Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeitrag
  • Materialien
  • Rezension

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Dokumentation | Materialien

Lesezeit: 5 Minuten

Lügen-Lüth, die AfD und die FPÖ

Das war am Montag dieser Woche ein veritabler Paukenschlag, als „Die Zeit“ in einer Vorabmeldung zur Doku von ProSieben „Rechts.Deutsch.Radikal.“ verdeckt gefilmte Aussagen des AfD-Mannes Christian Lüth veröffentlichte. Lüths Aussage, „je schlechter es Deutschland geht, desto besser für die AfD“, war, verglichen mit seinen Gewaltphantasien, noch relativ harmlos.

30. Sep. 2020
Christan Lüth hat nach Bekanntwerden seiner Aussagen seinen Twitter-Account gelöscht
Christan Lüth hat nach Bekanntwerden seiner Aussagen seinen Twitter-Account gelöscht

In der etwa zweistündigen Doku über die rechtsextreme Szene in Deutschland war ein Treffen in einer Berliner Bar zwischen der mittlerweile von der rechten Szene ausgestiegenen YouTuberin Lisa Licentia und dem damaligen Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Christian Lüth, zweifellos jener Moment, auf den viele nach dem Zeit-Artikel gewartet hatten. Anders als im Artikel wurde in der Doku Lüths Name nicht genannt; durch das Outing über „Die Zeit“ war Lüth seinen Parteiposten innerhalb kürzester Zeit los.

Das, was als Gedächtnisprotokoll im Off zu dem in der Bar mitgefilmten Treffen zu hören war, versetzte wohl auch manche in der AfD in Schnappatmung:

Lisa Licentia: „Worum geht es?“

Christian Lüth: „Es geht erstmal um den Erhalt der Partei. AfD ist wichtig.

Lisa Licentia: „Ja.“

Christian Lüth: „Je schlechter es Deutschland geht, desto besser für die AfD. Das ist natürlich scheiße, auch für unsere Kinder. Aber wahrscheinlich erhält uns das. Wenn jetzt alles gut laufen würde, dann wäre die AfD bei drei Prozent. Deshalb müssen wir uns eine Taktik überlegen zwischen: Wie schlimm kann es Deutschland gehen? Und: Wieviel können wir provozieren? Und dazwischen müssen wir kommunizieren. Sehr schwierig.“

Lisa Licentia: „Vor allem klingt das so, als ob es in deinem Interesse wäre, dass noch mehr Migranten kommen.“

Christian Lüth: „Ja, weil dann geht es der AfD besser. Wir können nachher immer noch alle erschießen. Das ist überhaupt kein Thema. Oder vergasen, oder wie du willst. Mir egal! Aber jetzt, wo die Grenzen immer noch offen sind müssen wir dafür sorgen, solange die AfD noch ein bisschen instabil ist und ein paar Idioten da antisemitisch rumlaufen, müssen wir dafür sorgen, dass es Deutschland schlecht geht.“

Zwischendurch, so ist der Doku zu entnehmen, telefonierte Lüth immer wieder – auch mit dem Fraktionsvorsitzenden (in Österreich „Klubobmann“) Alexander Gauland, als dessen Vertrauter der zuerst für die FDP, dann ab Parteigründung für die AfD tätige Lüth gegolten hatte. Besprochen wurde das Wording zu dem sich abzeichnenden schlechten Ergebnis der AfD bei der damals gerade laufenden Auszählung der Bürgerschaftswahl in Hamburg. „Wir werden die Opferrolle spielen und werden sagen: Hanau mit der linksversifften Presse ist ne Unverschämtheit.“

Lüths Strategie, die er Gauland geraten hatte, setzten der und seine Parteikumpanen dann auch prompt um.

Was in Hamburg schwierig gewesen sei, sagte dann Gauland am Montag: Die AfD sei „in einer Weise ausgegrenzt“ worden, es sei gegen sie „eine Hetze betrieben“ worden, „wie ich das bisher nicht für möglich gehalten habe“. Von einer „maximalen Ausgrenzung der AfD“ sprach der Hamburger Spitzenkandidat Dirk Nockemann. (welt.de, 24.2.20)

Zwei Monate später, im April 2020, wurde Lüth als Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion beurlaubt, weil bekannt geworden war, dass er sich in Chats mehrfach als „Faschist“ bezeichnet und stolz auf seine „arische“ Abstammung verwiesen hatte. Angestellt bei der Partei war er weiterhin. Nur wenige Tage vor seinem endgültigen offiziellen Aus wurde seine Beurlaubung zu einer dauerhaften Enthebung aus seiner einflussreichen Funktion – angeblich war die Partei dabei, für ihn eine neue Funktion zu finden. Das muss sie nun nicht mehr. Einige werden aufatmen, denn Lüth habe als unzuverlässig gegolten und sei daher unter dem Spitznamen „Lügen-Lüth“ bekannt gewesen.

Lüth zu Ibiza: "Pseudoskandal" - den Tweet löschte er wieder
Lüth zu Ibiza: „Pseudoskandal“ – den Tweet löschte er wieder

Vor dem Hintergrund der hohen Funktion, die Lüth innerhalb der AfD inne hatte, ist das erste Statement aus der Partei via Twitter wohl als Panikreaktion zu bezeichnen, und die heißt dreistes Leugnen:

Herr Lüth ist kein Mitglied der AfD und seit drei Jahren nicht mehr für die Partei tätig. Er konnte im Februar 2020 nicht für uns als Partei sprechen. Bei der Bewertung seiner von ZEIT ONLINE wiedergegebenen Aussagen kann es wohl keine zwei Meinungen geben.

AfD betreibt auf Twitter Kindesweglegung
AfD betreibt auf Twitter Kindesweglegung
Christan Lüth hat nach Bekanntwerden seiner Aussagen seinen Twitter-Account gelöscht
Christan Lüth hat nach Bekanntwerden seiner Aussagen seinen Twitter-Account gelöscht

In der Doku zu sehen sind auch Szenen aus einer Diskussionsveranstaltung, zu der die AfD in den Bundestag geladen hatte. Mit dabei am Podium war der aus Deutschland nach Innsbruck gewechselte Soziologe Michael Ley, der wegen seiner islamfeindlichen Haltung auch von der FPÖ hofiert wird. Da sichtete das scharfe (und geschulte) Auge von FIPU auch einen aus Wien altbekannten Herrn: Thomas Hüttner, noch stellvertretender Klubobmann der FPÖ Donaustadt, einst Chefredakteur des rechtsextremen „Der Eckart“.

Im Jänner war im Zuge des Besuchs von Herbert Kickl bei der FPÖ-Schwesterpartei in Berlin bekannt geworden, dass ehemalige Mitarbeiter der gerade aus der Regierung geflogenen FPÖ in der AfD-Bundestagsfraktion angeheuert hätten, um dort ihre „Expertise“ einzubringen – darunter sei ein Ex-Kabinettsmitarbeiter der FPÖ-Ex-Sozialministerin Hartinger-Klein. Das träfe jedenfalls auf Thomas Hüttner zu.

Thomas Hüttner (2. von rechts) in der PRO7-Doku; Mann auf der linken Seite könnte Christian Lüth sein
Thomas Hüttner (2. von rechts) in der PRO7-Doku; Mann auf der linken Seite könnte Christian Lüth sein
Thomas Hüttner (1. von rechts) in der PRO7-Doku
Thomas Hüttner (1. von rechts) in der PRO7-Doku

Bei der Pressekonferenz, die Herbert Kickl in Berlin mit Alice Weidel und Alexander Gauland hielt, war zwar Thomas Hüttner nicht zu sehen, dafür aber Christian Lüth. Kickl betonte damals, die Zusammenarbeit mit der AfD vertiefen zu wollen. Und was sagt die FPÖ nun zu den auch in Österreich diskutierten Vorfällen in ihrer deutschen Schwesterpartei? Es herrscht Schweigen im Walde! Aber auch das ist vielsagend.

Alice Weidel, Herbert Kickl, Alexander Gauland, Christian Lüth bei Pressekonferenz am 28.1.20 in Berlin (Screenshot FPÖ TV)
Alice Weidel, Herbert Kickl, Alexander Gauland, Christian Lüth bei Pressekonferenz am 28.1.20 in Berlin (Screenshot FPÖ TV)

Interview mit dem Macher der Doku Thilo Mischke – inklusive Bar-Szene mit Christian Lüth

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Dokumentation, Materialien
Schlagwörter: AfD | FPÖ | Identitäre | Neonazismus/Neofaschismus | Österreich | Politische Bildung/Aufklärung | Rassismus/Antimuslimischer Rassismus | Weite Welt

Beitragsnavigation

« Sellner blitzt beim Wiener Handelsgericht ab
Der Bürgerkriegspräsident und seine Stiefeltruppen »

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter