We use automated translation to make our research internationally accessible. However, political nuances may be lost. Only the original German text is binding and definitive.
Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeiträge
  • Materialien
  • Rezensionen

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Dokumentation

Lesezeit: 4 Minuten

Der FPÖ-Gemeinderat, tote Rehkitze und die Mahd

Das Lan­des­ge­richt Linz scheint – zynisch for­mu­liert – eine gute Adres­se für Tier­quä­ler zu sein. Im Jän­ner war der Neo­na­zi Tho­mas W. wegen des Besit­zes von Sucht­mit­teln, Falsch­geld, einer rie­si­gen Waf­fen­samm­lung, aber auch und vor allem wegen unfass­ba­rer Tier­quä­le­rei zu der sehr mil­den Stra­fe von 24 Mona­te, davon acht unbe­dingt, ver­ur­teilt wur­de. Jetzt stand ein FPÖ-Gemein­de­rat aus dem Mühl­vier­tel vor dem Lan­des­ge­richt Linz. Er hat­te mit einer Mäh­ma­schi­ne sechs Reh­kit­ze nie­der­ge­mäht, teils ver­stüm­melt, teils getö­tet: Freispruch!

15. Okt. 2024
Reh im Feld (Symbolfoto; pixabay papaya45)
Reh im Feld (Symbolfoto; pixabay papaya45)

Das Inter­es­se an dem Fall war schon im Vor­feld groß. Schließ­lich ist der Ange­klag­te Johan­nes E. für die FPÖ im Gemein­de­rat von Hell­mons­ödt und dort sogar im Gemein­de­vor­stand, also eine bekann­te Per­son. Und dass einer mit der Mäh­ma­schi­ne gleich sechs Reh­kit­ze nie­der­mäht, wobei vier davon sofort tot und die rest­li­chen zwei so schwer ver­stüm­melt waren, dass sie getö­tet wer­den muss­ten, kommt hof­fent­lich nicht öfter vor.

Der Saal 61 im Lin­zer Lan­des­ge­richt war daher am 11. Okto­ber auch rap­pel­voll bis zum Ende der Ver­hand­lung, die, wie unser Pro­zess­be­ob­ach­ter schrieb, dann vie­le Zuschauer*innen sehr ver­är­gert ver­lie­ßen. Die­ser Ein­schät­zung über das nicht rechts­kräf­ti­ge Urteil schloss sich auch unser Pro­zess­be­ob­ach­ter an, der dar­auf hin­wies, dass nicht dem Ange­klag­ten, son­dern nur dem Haupt­zeu­gen, einem Jäger, kri­ti­sche Fra­gen gestellt wur­den und der Frei­spruch nicht nach­voll­zieh­bar begrün­det wurde.

Rehkitze nicht absichtlich getötet – der bedingte Vorsatz

„Dass Sie voll­kom­men frei von Schuld sind, kann man nicht sagen“, wird die Ein­zel­rich­te­rin etwa auf vienna.at (11.10.24)zitiert. Aber ein Vor­satz kön­ne ihm nicht nach­ge­wie­sen wer­den – auch der beding­te (dolus even­tua­lis) nicht. Wirk­lich nicht? Wie wird ein beding­ter Vor­satz defi­niert? Da hält der Scha­dens­ver­ur­sa­cher einen Scha­den durch sein Wir­ken für mög­lich, nimmt ihn bil­li­gend in Kauf, auch wenn er ihn nicht unbe­dingt her­bei­füh­ren will.Der Ange­klag­te und sein Ver­tei­di­ger  argu­men­tier­ten jedoch genau in die­se Richtung:

Er habe wet­ter­be­dingt kurz­fris­tig ent­schie­den zu mähen, schil­der­te er. Dabei habe er zwei Mut­ter­gei­ßen gese­hen. Die­se sei­en davon­ge­lau­fen. An der Stel­le habe er dann zwei Kit­ze ent­deckt und weg­ge­tra­gen. Dann habe er wei­ter­ge­mäht und drei Rehe „damaht”, räum­te er ein. „Was soll ich machen?”, mein­te er. „Es gibt halt Unfäl­le.” Aber die Tie­re sei­en sicher tot gewe­sen. „Ein leben­des ver­letz­tes Tier habe ich kei­nes gese­hen.” Am nächs­ten Tag habe er die drei toten Rehe am Wald­rand abge­legt. (vienna.at, 11.10.24)

Keine Verpflichtung zum Tierschutz?

Gemäht hat er übri­gens von außen nach innen, obwohl das Gegen­teil emp­foh­len wird. Aber, so sein Ver­tei­di­ger im Schluss­plä­doy­er, wenn die Land­wir­te da was tun müss­ten, dann wäre Land­wirt­schaft nicht mög­lich. Die Inter­es­sen eines Land­wirts hät­ten Vor­rang. Eine Ver­pflich­tung, Vor­sichts­maß­nah­men zu tref­fen (vor­zu­sor­gen), dass Tie­re nicht tot­ge­mäht wer­den, dür­fe es nicht geben. Das wür­de bedeu­ten, dass für die Land­wirt­schaft das Tier­schutz­ge­setz kei­ne Gül­tig­keit hät­te. Ist das so? Natür­lich nicht.

Im Tier­schutz­ge­setz heißt es im § 6 (1): „Es ist ver­bo­ten, Tie­re ohne ver­nünf­ti­gen Grund zu töten.“ Auch das Abtren­nen von Glied­ma­ßen (§ 5 (1) Zif­fer 15) ist natür­lich ver­bo­ten. Aber der FPÖ-Gemein­de­rat will ja nichts bemerkt haben, außer dass es „halt Unfäl­le“ gibt: „Was soll ich machen?“ Was er machen hät­te kön­nen bzw. müs­sen, dafür gibt es ziem­lich detail­lier­te Emp­feh­lun­gen der Land­wirt­schafts­kam­mer, die auch dar­legt, dass Kada­ver­res­te im Fut­ter in der Fol­ge bei der Ver­füt­te­rung auch den eige­nen Tier­be­stand gefähr­den können.

Selbst wenn das Ange­bot, die Wie­se mit Droh­nen abzu­su­chen, zu spät gekom­men sein soll­te, wuss­te der Ange­klag­te um das Risi­ko, weil er nach eige­ner Aus­sa­ge ja zwei Mut­ter­gei­ßen gese­hen und zwei Kit­ze, die er dann weg­ge­tra­gen haben will, ent­deckt hat. Aber was sag­te er zu dem Risi­ko: „Es gibt halt Unfäl­le“ und „Was soll ich machen?“. – Der beding­te Vor­satz mel­det sich hier deutlich.

Vorwurf des Diebstahls und doppelter Freispruch

Der Frei­spruch des FPÖ-Gemein­de­ra­tes ist noch nicht rechts­kräf­tig. Was aber ist aus dem Vor­wurf gewor­den, dass er am 14. August in Eiden­berg eine frem­de Klee­wie­se abge­mäht und acht Silo­bal­len aus die­ser Mahd gepresst und abtrans­por­tiert haben soll? Da wur­den ja von der Poli­zei Ermitt­lun­gen wegen des Ver­dachts auf Dieb­stahl geführt, und das Delikt soll­te eigent­lich am 11.10. mit­ver­han­delt werden?

Die Kro­ne OÖ, die die Tier­quä­le­rei auf­ge­deckt hat, frag­te nach: „Das Ermitt­lungs­ver­fah­ren wegen Dieb­stahls wur­de inzwi­schen aber aus rein for­ma­len Grün­den (Oppor­tu­ni­täts­grün­den) ein­ge­stellt. ‚Weil für den Pro­zess kei­ne höhe­re Straf­dro­hung zu erwar­ten war’, erklärt Staats­an­walt Rein­hard Hue­mer-Stei­ner.“ (krone.at, 11.10.24) Weil die Straf­an­dro­hung für den Dieb­stahl alos nied­ri­ger wäre als für die Tier­quä­le­rei, wur­de das Delikt nicht wei­ter­ver­folgt. Gewis­ser­ma­ßen also ein dop­pel­ter Freispruch!

Aber die Kro­nen Zei­tung will über den FPÖ-Gemein­de­rat noch etwas her­aus­ge­fun­den haben:

Bereits am 13. April soll der Poli­ti­ker auch ver­sucht haben, einen frem­den Acker zu bear­bei­ten. Die Besit­ze­rin konn­te ihn gera­de noch dar­an hin­dern. Zuvor soll er bereits zwei­mal Heu­bal­len aus dem Stadl eines gepach­te­ten Hofs ent­wen­det haben, obwohl die­se mit Eigen­tü­mer­ver­merk gekenn­zeich­net waren. Auf die schrift­li­che Auf­for­de­rung der Eigen­tü­mer, die Heu­bal­len zurück­zu­brin­gen, soll er nicht reagiert haben.

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Dokumentation
Schlagwörter: FPÖ | Oberösterreich

Verwandte Beiträge

  • 2. Sep. 2024
    Mélange KW 35/24
    Rückblick
  • 1. Feb. 2024
    Mildes Urteil für braunen Tierquäler
    Landesgericht Linz, Tafel (@ SdR)
  • 22. Apr. 2017
    Thalgau/Salzburg: Wiederbetätigung, Waffen und Tierquälerei

Beitragsnavigation

« Mélange KW 40–41/24 (Teil 1): Diverses
Undercover-Recherche deckt rechtsextremes Netzwerk mit Erik Ahrens als Kopf auf »

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter