We use automated translation to make our research internationally accessible. However, political nuances may be lost. Only the original German text is binding and definitive.
Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeiträge
  • Materialien
  • Rezensionen

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Dokumentation

Lesezeit: 5 Minuten

Die FPÖ in der Welt von Gestern: homophob und rassistisch

Der Welt­raum, unend­li­che Wei­ten. Wir schrei­ben das Jahr 2018. Dies sind die Aben­teu­er des Raum­schiffs FPÖ, das noch immer im letz­ten Jahr­hun­dert unter­wegs ist und nun Kurs aufs vor­letz­te Jahr­hun­dert nimmt …

16. Aug. 2018
Kommentare zu Pühringers Posting (© FPÖ Fails)

Die Zuta­ten schei­nen eigent­lich wenig spek­ta­ku­lär: Ein Lin­zer Gemein­de­rat, Man­fred Püh­rin­ger pos­tet das Foto einer ÖBB-Wer­bung auf sei­nem Face­book-Account. Zu sehen sind: Zwei Män­ner, dar­un­ter einer mit einer dunk­le­ren Haut­far­be und ein Baby. Bewor­ben wird die Fami­ly-Card der ÖBB, zu deren Vor­zü­gen es zählt, dass sie Erwach­se­ne – egal in wel­cher Kon­stel­la­ti­on – benüt­zen kön­nen, solan­ge ein Kind mit­fährt. Gute Akti­on, es geht schließ­lich dar­um, mög­lichst vie­le Per­so­nen dazu zu ani­mie­ren, öffent­li­che Ver­kehrs­mit­tel zu benüt­zen. Die ÖBB bie­ten eine Rei­he von diver­sen Ermä­ßi­gun­gen für Grup­pen an, die Fami­ly-Card ist eine davon.

Sehr unwahr­schein­lich ist, dass Püh­rin­ger die­ses Foto, gar­niert mit den Wor­ten „Ist doch schön oder ?“, des­halb pos­te­te, um sei­ner Freu­de über das gelun­ge­ne ÖBB-Sujet Aus­druck zu ver­lei­hen. So dau­er­te es auch nicht lan­ge, bis die Kom­men­ta­re – Püh­rin­ger hat 2.300 FB-„Friends“ – ein­tru­del­ten. In der Tona­li­tät ver­mut­lich in der von Püh­rin­ger inten­dier­ten Art und Wei­se. Dazu ein Mit­glied der Watch­dog-Platt­form FPÖ-Fails im Chat-Inter­view: „Wir haben gese­hen, dass Püh­rin­ger die­ses Foto gepos­tet hat, und uns war klar, dass er damit eine Rei­he von nega­ti­ven Reak­tio­nen Rich­tung ÖBB aus­lö­sen wür­de. Wir konn­ten prak­tisch live beob­ach­ten, wie die empör­ten Kom­men­ta­re fast im Minu­ten­takt gepos­tet wur­den. Wir erle­ben das oft so, dass sei­tens der FPÖ pro­vo­kan­te Sujets gepos­tet wer­den und die erwart­ba­ren Reak­tio­nen wie vom Pawlow’schen Hund daherkommen.“

Kom­men­ta­re zu Püh­rin­gers Pos­ting (© FPÖ Fails)

Dass es nun einem amtie­ren­den FPÖ-Funk­tio­när, dem Woh­nungs­stadt­rat von Amstet­ten, vor­be­hal­ten bleibt, hier das Low­light in einer Serie von tie­fen Kom­men­ta­ren zu set­zen, indem er eine wüs­te homo­pho­be und ras­sis­ti­sche Beschimp­fung abson­der­te, auf deren Wie­der­ga­be wir hier ver­zich­ten, ist durch­aus bemer­kens­wert. Es dürf­te die ÖBB nun wenig tref­fen, dass Stadt­rat Weber sei­ne Vor­teilscard nun nicht mehr ver­län­gern und die ÖBB boy­kot­tie­ren will. Im Grun­de hat sie durch den Vor­fall Zuspruch erhal­ten und die Gele­gen­heit auch genützt, um ihr Ange­bot zu bewerben:

Schön, dass ihr über unse­re VC Fami­ly sprecht. Die Kar­te ist für Mamas, Papas, Opas, Omas, Tan­ten, Onkel oder Freun­dIn­nen, die mit Kin­dern unter­wegs sind.
Fami­li­en gibt es in unter­schied­lichs­ten Kon­stel­la­tio­nen und das ist gut so ❤️
Gleich bestel­len: ???? https://t.co/SQsqLIGW4f pic.twitter.com/5OCa4104c8

— ÖBB (@unsereOEBB) 16. August 2018

Stadt­rat Weber hat offen­bar mit dem auf ihn ein­pras­seln­den Shit­s­torm nicht gerech­net, man(n) fühl­te sich schließ­lich im nicht öffent­li­chen Pos­ting des Lin­zer Gemein­de­rats qua­si unter sich. Aber 2.300 poten­ti­ell Mit­le­sen­de über­stei­gen den pri­va­ten Rah­men deut­lich, denn der Straf­tat­be­stand der Ver­het­zung, so defi­niert es das Gesetz, ist bereits ab einer Öffent­lich­keit von 30 Per­so­nen gege­ben. Weber ist mit sei­nen poli­ti­schen Funk­tio­nen eine öffent­li­che Per­son und muss daher davon aus­ge­hen, dass er als sol­che wahr­ge­nom­men und beur­teilt wird. Weber ist nicht nur Stadt­rat der FPÖ Amstet­ten, son­dern auch so etwas, was die FPÖ bei ande­ren Par­tei­en wohl als Ämter­ku­mu­lie­rer bezeich­nen würde.

Screen­shot Face­book-Account Weber, 15.8.2018 (© FPÖ Fails)

Reak­tio­nen gibt es inzwi­schen unzäh­li­ge: SPÖ, Grü­ne und ÖVP in Amstet­ten for­dern Webers Rück­tritt, auf Lan­des­ebe­ne eben­falls die NEOS. Und auch der Prä­si­dent der Israel­ti­schen Kul­tus­ge­mein­de, Oskar Deutsch, fin­det schar­fe Wor­te: „’Ein Rück­tritt ist fäl­lig’, mein­te IKG-Prä­si­dent Oskar Deutsch am Don­ners­tag, und zwar ‚ohne Rück­kehr­recht’. Anti­se­mi­tis­mus, Ras­sis­mus und Homo­pho­bie sei­en ‚kei­ne ‚Mei­nung’, son­dern ‚ein Ver­bre­chen an der Menschlichkeit’.“

Und die FPÖ? Weber hat eine Ent­schul­di­gung ver­öf­fent­licht, das sei pas­siert, weil er ein kon­ser­va­ti­ver Fami­li­en­va­ter sei, dem das „tra­di­tio­nel­le Fami­li­en­bild“ wich­tig ist. Um sei­ner Ent­schul­di­gung Nach­druck zu ver­lei­hen, will Weber 1.500.- an „in Not gera­te­ne Kin­der“ spen­den. Sei­ne Amstett­ner Par­tei­che­fin sieht das gan­ze etwas anders: „’Er ist halt ehr­lich’, ver­tei­digt die Amstett­ner FPÖ-Obfrau Bri­git­te Kas­ho­fer den blau­en Stadt­rat. ‚In Öster­reich darf jeder sei­ne Mei­nung sagen’, meint sie. Mehr sei dazu nicht zu sagen. Rück­tritts­auf­for­de­run­gen wären ‚lächer­lich’.“ Nicht über­ra­schend, denn Kas­dor­fer fin­det ja auch, dass Frau­en­häu­ser Ehen zer­stö­ren.

Wie hef­tig das Feu­er am Dach der FPÖ lodert, zeigt, dass selbst der FPÖ-Gene­ral­se­kre­tär und der Klub­ob­mann des blau­en Par­la­ments­klubs – bei­de aus Nie­der­ös­ter­reich – aus­ge­rit­ten sind, um die Wogen zu glät­ten. Sie haben mit Weber das Gespräch gesucht, von Rosen­kranz setz­te es angeb­lich auch einen schrift­li­chen Verweis.

Den Vogel schießt aber ein­deu­tig Nor­bert Hofer als zustän­di­ger Res­sort­mi­nis­ter für die ÖBB ab: Er ver­weist dar­auf, dass das inkri­mi­nier­te ÖBB-Sujet ohne­hin kei­ne Kam­pa­gne sei, son­dern es sich nur um fünf Auf­stel­ler in den Bahn­hö­fen Linz und Graz hand­le, die über­dies bald ver­schwin­den wür­den. Und:

Einen Sei­ten­hieb in Rich­tung der Mar­ke­ting­ab­tei­lung der ÖBB konn­te sich das Minis­te­ri­um aller­dings nicht ver­bei­ßen, denn rein aus fach­li­cher Sicht stel­le sich die Fra­ge, ob das betrof­fe­ne Sujet einen „gro­ßen Ver­kaufs-Tur­bo” anwer­fen kön­ne. Die Haupt-Ziel­grup­pe sei­en wohl ohne­hin über­wie­gend Eltern mit Kin­dern, Oma/Opa mit Enkel­kin­dern sowie allein­er­zie­hen­de Müt­ter und Väter mit Kin­dern. Die am heiß dis­ku­tier­ten Pla­kat abge­bil­de­te Situa­ti­on sei in Öster­reich daher wohl eher im Pro­mil­le­be­reich anzu­sie­deln, so das Ministerium.

Die „abge­bil­de­te Situa­ti­on“ also – um es deut­lich aus­zu­drü­cken, zwei viel­leicht schwu­le Män­ner, die mit einem Baby rei­sen – ist im Pro­mil­le­be­reich anzu­sie­deln. Die blaue Welt von Ges­tern (frei nach Ste­fan Zweig) könn­te damit viel­leicht geret­tet wer­den. Die Welt des Noch-Stadt­rats Weber wird jedoch vor­erst in Unord­nung blei­ben, denn da es sich bei sei­ner Wort­mel­dung um Ver­het­zung hand­le, hat die Amstett­ner Poli­zei das Lan­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz und Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung ein­ge­schal­tet. Für Weber wird der Kom­men­tar ver­mut­lich also ein juris­ti­sches Nach­spiel haben. Auch wenn sich die Kri­tik nun an Weber fokus­siert: Püh­rin­ger trägt die Mit­ver­ant­wor­tung an den inak­zep­ta­blen Kom­men­ta­ren, denn er hat sie nicht nur indi­rekt pro­vo­ziert, son­dern erst dann gelöscht, als die Kri­tik laut­stark los­brach. Eine Distan­zie­rung oder Ent­schul­di­gung sei­ner­seits ist uns nicht bekannt. Aber das war von Püh­rin­ger auch nicht zu erwar­ten, denn er ist kein uns­be­schrie­be­nes Blatt, wie die­ser Bei­trag aus dem Jahr 2014 belegt.

Mer­ke FPÖ: Homo­pho­bie gepaart mit Ras­sis­mus geht auch in Öster­reich nicht mehr. Und das ist sehr gut so!

Wei­te­re Reaktionen:

Reak­ti­on GKK-Nie­der­ös­ter­reich auf B. Weber (https://twitter.com/creation_2011/status/1030038291968675840)
Reak­ti­on AK-Nie­der­ös­ter­reich auf B. Weber (noe.arbeiterkammer.at)

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Dokumentation
Schlagwörter: Antisemitismus | FPÖ | LGBTQIA+-Feindlichkeit | Niederösterreich | Oberösterreich | Rassismus/Antimuslimischer Rassismus

Beitragsnavigation

« Neonazikonzert bei der Germania Ried: Mitglied des RFJ Ried hat dazu geladen
Rassismus aus der „Mitte“ – nicht kompatibel mit unserer Kultur »

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter