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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Lesezeit: 3 Minuten

Berufung ging nach hinten los: 3 Jahre für die manifest kriminelle Neigung eines Braunen

NS-Wie­der­be­tä­ti­gung, Ver­het­zung, Dro­hun­gen: Der Neo­na­zi Mar­co H. wur­de erst kürz­lich ver­ur­teilt und leg­te Beru­fung ein. Zum Ter­min vor dem OLG Linz erschien er nicht. Gleich­zei­tig inter­es­siert sich der Ver­fas­sungs­schutz wegen eines IS-Vide­os für ihn. Nach dem Pro­zess droh­te er auf Face­book einem Richter.

27. Nov. 2025
OLG Linz (Wikipedia Kiwi63)
OLG Linz (Wikipedia Kiwi63)

Es ist gar nicht so ein­fach, den Über­blick über die Vor­stra­fen und Delik­te zu behal­ten, die Mar­co H. in den letz­ten Jah­ren in immer schnel­le­rer Takt­zahl began­gen hat. Am 25. Novem­ber hät­te er eigent­lich vor dem OLG Linz ste­hen sol­len, weil er gegen die Stra­fe der Erst­in­stanz beru­fen hat. Doch H., „Vater eines nicht unbe­kann­ten FP-Funk­tio­närs“ (nachrichten.at, 25.11.25), den die „Kro­nen Zei­tung“ (25.11.25) einen „amts­be­kann­ten Neo­na­zi“ nennt, ist nicht erschienen.

Die Erst­in­stanz, das Lan­des­ge­richt Wels, hat­te ihn Anfang Okto­ber wegen NS-Wie­der­be­tä­ti­gung und Ver­het­zung in etli­chen Fäl­len zu einer Haft­stra­fe von 24 Mona­ten, davon sechs unbe­dingt, ver­ur­teilt. Sein Pflicht­ver­tei­di­ger hat­te H. dazu gera­ten, das Urteil anzunehmen.

Der 54-jäh­ri­ge Ober­ös­ter­rei­cher teil­te zwi­schen 2020 und 2023 in diver­sen Chats Bil­der von Per­so­nen mit Hit­ler­gruß, das Foto einer Haken­kreuz­fah­ne, wie­der­holt abwer­ten­de, ras­sis­ti­sche Nach­rich­ten, Tötungs­fan­ta­sien und Bild­mon­ta­gen mit Beschimp­fun­gen wie „Drecks­vieh­zeug“. In sei­nem Büro soll sich ein Haken­kreuz samt Reichs­ad­ler befun­den haben.

Die­se weni­gen Bei­spie­le machen deut­lich, wie tief­braun die Gesin­nung des Ange­klag­ten ist. Ins­ge­samt waren es 29 Delik­te, dar­un­ter auch ein schwar­zes T‑Shirt mit dem Auf­druck „88“, das er laut den „Ober­ös­ter­rei­chi­schen Nach­rich­ten“ (25.11.25) für ein „Tur­nier der FP-Jugend zur Ver­fü­gung gestellt“ hat­te und ein wei­te­res „88„er-T-Shirt für den Fuß­ball­ver­ein Goldwörth.

Mar­co H. war die erst­in­stanz­li­che Stra­fe zu hoch, der Staats­an­walt­schaft war sie hin­ge­gen zu nied­rig – bei­de leg­ten Beru­fung ein. Die Beru­fung der Staats­an­walt­schaft ist nach­voll­zieh­bar, denn erst im Dezem­ber 2023 war H. wegen Ver­het­zung zu einer beding­ten Haft­stra­fe von zwölf Mona­ten ver­ur­teilt wor­den. Kurz dar­auf folg­te eine wei­te­re Ver­ur­tei­lung wegen Wider­stands gegen die Staats­ge­walt, weil H. eine Gerichts­voll­zie­he­rin damit bedroht hat­te, sie umzu­brin­gen. Eine Ver­ur­tei­lung hat­te er bereits 2020 ausgefasst.

2018 durf­te er sich in der Rechts­au­ßen-Pos­til­le „Info-Direkt“ noch über sei­ne rechts­extre­me Gesin­nung aus­las­sen: „Ich mache aus mei­nen Ansich­ten kein Geheim­nis.“ In dem rechts­extre­men Maga­zin hat­te er für sei­ne Fir­ma zuvor schon mehr­mals inse­riert. Mit Inse­ra­ten für rechts­extre­me Jour­na­le dürf­te er sich auf abseh­ba­re Zeit etwas schwe­rer tun. Nicht nur wegen der Insol­venz sei­ner Fir­ma, son­dern auch wegen der drei Jah­re unbe­dingt, die er am Lin­zer Ober­lan­des­ge­richt abkas­sier­te, weil ihm der Beru­fungs­se­nat eine mani­fes­te kri­mi­nel­le Nei­gung beschei­nig­te: „Der gesam­te Kon­text zeigt eine tief ver­wur­zel­te habi­tu­el­le Nei­gung zu sol­chen Taten.“

Tötungsfantasien Marco H. ad Klimakleber: "Wer entsorgt endlich diesen Sperrmüll? Ich frage für einen Freund & Eines ist sicher, sollten solche Vollhonks einmal vor mir auf der Straße angeklebt sein, hat mein Auto automatisch ein Bremsversagen" (Screenshot FB 14.12.22)
Tötungs­fan­ta­sien Mar­co H. ad Kli­makle­ber: „Wer ent­sorgt end­lich die­sen Sperr­müll? Ich fra­ge für einen Freund & Eines ist sicher, soll­ten sol­che Vollhon­ks ein­mal vor mir auf der Stra­ße ange­klebt sein, hat mein Auto auto­ma­tisch ein Brems­ver­sa­gen” (Screen­shot FB 14.12.22)

Termin beim Verfassungsschutz

Am Diens­tag­abend schrieb H. auf sei­nem Face­book-Pro­fil: „Eine Hom­mage an unse­re Drecks­jus­tiz! XXX YYY, man sieht sich immer 2x im Leben!“ Dar­un­ter ein Foto mit einem Zitat von Che Gue­va­ra: „Es gibt nur eine Sache die grö­ßer ist als die Lie­be zur Frei­heit: Der Hass auf die Per­son, die sie dir weg­nimmt.“ (Name des Rich­ters, den H. nennt, anony­mi­siert von SdR)

Marco H. droht einem namentlich genannten Richter: "Eine Hommage an unsere Drecksjustiz! XXX YYY, man sieht sich immer 2x im Leben!" und Sujet: "Es gibt nur eine Sache die größer ist als die Liebe zur Freiheit: Der Hass auf die Person, die sie dir weg nimmt. Che Guevara" (Screenshot FB 25.11.25)
Mar­co H. droht einem nament­lich genann­ten Rich­ter: „Eine Hom­mage an unse­re Drecks­jus­tiz! XXX YYY, man sieht sich immer 2x im Leben!” (Screen­shot FB 25.11.25)

Am 25.11. hat­te H. auch einen Ter­min beim Lan­des­amt für Staats­schutz und Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung – wegen des Ver­dachts der Unter­stüt­zung einer ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gung, weil er ein IS-Pro­pa­gan­da­vi­deo ver­schickt hat­te. Ob er die­sen Ter­min wahr­ge­nom­men hat, wis­sen wir nicht. Sei­nen Kom­men­tar dazu ken­nen wir jedoch: „Die Nar­ren unse­rer Idio­ten­jus­tiz soll­ten sich mal ent­schei­den, ob sie mich in die rech­te oder lin­ke Ecke plat­zie­ren wol­len.“ Es besteht kei­ner­lei Zwei­fel, in wel­cher Ecke Mar­co H. zu Hau­se ist.

Dan­ke an unse­re Prozessbeobachter!

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Schlagwörter: Hetze | Neonazismus/Neofaschismus | Oberösterreich | Rassismus/Antimuslimischer Rassismus | Verbotsgesetz | Verhetzung | Wiederbetätigung

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