Wiener Neustadt: 4 Jahre für Mario A., 18 Monate bedingt für Zweitangeklagten B.

Wegen Wieder­betä­ti­gung und Sachbeschädi­gung ist im Geschwore­nen­prozess von Wiener Neustadt der 21-jährige Mario A. zu vier Jahren Frei­heitsstrafe verurteilt wor­den. Hitler-Gruss, Grölen von Nazi-Liedern, Sprühak­tio­nen, Überkleben von Plakat­stän­dern waren die Anklagepunk­te. Der Angeklagte nahm das Urteil an, die Staat­san­waltschaft gab noch keine Erk­lärung ab – somit ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

Mario A. hat­te schon 2008 eine bed­ingte Haft­strafe wegen Wieder­betä­ti­gung aus­ge­fasst. Die Probezeit von damals wurde auf 5 Jahre ver­längert. A. war zunächst im Umkreis von „Alpen-Donau“ aktiv gewe­sen und später dann bei der Nationalen Volkspartei (NVP) als Jugend­führer. Die NVP-Zelebritäten, allen voran Robert Fall­er, waren auch im Pub­likum vertreten.

Der Zwei­tangeklagte, der 38-jährige Roland B., der im Prozess bestritt, sich ein­schlägig wieder­betätigt zu haben, wurde zu 18 Monat­en bed­ingter Frei­heitsstrafe verurteilt. Auch dieses Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

A., der ca. ein Jahr in U‑Haft ver­bracht hat, betonte während des Prozess­es, sich nicht mehr poli­tisch (wieder)betätigen zu wollen. Ob dieser Entschluss auch darauf zurück­zuführen ist, dass ein­er der Zeu­gen vor Monat­en von bish­er unbekan­nten Tätern bru­tal zusam­mengeschla­gen und als Ver­räter beschimpft wurde?

Aus dem Umkreis von A. ste­hen jeden­falls noch weit­ere Ankla­gen wegen Wieder­betä­ti­gung zur Ver­hand­lung an.