Wochenschau KW 15/20

Sehr kurz ist dies­mal unser Rück­blick auf die let­zte Woche – die Coro­na-Krise dominiert ver­ständlicher­weise die gesamte Medi­en­berichter­stat­tung. Aufge­blitzt ist eine Mel­dung aus Oberöster­re­ich, wonach bei einem Müh­lviertler eine Waf­fen­samm­lung gefun­den wurde, die in ihrer Dimen­sion so ziem­lich alles bish­er Dagewe­sene schlägt.

Rainbach/OÖ: Waf­fe­narse­nal sichergestellt
Mau­thausen Komi­tee (MKÖ): 2020 nur virtuelles Erinnern

Rainbach/OÖ: Waf­fe­narse­nal sichergestellt

Es ist eine weit­ere Geschichte, die sich in einem öster­re­ichis­chen Keller abspielt, genauer gesagt, in einem Müh­lviertler Keller. Ein 65-jähriger Pen­sion­ist dro­hte sein­er Ex-Fre­undin mit einem Killer und ein­er Schuss­waffe, die er immer bei sich trüge, nach­dem sie ihre langjährige Affäre der Ehe­frau des Mannes gesteckt hat­te. Die der­maßen eingeschüchterte Ex-Fre­undin marschierte zur Polizei und zeigte den Mann an. Die Cobra rück­te aus und fand ein Waf­fe­narse­nal, das dazu geeignet sei, die gesamte oberöster­re­ichis­che Polizei für etwa vier Jahre auszustatten.

Nach bish­erigem Ermit­tlungs­stand wurde Fol­gen­des sichergestellt und in drei Klein-Lkw abtransportiert:

• mehr als 1 Mil­lion Stück Muni­tion aller Kaliber
• min­destens 20 vol­lau­toma­tis­che Waffen
• min­destens 100 Faustfeuerwaffen
• min­destens 30 Lang­waf­fen (u.a. auch Scharfschützengewehre)
• min­destens 100 Schalldämpfer (laut Angaben des Beschuldigten sel­ber hergestellt) (Lan­despolizei­di­rek­tion Oberöster­re­ich, 6.4.20)

Waffenarsenal in Rainbach/Mühlkreis (© LPD OÖ)

Waf­fe­narse­nal aus Rainbach/Mühlkreis (© LPD OÖ)

Was der Mann mit den Waf­fen gemacht hat, ob er damit auch gehan­delt hat, ist der­weilen unklar. „Er will das Lager nur aus Sam­mellei­den­schaft angelegt haben“, sagt Ulrike Bre­it­ened­er, Sprecherin der Staat­san­waltschaft Linz, zum VOLKSBLATT. An sein­er Darstel­lung wür­den aber berechtigte Zweifel beste­hen, Abnehmer des Mannes habe die Polizei aber noch nicht aus­forschen kön­nen.“ (Oberöster­re­ichis­ches Volks­blatt, 8.4.20)

Mau­thausenkomi­tee (MKÖ): 2020 nur virtuelles Erinnern

75 Jahre nach Befreiung des KZ Mau­thausen und sein­er Außen­lager kön­nen die Gedenk­feiern erst­mals nicht vor Ort stat­tfind­en. Stattdessen lädt das MKÖ ab dem 26. April zum virtuellen Gedenken.

Virtuelle Befreiungs­feier 2020 „Men­schlichkeit ohne Grenzen”

Seit 1946 wer­den die Gedenk- und Befreiungs­feiern in der KZ-Gedenkstätte Mau­thausen und an Orten der ehe­ma­li­gen Außen­lager von den Über­leben­den bzw. deren Ver­bän­den organ­isiert und durchge­führt. Die ersten Über­leben­den, die in größeren Grup­pen nach Mau­thausen zurück­kehrten, waren franzö­sis­che KZ-Über­lebende. Neben den Fran­zosen kamen aus sehr vie­len anderen Natio­nen regelmäßig Grup­pen für ihr nationales Gedenken nach Mau­thausen, soferne es die aktuelle poli­tis­che Lage in den jew­eili­gen Heimatlän­dern zuließ. Als Nach­fol­ge­or­gan­i­sa­tion der Öster­re­ichis­chen Lagerge­mein­schaft Mau­thausen (ÖLM) hat das Mau­thausen Komi­tee Öster­re­ich (MKÖ) diese Auf­gabe übernommen.

Auf Grund der Covid-19-Pan­demie und den damit ein­herge­hen­den Maß­nah­men der Bun­desregierung ist die Durch­führung der Inter­na­tionalen Befreiungs­feier in der gewohn­ten Form nicht möglich.

In enger Zusam­me­nar­beit mit dem Comité Inter­na­tion­al de Mau­thausen (CIM) ver­anstal­ten wir deswe­gen 75 Jahre nach der Befreiung eine Virtuelle Inter­na­tionale Befreiungs­feier mit Zeitzeug­In­nen-State­ments, Videobeiträ­gen und Musik.

Wir laden sehr her­zlich zur Teil­nahme an der Virtuellen Inter­na­tionalen Befreiungs­feier am

10. Mai 2020 von 11:00 bis 12:00 Uhr ein.

Die virtuelle Befreiungs­feier wird auf www.mkoe.at zu find­en sein.

Wir begin­nen die Virtuelle Inter­na­tionale Befreiungs­feier mit ein­er inter­na­tionalen Begrüßung und der Ver­lesung des Mau­thausen Schwurs in ver­schiede­nen Sprachen. Nach­dem weit über 90 Prozent der Opfer wed­er Deutsche noch Öster­re­ich­er waren, hat für uns das Gedenken an die Opfer des Konzen­tra­tionslagers Mau­thausen und sein­er Außen­lager einen inter­na­tionalen Stellenwert.

Nach der Begrüßung von MKÖ-Vor­sitzen­den Willi Mernyi und den Worten des CIM-Präsi­den­ten Guy Dock­endorf fol­gen Videostate­ments zum the­ma­tis­chen Schw­er­punkt „Men­schlichkeit ohne Gren­zen” von Über­leben­den und VertreterIn­nen aus ver­schiede­nen Län­dern, Berichte zur Befreiung und der Arbeit für ein „Niemals wieder” – umrahmt von musikalis­chen Beiträ­gen. Durch die virtuelle Befreiungs­feier begleit­en uns Mer­cedes Echer­er und Kon­stanze Breitebner.

Die Virtuelle Inter­na­tionale Befreiungs­feier wird von 26. April bis 20. Mai 2020 von virtuellen Gedenkwochen umrahmt. In dieser Zeit wer­den Kurzvideos von KZ-Über­leben­den und Zeitzeug­In­nen, mit Bericht­en von den Befreiern, State­ments von Opfer­or­gan­i­sa­tio­nen, Botschaf­terIn­nen, lokalen Gedenk-Ini­tia­tiv­en usw. gezeigt.

Gedenk- und Befreiungs­feiern 2020 in ganz Österreich

Neben der Befreiungs­feier in Mau­thausen gibt es jedes Jahr mehr als 110 Gedenkver­anstal­tun­gen an Orten ehe­ma­liger Außen­lager des KZ-Mau­thausen und anderen Orten nation­al­sozial­is­tis­chen Ter­rors in ganz Öster­re­ich. Der Großteil dieser Ver­anstal­tun­gen wird von lokalen Vere­inen und Ini­tia­tiv­en in enger Zusam­me­nar­beit mit dem Mau­thausen Komi­tee Öster­re­ich (MKÖ) organ­isiert. Zehn­tausende Men­schen set­zen jedes Jahr ein beein­druck­endes Zeichen für ein „Niemals wieder”.

Ter­minüber­sicht aller Gedenk- und Befreiungs­feiern 2020 österreichweit

Das Mau­thausen Komi­tee Öster­re­ich (MKÖ) hat im Jahr 2000 das Ver­mächt­nis der Über­leben­den des KZ Mau­thausen über­nom­men, in dessen Mit­telpunkt die Losung „Niemals wieder!” ste­ht. Es ist mit seinen Aktiv­itäten öster­re­ich­weit tätig und in inter­na­tionalen sowie nationalen Net­zw­erken aktiv und medi­al präsent.

Trotz der finanziellen Unter­stützung durch die KZ-Gedenkstätte und die Bun­deslän­der sind die Kosten für die Organ­i­sa­tion und Durch­führung der Gedenk- und Befreiungs­feiern bei weit­em nicht gedeckt. Wir laden daher ein, mit ein­er Spende ein Zeichen zu set­zen und somit unsere Arbeit weit­er zu ermöglichen. (MKÖ-Spendenkon­to, AT62 1400 0100 1067 4528).

Mit der „Mau­thausen-Außen­lager-App” des MKÖ ste­hen Infor­ma­tio­nen, Fotos und Videos zur Geschichte des Lagerkom­plex Mau­thausen kosten­los für alle zur Ver­fü­gung. Nicht nur dig­i­ta­laffine Jugendliche, son­dern auch his­torisch Inter­essierte aller Alters­grup­pen haben nun die Möglichkeit, alle Orte der KZ-Außen­lager virtuell zu besuchen.

Wir freuen uns auf zahlre­iche Teil­nahme an der Inter­na­tionalen Befreiungsfeier.