Wien-Floridsdorf: Brandanschlag auf Studentenheim

Wie die Tageszeitung „Öster­re­ich“ am 10.7.2010 meldete, wurde ein Wohn­heim im 21. Bezirk, das von vie­len türkischen Stu­den­ten bewohnt wird, in der Nacht auf Mittwoch, 7.7.2010, Ziel ein­er Attacke von Neon­azis. „Ham­mer­skinz rule Florids­dorf“ und „Hier leben bald tote Tschuschen“ wurde an die Mauern des Stu­den­ten­heims geschmiert.

Die von Heim­be­wohn­ern alarmierte Polizei rück­te nach Darstel­lung der „Linkswende“ nach einem kurzen Lokalau­gen­schein wieder ab. Die Neon­azis kamen laut dieser Darstel­lung kurz danach wieder zurück, drangen in das Gebäude ein und ver­sucht­en, einen Brand zu ent­fachen. Erst als sich Ein­satz­fahrzeuge von Feuer­wehr und Polizei anrück­ten, flüchteten sie.

Der Vor­fall ste­ht möglicher­weise in einem Zusam­men­hang mit der Anti-Islam-Demo vor drei Wochen in Florids­dorf, die nur wenige Gehminuten vom Stu­den­ten­heim ent­fer­nt stat­tfand. Ein­er der Heim­be­wohn­er hat wenig später anscheinend eine briefliche Mord­dro­hung erhalten.

Die straff organ­isierten „Ham­mer­skins“ sind wie „Blood & Hon­our“ Teil der Nazi-Skin-Szene. Bis­lang waren in Öster­re­ich Ham­mer­skin-Grup­pen nicht präsent. Allerd­ings führt die US-Home­page der Ham­mer­skins einen Öster­re­ich­er als Ref­er­enten an: Richard Melisch, der zulet­zt in Linz bei einem Tre­f­fen der Burschen­schaft Arminia Czer­nowitz referierte, tritt zumeist im Rah­men der „Aval­on-Gemein­schaft“ für die Ham­mer­skins auf.