Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeitrag
  • Materialien
  • Rezension

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Dokumentation

Lesezeit: 4 Minuten

Alpen-Donau-Nazis: Von allzu langen Ermittlungen

Gottfried Küssel und eine weitere Person wurden gestern Abend auf Anordnung der Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit Alpen-Donau festgenommen, sechs Hausdurchsuchungen wurden in Wien und der Steiermark durchgeführt. Das ist gut so. Wenn allerdings die Staatsanwaltschaft in einer Pressemitteilung darüber jammert, dass die Ermittlungen behindert wurden „durch öffentlichkeitswirksame Diskussion von Verdachtslagen“, dann hat sie offensichtlich noch immer einiges nicht begriffen. Ein Kommentar von Karl Öllinger

12. Apr. 2011

Ab März 2009 waren die Website alpen-donau.info und das geheime Forum der Nazis (alinfodo.com) online. Zwei lange Jahre, in denen es rund 200 Anzeigen und Sachverhaltsdarstellungen gegen die Betreiber gegeben hat.

Und was ist passiert? Kriminalisiert wurden zunächst einmal Gegner von alpen-donau. Vier Monate nach Eröffnung der Nazi-Homepage wurden nach einer Anzeige der FPÖ blitzartig Ermittlungen durch die Polizei gegen den Kriminalbeamten Uwe Sailer und mich aufgenommen. Ebenso blitzartig hat sich das Parlament entschlossen, einen Untersuchungsausschuss einzurichten, der die Vorwürfe der FPÖ gegen Sailer und mich untersuchen sollte. Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Sailer und mich wurden vor kurzem eingestellt, der Untersuchungsausschuss brachte einige für die FPÖ unangenehme Ergebnisse. Sailer wurde 2009 vom Dienst suspendiert und mit einem Disziplinarverfahren bedacht.

Die Neonazis um alpen-donau haben in diesen langen zwei Jahren nicht nur allgemeine Hetze und Wiederbetätigung betrieben, sondern etliche Personen auch konkret bedroht: „Wir werden herausfinden wo du wohnst, und dann [wird] es dir leid tun was du getan hast.“ Einem jungen Familienvater, der engagiert einen Blog gegen alpen-donau betrieb, wurde das Bild seiner Tochter mit einer Drohung geschickt. Einem anderen ein Stück Strick. Dutzende Personen wurden auf der Homepage von alpen-donau mit Foto und Adresse vorgeführt, bei etlichen zu einem Hausbesuch ermuntert.

Zwei Jahre lang erklärte der Verfassungsschutz gebetsmühlenartig, dass der Server von alpen-donau in den USA liege und man daher keinen Zugang zu den Daten der Betreiber habe. Im Sommer 2010 brachte ich gemeinsam mit meinen grünen KollegInnen eine umfangreiche parlamentarische Anfrage zu alpen-donau ein. Wir sind beunruhigt, weil wir wissen, dass der Vater eines von uns im Dunstkreis von alpen-donau georteten Rechtsextremen beim Bundesamt für Verfassungsschutz tätig ist. Wir nennen den Namen des Sohnes gemeinsam mit den von anderen Verdächtigen in der Anfrage – ein Fingerzeig an die Behörden! Gottfried Küssel rangiert in unserer Anfrage allerdings an erster Stelle. Und was passiert? Im Herbst wird der betroffene Beamte klammheimlich von der Observationsabteilung des BVT abgezogen und versetzt.

Kurz darauf, Ende Oktober 2010, nach eineinhalb Jahren (!) Nazi-Propaganda, finden dann erstmals Hausdurchsuchungen statt: 18, hieß es damals – und nicht 13, wie die Staatsanwaltschaft heute schreibt. Aber wir wollen nicht kleinlich sein! Was wir aber nicht so schnell vergessen: dass bei Gottfried Küssel eine Hausdurchsuchung einen Tag vor den anderen stattfand und der Öffentlichkeit nachher erklärt wurde, die Küssel-Razzia habe unabhängig von den anderen stattgefunden und Küssel werde nicht wegen alpen-donau verdächtigt. Guten Morgen, Exekutive! Wer trägt denn für diese wunderbar koordinierte Aktion Verantwortung?

Zur gleichen Zeit wie die Hausdurchsuchungen bei alpen-donau finden in der BRD ebenfalls 18 Hausdurchsuchungen gegen die Betreiber des Nazi-Internet-Radios „Widerstand-Radio“ (WR) statt. Die Betreiber wurden festgenommen und am 11.4.2011, also zum Zeitpunkt der neuerlichen alpen-donau-Razzia, verurteilt. Die Übereinstimmungen sind ebenso frappierend wie die Unterschiede. Ein Jahr haben die Behörden in der BRD gegen das Nazi-Radio, das ebenfalls über einen US-Server (möglicherweise über den gleichen wie alpen-donau) lief, ermittelt, dann haben sie gehandelt: Die Täter sind bereits verurteilt. Dauer vom Beginn der Ermittlungen bis zum Urteil: eineinhalb Jahre.

In Österreich gibt es nach zwei Jahren, vielen Drohungen und noch mehr Hetze durch alpen-donau die ersten zwei Festnahmen. Und was erklärt uns die Staatsanwaltschaft? „Aus kriminaltaktischen Gründen konnte es daher gerade nicht im Interesse der Ermittlungsbehörden liegen, eine wie von der Öffentlichkeit immer wieder geforderte Sperre der Seite zu verfügen.“ [Hervorhebungen SdR] Die Staatsanwaltschaft Wien sagt uns damit durch die Blume, sie hätte gerne alpen-donau noch ein wenig länger online gesehen. Wie viele Jahre braucht es, bis die Ermittlungsbehörden in Österreich genügend Erkenntnisse über die Betreiber einer Nazi-Seite haben? Drei Jahre, vier Jahre? Und wie erklärt das die Staatsanwaltschaft den Bedrohten? Verhaltet Euch ruhig – in einem Jahr sind wir so weit!?

Was die Staatsanwaltschaft (und nicht nur sie!) offensichtlich nicht wahrhaben will: Erst der öffentliche Druck, die immer deutlicher werdenden Forderungen nach Ermittlungsergebnissen und – ja! – auch die Arbeit von „Stoppt die Rechten“ (und vielen anderen) haben dazu geführt, dass etwas weitergeht – hoffentlich!

Karl Öllinger, Abg. z.NR

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Dokumentation
Schlagwörter: Alpen Donau Info | FPÖ | Neonazismus/Neofaschismus | Steiermark | Verfassungsschutz | Wiederbetätigung | Wien

Beitragsnavigation

« Brandenburg (BRD): Aus für Nazi-Truppe
FPÖ Wien: Sorge ums Grab von Nazi Nowotny »

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter