff­nen, Richard Melisch dies­mal über Hugo Chavez sin­nieren und dann – als die geistige Auf­nah­me­fähigkeit der Teil­nehmerIn­nen schon ihren Zenith über­schrit­ten hat­te – durften die Vertreter der NPD, Udo Pastörs aus Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Roland Wut­tke über“heimattreue Poli­tik“ und “volk­streue Oppo­si­tion“ schwadronieren.

Wo soviel Treue im Umlauf ist, darf der Allzeit­ge­treue, der sich nach Großbri­tan­nien abge­set­zt hat, nicht fehlen: Rudolf Hess wurde den ergrif­f­e­nen Jung- und Alt­nazis durch Olaf Rose bzw. Abdul­lah Melaouhi als das wahre Vor­bild der Bewe­gung ange­priesen (inkl. Dolchstoßlegende).

Nach soviel Treue durften die „Jun­gen“ vom BFJ ihre „Aktiv­grup­pen in den Bun­deslän­dern“ vorstellen, worauf der Abend im grölen­den „Gemein­schafts­ge­sang“ offiziell been­det wurde.

Am Son­ntag wur­den die Teil­nehmerIn­nen noch mit dem eher ver­wirren­den Refer­at von Mar­ton Gyöngyösi (Budapest) kon­fron­tiert, der den „Weg der Ungarn zur nationalen Selb­st­bes­tim­mung“ vorstellte. Ob dabei auch die Gebi­et­sansprüche der ungarischen Faschis­ten auf das Bur­gen­land zur Sprache kamen?

Der alte Kon­rad Windisch, der Urvater der AFP, durfte die Tagung dann mit ein­er Bran­drede über wxw.stopptdieidioten.at –„Gesin­nung­ster­ror einst und jet­zt“ been­den. Diesem Appell zur Selb­stau­flö­sung fol­gte logis­cher­weise das Tagungsende. Ob der „feier­liche Abschluss der Tagung“ durch ein­schlägige Hand­be­we­gun­gen vol­l­zo­gen wurde, wis­sen wir nicht. Wenn der arme Polizist, der in Ziv­il am Sam­sta­gnach­mit­tag zur Tagung hin­be­ordert wurde, weil das LVT die Nazi-Tagung ver­schnar­cht hat­te, zu diesem Zeit­punkt noch nicht eingeschlafen war, schließen wir das aus.

Ingrid Kraßnig – so will es die Arbeit­steilung bei der AFP – durfte die Ref­er­enten­liste in die Mas­chine klopfen.

Siehe auch: Alpen Donau und die AFP: Beste Verbindungen