We use automated translation to make our research internationally accessible. However, political nuances may be lost. Only the original German text is binding and definitive.
Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeiträge
  • Materialien
  • Rezensionen

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Dokumentation

Lesezeit: 4 Minuten

Der „Blutrausch“ der Pedo-Hunter

Soweit bekannt, waren die Über­fäl­le, die im Okto­ber 2024 in Lend (Salz­burg) von einer Grup­pe von selbst­er­nann­ten „Pedo-Hun­ter“ an zwei Män­nern durch­ge­führt wur­den, die bru­tals­ten die­ser Sze­ne, die von Rechts­extre­men domi­niert war. Die Ermitt­lun­gen führ­ten Ende März 2025 zur Ver­haf­tung von vier Per­so­nen aus dem Pinz­gau, die vor weni­gen Tagen in Salz­burg zusam­men mit einem wei­te­ren Ange­klag­ten vor Gericht stan­den. Deren rechts­extre­me Gesin­nung war vor Gericht kein Thema.

7. Juni 2026
Landesgericht Salzburg (Wikipedia)
Landesgericht Salzburg - Bildquelle: Wikipedia/Andreas Praefcke, frei unter CC 3.0.

In der Nacht auf den 27. Okto­ber 2024 wur­de ein Mann (44) aus der Stei­er­mark von einem weib­li­chen Pro­fil, das sich als „Bad­Li­sa“ bezeich­ne­te und als 14-Jäh­ri­ge aus­gab, zu einem Wald­stück bei Lend gelockt. Hin­ter „Bad­Li­sa“ steck­te der Erst­an­ge­klag­te, am Tat­ort fun­gier­te sei­ne dama­li­ge Freun­din (25) als Lock­op­fer, das dann den bru­ta­len Über­griff filmte.

Der Stei­rer wur­de mit Pfef­fer­spray ange­grif­fen und zusam­men­ge­schla­gen, wodurch er Prel­lun­gen, Platz- und Riss­quetsch­wun­den erlitt. Vier Tage spä­ter, am 31. Okto­ber, wur­de das nächs­te Opfer, ein Pon­gau­er (58), mit der glei­chen Masche ange­lockt und so bru­tal ver­prü­gelt, dass die Staats­an­walt­schaft in der Ankla­ge­schrift von einem „Blut­rausch“ sprach. Die bru­ta­le Atta­cke, bei der mit Stahl­kap­pen­schu­hen, Quarz­hand­schu­hen, einem Base­ball­schlä­ger und Pfef­fer­spray vor allem das Gesicht schwer mal­trä­tiert wur­de, führ­te zur Ankla­ge wegen gemein­schaft­li­chen Mord­ver­su­ches. Das Opfer erlitt Gesichts­brü­che, eine Hirn­blu­tung und eine mas­si­ve Traumatisierung.

Am zwei­ten Über­fall hat­te einer der Ange­klag­ten, L.S. (22), nicht mehr teil­ge­nom­men, was ihm – im Unter­schied zu den ande­ren vier Ange­klag­ten – eine wesent­lich kür­ze­re Unter­su­chungs­haft und ein mil­des Urteil einbrachte.

Wer sind die Täter und war­um haben sie ihnen völ­lig frem­de Per­so­nen mit Tricks und dem Vor­wand, damit angeb­lich pädo­phi­le Men­schen bestra­fen zu wol­len, in einen Hin­ter­halt gelockt und gefähr­lich schwer verletzt?

Der Erst­an­ge­klag­te, F.L. (24), ein deut­scher Staats­bür­ger, der schon eini­ge Jah­re in Salz­burg lebt, hat sie­ben Vor­stra­fen (Betrug, Dieb­stahl, Kör­per­ver­let­zung und Ein­bruch­dieb­stahl) und, wenn man sei­nen Aus­sa­gen über­haupt trau­en darf, ein beson­ders schlich­tes Gemüt. Auf einer Platt­form sei er auf ein Pedo-Hun­ting-Por­tal gesto­ßen: „Ich dach­te, das ist was Gutes“, sagt er vor Gericht. Er war der­je­ni­ge, der beson­ders bru­tal atta­ckier­te und dann die von sei­ner Part­ne­rin gedreh­ten Vide­os auf das Pedo-Hun­ting-Por­tal hoch­lud, um die Gewalt­ak­ti­on abfei­ern zu lassen.

Der Zweit­an­ge­klag­te, H.R. (21), aus Zell am See und vor­be­straft, stand dem Erst­an­ge­klag­te beim Prü­geln kaum nach. Bei ihm wur­den bei einer Haus­durch­su­chung die beim Über­fall ver­wen­de­ten Sturm­hau­ben und ande­re „Devo­tio­na­li­en“ gefun­den. Wel­cher Natur die Devo­tio­na­li­en waren, wur­de nicht wei­ter erörtert.

