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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Lesezeit: 2 Minuten

Imst (T): Suchtgiftaffäre mit blauem Dunst?

Im Novem­ber 2015 sorg­te eine Dro­gen­af­fä­re in Tirol für hef­ti­ge Schlag­zei­len. Chef und Mit­ar­bei­ter einer Sicher­heits­fir­ma sol­len Sucht­gift aus den Nie­der­lan­den nach Öster­reich „impor­tiert“ und hier zur Ver­tei­lung gebracht haben. Chef der Sicher­heits­fir­ma ist ein ehe­ma­li­ger Poli­zist. Als Ver­däch­ti­ge wur­den zunächst auch zwei Poli­zei­be­am­te gehan­delt. Die Ermitt­lun­gen gegen die Poli­zis­tin und FPÖ-Bezirks­ob­frau von Imst wur­den vor kur­zem ein­ge­stellt. Bei ihrem Mann, eben­falls frei­heit­li­cher Funk­tio­när, wur­de hin­ge­gen die­se Woche neu­er­lich eine Haus­durch­su­chung durchgeführt.

31. März 2016

Schon zu Beginn der Ermitt­lun­gen setz­te die Poli­zei ihr vol­les Reper­toire ein: Umfang­rei­che Tele­fon­über­wa­chun­gen mün­de­ten Anfang Novem­ber 2015 in eine Raz­zia, die von der Spe­zi­al­ein­heit Cobra durch­ge­führt wur­de. Dabei stell­te sich her­aus, dass in die Dro­gen­af­fä­re, bei der meh­re­re Per­so­nen fest­ge­nom­men wur­den, mög­li­cher­wei­se zwei akti­ve Poli­zei­be­am­te ver­wi­ckelt sein könn­ten. Bei­de Poli­zei­be­am­te sind auch blaue Funk­tio­nä­re und mit­ein­an­der ver­hei­ra­tet. Die Poli­zis­tin ist Bezirks­vor­sit­zen­de der FPÖ Imst, ihr Mann Vor­sit­zen­der der frei­heit­li­chen Per­so­nal­ver­tre­ter­lis­te AUF Tirol und bei der Hun­de­füh­rer­ein­heit der Polizei.


Ver­däch­ti­ges Duo?

Die Tiro­ler Tages­zei­tung (7.11.2015) schrieb damals:

Angeb­lich stell­ten die Ermitt­ler eine gerin­ge Men­ge Can­na­bis in der gemein­sa­men Woh­nung des Paa­res sicher. Wie inzwi­schen auch durch­ge­si­ckert ist, soll es bei einem abge­hör­ten Tele­fon­ge­spräch zwi­schen einem der zwei ver­däch­ti­gen Poli­zis­ten und dem Chef der Sicher­heits­fir­ma auch um das The­ma Dro­gen gegan­gen sein.

Mitt­ler­wei­le scheint zumin­dest eines klar: Von den bei­den ver­däch­ti­gen Poli­zei­be­am­ten ist nur einer übrig geblie­ben. Die Ermitt­lun­gen gegen Nad­ja Ben­da, Bezirks­ob­frau der FPÖ Imst, wur­den, wie die Tiro­ler Tages­zei­tung am 23. 3.2016 mel­de­te, ein­ge­stellt. Schon im Jän­ner hat­te das Ver­wal­tungs­ge­richt ent­schie­den, dass die vor­läu­fi­ge Sus­pen­die­rung vom Dienst im Novem­ber bei der Poli­zis­tin zu Unrecht erfolgt sei. Die Ermitt­lun­gen gegen ihren Ehe­mann, den frei­heit­li­chen Per­so­nal­ver­tre­ter und Poli­zei­hun­de­füh­rer, haben dage­gen „neue Ver­dachts­mo­men­te“ erge­ben und zu einer wei­te­ren Raz­zia am 30. März, geführt.

Mar­kus Abwerz­ger, Chef der Tiro­ler FPÖ, der nach der Ein­stel­lung der Ermitt­lun­gen gegen die FPÖ Bezirks­ob­frau schon den gro­ßen frei­heit­li­chen Opfer­ge­sang ange­stimmt hat­te („Die Unschulds­ver­mu­tung gilt wohl nicht für Frei­heit­li­che“), ist mitt­ler­wei­le wie­der etwas ruhi­ger unter­wegs. Die „Tiro­ler Tages­zei­tung“ hat­te näm­lich ziem­lich kon­kret über die Inhal­te der abge­hör­ten Tele­fon­ge­sprä­che berich­tet, die die Ermitt­ler so inter­pre­tier­ten, „dass der Ehe­mann (und Poli­zei-Hun­de­füh­rer) dem Chef der Sicher­heits­fir­ma am Bag­ger­see beschlag­nahm­te Dro­gen über­las­sen haben soll“ (TT, 23.3.2016).

Ziem­lich skur­ril: Schon im Novem­ber berich­te­te die „TT“ (12.11.15), dass der „seit einer Woche sus­pen­dier­te Beam­te (…) auch von sei­nem Hund belas­tet“ wür­de. Bei den Sucht­gift­auf­grif­fen habe der Hund des frei­heit­li­chen Per­so­nal­ver­tre­ters Robert Ben­da deut­lich weni­ger Erfol­ge zu ver­zeich­nen gehabt als sein Vor­gän­ger. Das könn­te natür­lich auch an einem schlech­te­ren Rie­cher des blau­en Hun­des lie­gen, ver­mu­te­te die TT. Muss wohl so sein, denn wenn es stimmt, dass in der Woh­nung des Hun­de­füh­rers bei der Novem­ber-Raz­zia eine über 100 Gramm schwe­re Haschisch-Plat­te und meh­re­re klei­ne Por­tio­nen, ins­ge­samt „rund 200 Gramm Sucht­gift (…), dar­un­ter auch etwas Hero­in“ gefun­den wur­den, hät­te der blaue Rausch­gift-Hund wohl in Per­ma­nenz anschla­gen müssen.

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Schlagwörter: AUF | FPÖ | Polizei | Suchtmittelgesetz | Tirol

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