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Psychologie des Rechtsextremismus – Identität als Irrlicht.Lesezeit: 19 Minuten

In einem Gast­bei­trag für „Stoppt die Rech­ten“ zer­pflückt der Sozi­al­psy­cho­lo­ge Klaus Otto­mey­er das rechts­extre­me Kon­zept von Iden­ti­tät. Es gefähr­de nicht nur die Demo­kra­tie, son­dern auch die Gesund­heit von Men­schen. Miss­brauch unse­rer Ängs­te Beim Ver­such, den aktu­el­len Rechts­extre­mis­mus zu erklä­ren, wird oft von einem ursäch­li­chen Zusam­men­hang zwi­schen den angst­ma­chen­den gro­ßen Kri­sen, der Kli­ma­kri­se, der Coro­­na-Kri­­se, dem […]

17. Feb 2024
Stacheldrahtzaun (pixabay zclionwy)
Stacheldrahtzaun (pixabay zclionwy https://pixabay.com/de/photos/stacheldraht-schwarz-der-nachthimmel-2435652)

Missbrauch unserer Ängste

Beim Ver­such, den aktu­el­len Rechts­extre­mis­mus zu erklä­ren, wird oft von einem ursäch­li­chen Zusam­men­hang zwi­schen den angst­ma­chen­den gro­ßen Kri­sen, der Kli­ma­kri­se, der Coro­na-Kri­se, dem Ukrai­ne-Krieg, dem Kauf­kraft­ver­lust auf der einen Sei­te und der Fas­zi­na­ti­on des Rechts­extre­mis­mus auf der ande­ren Sei­te, gespro­chen. Es gibt hier aber eine Erklä­rungs­lü­cke. Es ist über­haupt nicht schlüs­sig, dass die Angst vor den rea­len gro­ßen Bedro­hun­gen, wel­che wir haben (oder haben soll­ten), mehr oder weni­ger auto­ma­tisch zu einer hass­erfüll­ten Beschimp­fung, Ernied­ri­gung und Abschie­be­dro­hung gegen­über einer Grup­pe von aus­ge­wähl­ten Per­so­nen führt, vor denen man Angst haben soll und die als gefähr­lich gel­ten. Die Angst und die Aggres­si­on bezie­hen sich auf Men­schen, die vor Jah­ren oder Jahr­zehn­ten ein­ge­wan­dert sind – und dane­ben auch auf sol­che, die nicht unbe­dingt in den tra­di­tio­nel­len Geschlech­ter­rol­len leben, statt­des­sen z. B. „gen­dern“ wol­len. Es gibt hier einen Angst­kom­plex, den man mit Sig­mund Freud nur als neu­ro­ti­sche Angst im Unter­schied zur Realangst bezeich­nen kann.

Realangst ist über­le­bens­för­dernd. Ohne die Angst vor äuße­ren Gefah­ren­quel­len wür­den wir blind in jede Gefahr hin­ein­lau­fen oder wären schon tot. Natür­lich sind wir, wie unser jahr­zehn­te­lan­ger Umgang mit der Erd­er­wär­mung zeigt, auch gegen­über der Realangst gro­ße Künst­ler im Ver­leug­nen und Baga­tel­li­sie­ren. Neu­ro­ti­sche Angst oder „Bin­nen­angst“ hin­ge­gen emp­fin­den wir gegen­über unse­ren eige­nen inne­ren Regun­gen: unse­rer Gier, aggres­si­ven Grö­ßen­phan­ta­sien, unge­wollt auf­tau­chen­den obs­zö­nen Bil­dern und unse­ren Hirn­ge­spins­ten. Wir haben ein beun­ru­hi­gen­des Wes­pen­nest in uns selbst. Die gefähr­li­chen Sei­ten unse­rer inne­ren Natur pro­ji­zie­ren wir aber lie­ber auf Per­so­nen und Grup­pen in der Außen­welt, wo sie dann ver­folgt und ent­schie­den bekämpft wer­den. Damit bewe­gen wir uns im Feld der neu­ro­tisch-para­no­iden Angst.

Neben der Realangst und der neu­ro­ti­schen Angst muss man aber noch die Gewis­sens­angst anspre­chen,laut Freud die drit­te der mensch­li­chen Grund­ängs­te. Die­se Angst vor unse­rem Über-Ich wird von den neu­en har­ten Machos wie Bernd Höcke (“Wir müs­sen unse­re Männ­lich­keit wie­der­ent­de­cken”) und Mar­tin Sell­ner lächer­lich gemacht. Sie soll durch eine not­wen­di­ge „wohl­tem­pe­rier­te Grau­sam­keit“ (Höcke) in Bezug auf Aus­zu­bür­gern­de und Hilf­lo­se ersetzt wer­den. Empa­thie und der “Schuld­kult” (eben­falls Höcke) sind out — das war etwas für Weich­ei­er. Die äuße­ren Reprä­sen­tan­ten des Gewis­sens wer­den als „Gut­men­schen“, als Ver­tre­te­rIn­nen eines „Tugend­ter­rors“ und neu­er­dings auch einer auf­dring­li­chen „Woke­ness“ lächer­lich gemacht und per­sön­lich bedroht. Die neu­en Schar­la­ta­ne ver­spre­chen ihren Anhän­ge­rIn­nen ein unbe­schwer­tes fröh­li­ches Leben ohne den manch­mal doch recht schwe­ren Ruck­sack des Über-Ichs, des Gewissens.

Neid und Eifersucht

Der „Spie­gel“ (31/2023, 10.8.23) woll­te im Som­mer 2023 die Attrak­ti­vi­tät der Rechts­extre­men in Ost­deutsch­land bes­ser ver­ste­hen und hat dazu Gesprä­che geführt. Eine Frau auf der Stra­ße fin­det Bernd Höcke gut. Denn [die Flücht­lin­ge] „bekom­men alles bezahlt. Fri­seur, Woh­nung. Unser­eins muss arbei­ten und kriegt nichts. Die sol­len arbei­ten gehen und nicht alles in den Arsch gescho­ben krie­gen. (…) Ja mir geht es schlecht.“ Sie kön­ne gera­de nicht in den Urlaub fah­ren (…), „ich möch­te mehr Geld haben und kei­ne Steu­ern mehr zah­len“. Sie deu­tet auf eine Frau um die fünf­zig, die mit ihrer Hand­ta­sche und einer Ein­kaufs­ta­sche über die Brü­cke geht. „[D]a sehen Sie, das ist bestimmt eine Aus­län­de­rin, nix zu tun.“ Das ist der Klas­si­ker. Zahl­lo­se State­ments von Anhän­gern der rech­ten Poli­tik zei­gen die­se Dyna­mik: Es läuft mehr oder weni­ger auf die Behaup­tung hin­aus: „Die krie­gen alles und wir krie­gen nichts!“ Man hat Angst, zu den Zurück­ge­setz­ten zu gehö­ren. Dass ein Arbeits­ver­bot für Flücht­lin­ge herrscht, scheint unbe­kannt. Mit der Angst ver­bun­den sind Gefüh­le von Neid und Eifer­sucht, die wir gele­gent­lich alle haben, über die man aber nur schwer kom­mu­ni­zie­ren kann. Neid sehen wir nur bei den ande­ren. Der eige­ne Neid ist tabu, eine der sie­ben Tod­sün­den, in der christ­li­chen Tra­di­ti­on ein schwe­res Ver­ge­hen. Man den­ke an Kain und Abel oder das neun­te bzw. zehn­te Gebot: „Du sollst nicht begeh­ren dei­nes Nächs­ten Haus, Weib, Knecht, Magd, Rind, Esel“ usw.

Vor eini­gen Mona­ten erreg­te sich Fried­rich Merz von der CDU über die vie­len abge­lehn­ten Asyl­be­wer­ber, wel­che die not­lei­den­den Inlän­der aus den War­te­zim­mern der Zahn­ärz­te ver­drän­gen. Der Berufs­ver­band der deut­schen Zahn­ärz­te wider­leg­te umge­hend die­ses Hirn­ge­spinst. Das Ein­ge­ständ­nis des eige­nen Nei­des ist eine Krän­kung. Trotz oder gera­de wegen der Tabui­sie­rung füh­ren unser Neid und das „grün­äu­gi­ge Mons­ter Eifer­sucht“ (Shake­speare) ein Eigen­le­ben, das sich von poli­ti­schen Füh­rern und Bewe­gun­gen leicht mobi­li­sie­ren und mit einem Ruf nach Gerech­tig­keit und Rache ver­bin­den lässt. Rech­te Dem­ago­gen zeich­nen regel­mä­ßig für das Publi­kum ein opu­len­tes Bild von den „ver­bo­te­nen Früch­ten“, wel­che die Flücht­lin­ge und die Eli­ten angeb­lich genie­ßen. Der Ruf nach dem stra­fen­den Robin Hood ist dann nicht weit.

Beim Neid­kom­plex in den rech­ten Bewe­gun­gen geht es mehr noch als um die mate­ri­el­le Ver­sor­gung um das knap­pe Gut der Auf­merk­sam­keit, wel­che die Flücht­lin­ge von den Hel­fe­rIn­nen und von „denen da oben“ bekom­men. Man den­ke an den rekord­ver­däch­ti­gen Shit­s­torm, wel­cher im Som­mer 2015 über Ange­la Mer­kel und einen gera­de ange­kom­me­nen syri­schen Kriegs­flücht­ling her­ein­brach, nach­dem ein Begrü­ßungs-Sel­fie mit den bei­den durch das Inter­net ging. Es schien so, als wür­de Mama Mer­kel die Neu­an­kömm­lin­ge mehr wür­di­gen und ver­hät­scheln als uns Alt­ein­ge­ses­se­ne, die sich Jahr­zehn­te lang bemüht haben. Das ver­dient wüten­den Protest.

Im Herbst 2017 pla­ka­tier­te die nie­der­ös­ter­rei­chi­sche FPÖ die ÖVP-Lan­des­haupt­frau, damals noch poli­ti­sche Geg­ne­rin, als „Mos­lem-Mama Mikl-Leit­ner“, die sich um auf­dring­li­che Aus­län­der küm­mert. – Über­haupt: Ken­nen Sie die­se klei­nen Fremd­lin­ge, die, ohne dass man uns gefragt hat, ein­fach in unse­re Welt gekom­men sind, über­haupt kein Deutsch kön­nen, statt­des­sen zunächst nur unver­ständ­li­che Lau­te von sich geben und trotz­dem sofort von eltern­ar­ti­gen Figu­ren total ver­sorgt und ver­wöhnt wer­den, wäh­rend wir Älte­re bereits im Haus­halt mit­hel­fen und für die Schu­le arbei­ten müs­sen. Man wünscht sich manch­mal, dass die Neu­lin­ge dort­hin zurück­keh­ren, wo sie her­ge­kom­men sind. Der Klap­per­storch nimmt sie aber nicht zurück. Es ist der Neid auf die nach uns gekom­me­nen Geschwis­ter und auf ande­re klei­ne Kin­der, der dem Zorn über die Ein­dring­lin­ge aus der Frem­de zugrun­de liegt. Sie bekom­men ja auch umge­hend „alles hin­ein­ge­scho­ben“. Vater und Mut­ter schei­nen sie lie­ber zu haben als die Älte­ren, die schon län­ger flei­ßig sind und ihre Pflich­ten erfül­len. Jedes Jahr kom­men Mil­lio­nen von die­sen “Ein­wan­de­rern in unser Sozi­al­sys­tem“ hinzu.

Der Hass auf die Hel­fe­rin­nen und auf “die da oben” ist manch­mal sexua­li­siert: Peter Boeh­rin­ger, immer noch hoch­ran­gi­ger AfD-Abge­ord­ne­ter, hat­te Anfang 2016 über Ange­la Mer­kel geschrie­ben: „Die Mer­kel­nut­te lässt jeden rein, sie schafft das. Dumm nur, dass es unser Volks­kör­per ist, der hier gewalt­sam pene­triert wird.“ (Der Spie­gel 3.3.2018, S. 32) Die rechts­extre­me Rhe­to­rik scheint gene­rell nicht davor zurück­zu­schre­cken, die ver­bo­te­nen Früch­te mit Bil­dern von ver­pön­ter Sexua­li­tät in Ver­bin­dung zu brin­gen. Den Hel­fe­rin­nen wird manch­mal unter­stellt, dass sie sexu­el­le Bezie­hun­gen zu Flücht­lin­gen auf­neh­men. Als Stra­fe wird ihnen in den sozia­len Medi­en oft­mals eine Grup­pen­ver­ge­wal­ti­gung durch Flücht­lin­ge an den Hals gewünscht.

Angststaubsauger mit Deckschleuder

Die rechts­extre­men Dem­ago­gen arbei­ten damit, dass sie alle mög­li­chen in der Gesell­schaft her­um­geis­tern­den Ängs­te, dar­un­ter auch Real­ängs­te, sys­te­ma­tisch auf­grei­fen und in neu­ro­tisch-para­no­ide Ängs­te trans­for­mie­ren. Die Ängs­te wer­den von den Dem­ago­gen mit gro­ßer psy­cho­lo­gi­scher Sen­si­bi­li­tät auf­ge­spürt, wie mit einem Staub­sauger ein­ge­sam­melt und mit Hirn­ge­spins­ten ver­mengt. Die Ängs­te wer­den dabei kon­kre­ti­siert und per­so­na­li­siert. Man nennt eini­ge kon­kre­te Per­so­nen oder über­schau­ba­re Grup­pen (Eli­ten, Ver­schwö­rer, Flücht­lin­ge), deren Bestra­fung oder Besei­ti­gung die angst­ma­chen­den Miss­stän­de umge­hend been­den wür­de. Es wird so getan, als ob es nur eini­ge weni­ge ding­fest zu machen­de Ursa­chen für die Angst gäbe, wel­che von einer Grup­pe beherz­ter Per­so­nen rasch besei­tigt wer­den kön­nen, zum Bei­spiel durch den Sturm auf das Macht­zen­trum. Die für die Miss­stän­de angeb­lich Ver­ant­wort­li­chen kön­nen dann auf­Fahn­dungs­lis­ten gesetzt wer­den. Im Staub­sauger ent­steht eine toxi­sche Mischung aus Real­ängs­ten, neu­ro­tisch-para­no­ider Angst und Wut.

Der Angst­staub­sauger ist mit einer Art Dreck­schleu­der ver­bun­den, mit der man auf bestimm­te Per­so­nen und Grup­pen zielt. Dabei ist es prak­tisch, wenn man die aus­ge­wähl­ten Grup­pen mit ent­wer­ten­den Namen wie „Asyl­be­trü­ger“, „Mast­darm­akro­ba­ten in der EU“, „Femi­nis­ten-Gen­der-Woke-Geschwa­der“ bele­gen kann. Poli­ti­sche Mit­be­wer­ber wer­den von Kickl zum „Swin­ger­club der Macht­lüs­ter­nen“ erklärt, gehö­ren wie gesuch­te Ver­bre­cher „auf die Fahn­dungs­lis­te“ oder sind „Fol­ter­knech­te“.

Den Bun­des­prä­si­den­ten nennt Kickl „senil“ und „Mumie in der Hof­burg“. Den Namen des aktu­el­len SPÖ-Chef ver­ball­hornt er zu „Herrn Bla­bla“. Einen frü­he­ren Kanz­ler nennt er „dicke, rote, fet­te Spin­ne“. Er mach­te sich über die Gesichts­far­be eines Par­la­men­ta­ri­ers und über des­sen ver­mut­lich hohen Blut­druck lus­tig, über einen älte­ren ÖVP-Poli­ti­ker, des­sen Erschei­nung er mit Ötzi ver­glich und mit einem „Ver­stor­be­nen, der nur noch zuckt“. Kickl hebt das Über­ge­wicht und die phy­si­sche Unat­trak­ti­vi­tät von Arbeit­neh­mer­ver­tre­tern her­vor („Alle dick, statt aus­ge­mer­gelt“). Ein pro­mi­nen­ter Poli­ti­ker aus dem grü­nen Spek­trum, der über die FPÖ recher­chiert, habe vom vie­len Sit­zen schon „einen Hin­tern rot wie ein Pavi­an“. (Rede in Hart­berg, 23.9.2019) und die Spre­che­rin einer ande­ren Par­tei „mehr Haar‘ auf den Zäh­nen als auf dem Kopf“. Auf die ver­ba­le Ernied­ri­gung, Kri­mi­na­li­sie­rung und Dehu­ma­ni­sie­rung des Geg­ners reagiert das Publi­kum immer wie­der mit Lach­sal­ven und Schen­kel­klop­fen. Durch die spon­ta­ne Erup­ti­on von Scha­den­freu­de ero­die­ren in Sekun­den­schnel­le die Res­te der Gewis­sens­angst, wel­che in unse­rer zivi­li­sier­ten All­tags­kom­mu­ni­ka­ti­on die Ver­let­zungs­be­reit­schaft gegen­über ande­ren Men­schen nor­ma­ler­wei­se noch unter Kon­trol­le hält. Bevor sich das Gewis­sen mel­det, hat man schon gelacht.

Die Verspottung von körperlichen Mängeln

Auf­fäl­lig ist die Her­vor­he­bung von kör­per­li­chen Män­geln und Schwä­chen auf Sei­ten der Ernied­rig­ten. Donald Trump ist in die­ser Dis­zi­plin Welt­meis­ter. Er hat es sogar fer­tig­ge­bracht, sich über den Mit­be­wer­ber und Kri­ti­ker McCain, der Kriegs­in­va­li­de war, vor und nach des­sen Tod noch lus­tig zu machen.

War­um ist das Ver­spot­ten von Men­schen mit kör­per­li­chen Schwä­chen so erfolg­reich? Die meis­ten von uns füh­len sich manch­mal oder dau­er­haft zu klein, zu groß, zu dick, zu dünn, zu wenig männ­lich oder zu wenig weib­lich, zu unsport­lich, zu fal­tig, zu alt, zu häss­lich. Ich habe eine Pati­en­tin ken­nen­ge­lernt, über die in einer Grup­pe von Klas­sen­ka­me­ra­din­nen gesagt wur­de: Wenn ein Last­wa­gen über sie fährt, bleibt nur ein gro­ßer Fett­fleck. Dar­auf­hin woll­te die jun­ge Frau sich umbrin­gen, was sie aber zum Glück nicht gemacht hat. Frü­her haben Psy­cho­lo­gIn­nen und The­ra­peu­tIn­nen vor allem bei Frau­en die Dia­gno­se einer „Dys­mor­pho­pho­bie“ (Angst vor Miss­ge­stal­tig­keit) gestellt. Heu­te betrifft sie immer mehr Män­ner. An die­ser Angst ver­die­nen mitt­ler­wei­le gan­ze Wirt­schafts­zwei­ge: von der Kos­me­tik- und Phar­ma­in­dus­trie über die Schön­heits­chir­ur­gie, Diät- und Mode­indus­trie bis hin zu den zahl­lo­sen Fit­ness-Zen­tren. Das Ver­de­cken, die Ver­hül­lung und Kom­pen­sa­ti­on unse­rer äußer­li­chen Kör­per­män­gel nimmt viel Ener­gie und Zeit in Anspruch. Sozi­al­psy­cho­lo­gen spre­chen vom „Stig­ma-Manage­ment“. Es wird dann als tem­po­rä­re Ent­las­tung erfah­ren, wenn von einem Red­ner die Män­gel bei ande­ren Per­so­nen her­vor­ge­ho­ben und mit bösem Witz ver­spot­tet wer­den. Man darf sich dann zumin­dest für eini­ge Minu­ten als völ­lig nor­mal und per­fekt fühlen.

Heiler und Held in Zeiten von Corona 

Vor allem in der Coro­na-Zeit gelang es Kickl, sich als Hei­ler von Ängs­ten um die Gesund­heit zu insze­nie­ren. Vie­le Men­schen haben unan­ge­neh­me Erin­ne­run­gen an das Geimpft­wer­den, das sie als Kin­der erlebt haben. Es tat weh. Eltern und Ärz­te haben sie dabei fest­ge­hal­ten und in einer Art Über­ra­schungs­an­griff einen unbe­kann­ten Stoff intro­ji­ziert. Die meis­ten Men­schen haben etwas gegen phy­si­sche und auch psy­chi­sche Intro­jek­te, die ihnen unter die Haut gehen. Andre­as Gaba­lier fun­gier­te zeit­wei­se als Vol­kes Stim­me: „Ich glau­be, dass man uns als Kind viel zu viel hin­ein­ge­spritzt hat. Das weiß man ja heu­te. Vom Haus­ver­stand her glau­be ich, dass ein Medi­ka­ment, das bei schwe­ren Ver­läu­fen hilft, bes­ser wäre.” (zit. nach kurier.at, 15.1.2021) Ein­ge­impft oder intro­ji­ziert, wie die Psy­cho­lo­gen sagen, wur­den auch Regeln und Merk­sät­ze, die uns viel­leicht zu brav und unter­wür­fig gemacht haben.

Auch gewalt­tä­ti­ge Erzie­her-Figu­ren, die einen zu lan­ge von innen gesteu­ert haben, kön­nen als Intro­jek­te emp­fun­den wer­den, auf die man spä­ter wütend wird und die man am liebs­ten los­wer­den möch­te. (“Da geht einem ja das Geimpf­te auf!”) Zudem gibt es eine berech­tig­te Angst vor unge­woll­ter Pene­tra­ti­on und zwar in einem wört­li­chen und in einem über­tra­ge­nen Sinn. Kickl nann­te die Imp­fung eine “Ver­ge­wal­ti­gung”. Auf die Radi­ka­li­tät der Wort­wahl ange­spro­chen, zeig­te er sich als durch­aus fein­füh­li­ger Psy­cho­lo­ge: „Für mich ist das ein zuläs­si­ges Bild dafür, dass einem Men­schen mit die­ser Imp­fung etwas wider­fährt, eine Form von Gewalt und Ver­let­zung kör­per­li­cher Unver­sehrt­heit. Die­ser Zwang kann ja auch psy­cho­lo­gisch sein.“ (Klei­ne Zei­tung, 6.11.21)

Es geht um unse­re Angst vor der Ver­let­zung kör­per­li­cher Unver­sehrt­heit, die ja in der Coro­na-Zeit wirk­lich bedroht war. Bruch­stü­cke von aktu­el­ler rea­lis­ti­scher Angst und von frü­he­ren bio­gra­phi­schen Ver­let­zun­gen wur­den ein­ge­sam­melt, mit neu­ro­ti­scher Angst ver­mengt und auf angeb­lich bös­wil­li­ge Per­so­nen umge­lenkt: auf die „Impf­ma­fia“, auf ihr höri­ge Poli­ti­ker, Ärz­te, Bill und Melin­da Gates usw., die sich angeb­lich ver­schwo­ren haben, um die kör­per­li­che Inte­gri­tät der klei­nen Leu­te zu unter­wan­dern, in sie ein­zu­drin­gen und sie zu steuern.

Her­bert Kickl emp­fahl statt der Imp­fung und der Mas­ken­pflicht Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men, die das Immun­sys­tem stär­ken sol­len: “Es gibt vie­le Mög­lich­kei­ten, etwa Vit­amin­prä­pa­ra­te, die Emp­feh­lung, mit Bit­ter­stof­fen zu arbei­ten, sich mög­lichst viel an fri­scher Luft zu bewe­gen und einen zwi­schen­mensch­li­chen Umgang zu pfle­gen, der nicht von Angst domi­niert ist.” Er gab sich, ähn­lich wie Trump, als unver­letz­li­cher Held. Mit sei­nen alter­na­tiv­me­di­zi­ni­schen Rat­schlä­gen “über­schritt er die Gren­ze zum Obsku­ran­tis­mus” (Hans Rauscher). Wie­der­holt emp­fahl Kickl dem Publi­kum das Ent­wur­mungs­mit­tel Iver­mec­tin, das bei Pfer­den und Hun­den ver­wen­det wird, aber für die Covid-19-Behand­lung nicht zuge­las­sen ist. Ärzt­li­che Exper­ten, die WHO und auch der Her­stel­ler warn­ten ein­dring­lich vor sei­nem Ein­satz beim Men­schen. Trotz­dem fand das Mit­tel mona­te­lang rei­ßen­den Absatz. In Ober­ös­ter­reich gab es Ende Okto­ber 2021 den Fall einer gan­zen Coro­na-infi­zier­ten Fami­lie, die als Impf­geg­ner an die Wir­kung von Iver­mec­tin geglaubt hat­te, schwer erkrank­te und ins Kran­ken­haus muss­te. Zwei Fami­li­en­mit­glie­der starben.

Identität als Irrlicht

Die rech­ten Dem­ago­gen betä­ti­gen sich nicht nur in Bezug auf die kör­per­li­che und psy­chi­sche Gesund­heit der Men­schen als Rat­ge­ber, son­dern sie ver­brei­ten auch auf der gro­ßen Büh­ne der natio­na­len und inter­na­tio­na­len Poli­tik ein umfas­sen­des Hei­lungs­ver­spre­chen. Sie ver­spre­chen nicht mehr und nicht weni­ger als die Her­stel­lung oder Wie­der­her­stel­lung von „Iden­ti­tät“. Haben wir nicht alle manch­mal das Gefühl, unse­re Iden­ti­tät ver­lo­ren zu haben oder zer­ris­sen zu sein? Iden­ti­tät ist doch etwas Gutes. Die „Iden­ti­tä­ren“ haben unter dem Schutz­schirm von FPÖ und AfD in den letz­ten zwölf Jah­ren und unter dem Deck­man­tel der aka­de­mi­schen Spra­che einen Iden­ti­täts­be­griff ver­brei­tet, der schwach­sin­nig, unprak­ti­ka­bel und gefähr­lich ist.

Nach­dem im Früh­jahr 2019 bekannt gewor­den war, dass der Mas­sen­mör­der von Christ­church sich posi­tiv auf die Ideen der Iden­ti­tä­ren bezo­gen und Mar­tin Sell­ner Geld gespen­det hat­te, gab es nur eine kur­ze öffent­li­che Distan­zie­rung der FPÖ. Die Frak­ti­on der rech­ten Par­tei­en im euro­päi­schen Par­la­ment nann­te sich schon bald danach groß­spu­rig „Iden­ti­tät und Demo­kra­tie“. Der harm­los klin­gen­de Begriff der Iden­ti­tät hat sich bis weit in die Pro­gram­me der rechts­kon­ser­va­ti­ven Par­tei­en hin­ein aus­ge­brei­tet, wo er sich mit dem eher hilf­lo­sen Bemü­hen um die Defi­ni­ti­on einer Leit­kul­tur ver­bin­det. Die Rechts­extre­men schei­nen hier bereits die von ihnen ange­streb­te „kul­tu­rel­le Hege­mo­nie“ (Anto­nio Gramsci) errun­gen zu haben.

Das Kon­zept der Iden­ti­tät hat erst Ende der 60er Jah­re über den Psy­cho­ana­ly­ti­ker Erik H. Erik­son Ein­gang in die Psy­cho­lo­gie und Human­wis­sen­schaf­ten gefun­den. Es kann sinn­voll mit Selbst­ge­fühl, Selbst­be­wusst­sein und Selbst­wirk­sam­keit über­setzt wer­den. Im Bil­dungs­sys­tem der 70er und 80er Jah­re stand „Iden­ti­tät“ für die Ent­wick­lung einer eman­zi­pa­to­ri­schen Bezie­hung des Men­schen zu sich selbst. Die­se Bezie­hung eröff­net im Ver­lauf der Lebens­ge­schich­te Mög­lich­kei­ten der Selbst­re­fle­xi­on und Selbst­kri­tik. Das ist so ziem­lich das Gegen­teil einer ein­fa­chen, bekennt­nis­haf­ten Grup­pen­zu­ge­hö­rig­keit, wie sie den Rech­ten vor­schwebt. Die Ent­ste­hung und Aus­ge­stal­tung von Iden­ti­tät sind viel­fach unter­sucht worden.

Eine gute Basis von Iden­ti­tät sind bekannt­lich Lie­be und Ver­trau­en in unse­re frü­hen fami­lia­len Bezugs­per­so­nen („Urver­trau­en“). Sozia­le Aner­ken­nung in Grup­pen spielt bald eine Rol­le, auch die Zuge­hö­rig­keit zu einer Nati­on, Reli­gi­on oder kul­tu­rel­len Grup­pe. Zu einer sta­bi­len und fle­xi­blen Iden­ti­tät („Ich-Iden­ti­tät“) gehört aber immer auch das Aus­ba­lan­cie­ren von ver­schie­de­nen („mul­ti­plen“) Grup­pen-Zuge­hö­rig­kei­ten und von teil­wei­se sehr unter­schied­li­chen Teil­iden­ti­tä­ten. Um sei­ne Iden­ti­tät zu erhal­ten, muss man sich oft genug vom aktu­el­len Grup­pen­kon­for­mis­mus klar abgren­zen. Manch­mal auch mit Iro­nie oder „Rol­len­di­stanz“. Man muss so sein zu wie alle ande­ren und zugleich so sein wie kein ande­rer. Man­che Men­schen, z. B. Künst­ler, fin­den ihre Iden­ti­tät erst, wenn sie radi­kal aus einer oder meh­re­ren Grup­pen­zu­ge­hö­rig­kei­ten aussteigen.

Die sozia­le Grup­pen­iden­ti­tät ist immer nur ein Aspekt. Für die Ent­wick­lung von Iden­ti­tät und für unse­re Selbst­fin­dung sind eine men­schen­wür­di­ge Arbeit und das Erle­ben von Krea­ti­vi­tät in Hand­werk und Kunst genau­so wich­tig oder wich­ti­ger als die jubeln­de Zuge­hö­rig­keit zu einer der gro­ßen Grup­pen. Unse­re Iden­ti­tät als Geschlechts­we­sen beruht nicht auf irgend­ei­ner inne­ren Sub­stanz als Mann oder Frau, son­dern auf einem Sozia­li­sa­ti­ons- und sozia­len Defi­ni­ti­ons­pro­zess. Frei nach Simo­ne de Beau­voir: „Man wird nicht als Frau (oder Mann) gebo­ren, man wird es.“ Und kann sich in und zwi­schen die­sen Rol­len wei­ter selbst defi­nie­ren, auch umde­fi­nie­ren. Für die Rechts­extre­men ist das unsäg­lich. Ein wich­ti­ger Bei­trag zur Ent­wick­lung einer huma­nen Iden­ti­tät wäre auch ein akzep­tie­ren­der Umgang mit den eige­nen und frem­den „Stig­ma­ta“, mit den Abwei­chun­gen von der angeb­li­chen Nor­ma­li­tät der Mehr­heit. Rechts­extre­me betrei­ben, wie gezeigt, das Gegenteil.

Die Rechts­po­pu­lis­ten und Rechts­extre­men pro­pa­gie­ren die Zuge­hö­rig­keit zu einer ein­zi­gen eth­nisch homo­ge­nen Groß­grup­pe als den allein glück­lich machen­den Weg zur Iden­ti­tät. Dabei wird mit einer auf­fäl­li­gen Pene­tranz die Über­le­gen­heit der eige­nen Groß­grup­pe über ande­re Grup­pen betont und skan­diert: „Ame­ri­ca first!“, „Unser Land zuerst!“, „Zuerst Ita­li­en und die Ita­lie­ner“, „Ungarn an ers­ter Stel­le!“, „Bri­tain first!“, „Les Fran­çais d’a­bord!“ usw., usw.. Das rela­ti­viert sich eigent­lich wech­sel­sei­tig. Man kann sich das Gedrän­ge vor­stel­len, wenn alle Rechts­extre­men auf einem Platz ver­sam­melt wären. Orbáns Pro­gramm ist von dem der Iden­ti­tä­ren nicht zu unter­schei­den. Orbán ist erklär­tes Vor­bild für Kickl. Auch in Putins Russ­land herrscht ein Kon­zept von Iden­ti­tät – expli­zit nach­les­bar bei Putins Hof­phi­lo­so­phen Alex­an­der Dugin –, bei dem die Grö­ße des Lan­des alles ist und die Wür­de des ver­letz­li­chen Indi­vi­du­ums nichts. Dass unse­re Rechts­extre­men alle „Russ­land­ver­ste­her“ sind, ver­steht sich fast von selbst. Auch im Kampf gegen die „Gen­der-Ideo­lo­gie“ sind inzwi­schen alle vereint.

Die Iden­ti­tä­ren haben auch den egriff des „Eth­no­plu­ra­lis­mus“ geschaf­fen, wel­cher sich erst ein­mal harm­los und aka­de­misch anhört, aber nichts ande­res meint, als dass es ver­schie­de­ne Eth­ni­en gibt, die aber bit­te getrennt leben und sich nicht ver­mi­schen sol­len. Das domi­nan­te Volk muss rein­ge­hal­ten wer­den. Donald Trump: „Ein­wan­de­rer ver­gif­ten das Blut unse­res Lan­des.“ Die Rein­zucht, von der die Iden­ti­tä­ren träu­men, kann nur gelin­gen, wenn es im Land getrenn­te Ter­ri­to­ri­en für unter­scheid­ba­re Eth­ni­en gibt, oder wenn die Ein­wan­de­rer und ihre Nach­kom­men von der domi­nan­ten Eth­nie zur Aus­wan­de­rung oder „Remi­gra­ti­on“ gedrängt werden.

Zur iden­ti­tä­ren und rechts­extre­men Rhe­to­rik gehört auch noch die behaup­te­te Bedro­hung durch einem „Bevöl­ke­rungs­aus­tausch“, den Geor­ge Sor­os oder fins­te­re Eli­ten auf Kos­ten der Ein­hei­mi­schen pla­nen. Das FPÖ-Urge­stein Andre­as Möl­zer hat immer wie­der von „Umvol­kung“ gespro­chen. Natür­lich droht allen Lohn­ab­hän­gi­gen im Kapi­ta­lis­mus immer ein Aus­ge­tauscht­wer­den, wenn ande­re Arbeits­kräf­te bil­li­ger, kom­pe­ten­ter, jün­ger sind als sie, wobei Haut­far­be und Migra­ti­ons­hin­ter­grund für die Unter­neh­mer sel­ten eine Rol­le spie­len. Das sind objek­ti­ve Mecha­nis­men, vor denen man Angst haben kann. Die Behaup­tung, dass hin­ter dem Aus­tausch ein gehei­mer Plan steht, ist aber ein neu­ro­tisch-para­no­ides Hirn­ge­spinst, das zur Auf­het­zung der Betrof­fe­nen dient.

Die Fol­gen einer Iden­ti­täts­po­li­tik durch eth­ni­sche Säu­be­rung haben wir in den 90er Jah­ren in Jugo­sla­wi­en und in Ruan­da, kürz­lich auch in Myan­mar erlebt. Für die geplan­te „Remi­gra­ti­on“ hat­te Mar­tin Sell­ner auf der denk­wür­di­gen rech­ten Tagung in Pots­dam im Novem­ber 2023 schon einen Stu­fen­plan vor­ge­legt. Ziel­land soll Nord­afri­ka wer­den. Der Iden­ti­täts­wahn ist nicht nur unprak­ti­ka­bel und lebens­ge­fähr­lich. Er hat offen­bar auch die Fähig­keit zum Kopf­rech­nen ver­nich­tet. Ein Vier­tel der Bewoh­ner von Deutsch­land hat einen Migra­ti­ons­hin­ter­grund. Wenn man die gemisch­ten Part­ner­schaf­ten, Freun­de und Unter­stüt­zer hin­zu­zählt, sind es noch ein­mal viel mehr. Wohin mit all denen? Mit den Mil­lio­nen von Men­schen, die Anfang 2024 gegen das rechts­extre­me Pro­jekt auf die Stra­ße gin­gen, hat­ten Sell­ner und sei­ne Unter­stüt­zer in AfD und FPÖ nicht gerechnet.

„Man hat es wissen können.“

Zu Beginn der Amts­zeit von Donald Trump haben 27 bekann­te Psy­cho­lo­gIn­nen und Psych­ia­te­rIn­nen in den USA davor gewarnt, dass mit Trump ein Mann mit den Cha­rak­ter­zü­gen eines bös­ar­ti­gen („mali­gnen“) Nar­ziss­mus und mit aso­zia­len Nei­gun­gen ins Prä­si­den­ten­amt kom­men wür­de. Man hat die Exper­tIn­nen kri­ti­siert, weil sie damit gegen eine älte­re Regel (die „Gold­wa­ter Rule“) ver­sto­ßen hät­ten, die besagt, dass man über leben­de Poli­ti­ker in der Öffent­lich­keit kei­ne psy­cho­lo­gi­schen oder psych­ia­tri­schen Dia­gno­sen ver­brei­ten darf. Außer­dem wis­se man noch gar nicht, wie sich die kri­ti­sier­ten Eigen­schaf­ten in der rea­len Amts­füh­rung zei­gen wür­den. Es wer­de viel­leicht nicht so schlimm. Nach­her kam aber alles noch viel schlim­mer. Inzwi­schen weiß dank Trump die gan­ze Welt, was bös­ar­ti­ger Nar­ziss­mus ist. Die men­schen­feind­li­chen Züge des neu­en Rechts­extre­mis­mus und die psy­cho­lo­gi­schen Tricks, mit denen Her­bert Kickl das Publi­kum zur einer Selbst­er­hö­hung sowie zur Ernied­ri­gung und Ver­fol­gung ande­rer ein­lädt, sind jetzt schon gut sicht­bar und erklär­bar. So kom­pli­ziert sind die Tricks, die an unse­re nied­rigs­ten Instink­te appel­lie­ren, nicht.

Es ste­hen in Öster­reich wie auch in den USA und Deutsch­land Wah­len an. Man soll­te vor­her wis­sen, wes Geis­tes Kind der ange­kün­dig­te Volks­kanz­ler oder Erlö­ser ist, bei dem man sein Kreuz macht. Psy­cho­lo­gIn­nen und Psy­cho­the­ra­peu­tIn­nen kön­nen und soll­ten öffent­lich den rechts­extre­men und iden­ti­tä­ren Ungeist benen­nen, der nicht nur die Demo­kra­tie, son­dern auch die Gesund­heit von Men­schen gefährdet.

Klaus Otto­mey­er, geb.1949, ist Sozi­al­psy­cho­lo­ge und Psy­cho­the­ra­peut. Er war bis 2013 Ordent­li­cher Pro­fes­sor an der Uni­ver­si­tät Klagenfurt.

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