Bei der Ver­haf­tung Ende März 2025 berich­te­ten die Medi­en über­ein­stim­mend, dass auch wegen des Ver­dach­tes der NS-Wie­der­be­tä­ti­gung ermit­telt wür­de. Der „Fal­ter“ (2.4.25) schrieb, man habe beim „Deut­schen“ Hit­ler-Bil­der gefun­den, die „Kro­ne“ (12.4.25), die vor Ort auf Spu­ren­su­che war, fand Res­te von Sti­ckern, auf denen noch „Frei­heit für Deutsch­land“ zu lesen war: „Die glei­chen und wei­te­re noch nicht ver­kleb­te Sti­cker ent­deck­ten Poli­zis­ten im Auto des 23-Jäh­ri­gen, der zur „Jagd“ geru­fen hat­te.“

An den bei­den Ver­hand­lungs­ta­gen war eine rechts­extre­me Ein­stel­lung der Ange­klag­ten kein The­ma. Im Gegen­teil: Der Zweit­an­ge­klag­te H.R. konn­te dem Gericht unhin­ter­fragt erzäh­len, dass er eine „Zen­tra­le“ für eine neue Pedo-Hun­ter-Grup­pe geplant habe, weil ihm die ande­ren 16 Grup­pen , mit denen er in Ver­bin­dung stand, zu sehr nach Rechts abge­drif­tet seien.

Vom Dritt­an­ge­klag­ten J.G. (22) ist nur bekannt, dass bei sei­nen Schlä­gen auf das Knie des Opfers der Base­ball-Schlä­ger in Brü­che ging. Die jun­ge Frau, K.P. (25), die am Tat­ort den Lock­vo­gel spiel­te und dann die Atta­cken film­te, ist mitt­ler­wei­le in psy­cho­lo­gi­scher Behand­lung. Der fünf­te Ange­klag­te, L.S. war nur am ers­ten Über­fall betei­ligt, wo er eine unter­ge­ord­ne­te Rol­le spielte.

Die Ermitt­lun­gen brach­ten dies­be­züg­lich ziem­lich exak­te Erkennt­nis­se, weil die Vide­os der bei­den Über­fäl­le gesi­chert und aus­ge­wer­tet wer­den konn­ten. Die Ein­wän­de der Ver­tei­di­gung, wonach nach den zwei bru­ta­len Miss­hand­lun­gen ohne­hin Schluss gewe­sen sei, konn­ten durch Chat-Pro­to­kol­le wider­legt werden.

Da hal­fen auch die Teil­ge­ständ­nis­se der Ange­klag­ten, die sich der absicht­li­chen schwe­ren Kör­per­ver­let­zung, aber nicht des gemein­schaft­li­chen Mor­des schul­dig bekann­ten, nicht mehr. Die Geschwo­re­nen spra­chen die ers­ten vier Ange­klag­ten des ver­such­ten gemein­schaft­li­chen Mor­des schul­dig. Die Straf­ma­ße: zwölf Jah­re für den Erst­an­ge­klag­ten, elf Jah­re und zwei Mona­te für den Zweit­an­ge­klag­ten, neun­ein­halb Jah­re für den Dritt­an­ge­klag­ten und für die jun­ge Frau. Der fünf­te Ange­klag­te kam mit einer beding­ten Haft von 18 Mona­ten davon.

Mitt­ler­wei­le ist auch klar, dass die vier zu unbe­ding­ten Haft­stra­fen Ver­ur­teil­ten gegen das Urteil alle Rechts­mit­tel (Nich­tig­keit und Beru­fung) ergrei­fen wer­den. Auch die Staats­an­walt­schaft beruft gegen die Strafhöhen.

Auch in die­sem Fall war das vor­ge­scho­be­ne Motiv für die Gewalt­ta­ten, die „Bestra­fung“ von angeb­lich Pädo­phi­len, erlo­gen. Sexu­el­le Bezie­hun­gen von Erwach­se­nen zu 14-jäh­ri­gen Jugend­li­chen sind legal und damit straf­frei.

Wir dan­ken für die Prozessbeobachtung!

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Dokumentation
Schlagwörter: Körperverletzung | Mord/Mordversuch/Totschlag | Salzburg

Verwandte Beiträge

  • 20. März 2026
    Der „Pedo-Hunter“-Komplex und die politische Ökonomie der Gewalt
    "Pedo-Hunter"-Prozess am 18.3.26 in Wien (© Samuel Winter)
  • 28. März 2025
    Razzien gegen „Hate Crime“-Szene – ein Überblick
    "Hate Crime": Österreichischer "Pedo Hunter"-Account
  • 28. März 2025
    Defend Austria, Division Wien und die „Hate Crimes“ – eine Einordnung
    Defend Austria: jung und gewaltbereit

Beitragsnavigation

« Freisprüche, Ausreden und nicht gelöschte Nazi-Postings

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter