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Freiheitliche Arbeitnehmer: Kein Hammer in der Kammer

Am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de lief in Wien der außer­or­dent­li­che Bun­des­tag der Frei­heit­li­chen Arbeit­neh­mer (FA) über die Büh­ne. Der alte und zuvor abge­wähl­te Bun­des­ob­mann wur­de zum neu­en gewählt, der inte­ri­mis­ti­sche hin­ge­gen ist kurz­fris­tig abge­taucht. Buch­stäb­lich! In Tirol befin­den sich die Frei­heit­li­chen Arbeit­neh­mer im Sta­di­um der Auf­lö­sung, und in Ober­ös­ter­reich geht es ihnen auch nicht wirk­lich gut.

24. Okt. 2018
FA: Hammer in der Kammer
FA: Hammer in der Kammer

Am Tag vor sei­ner Wie­der­wahl gab es für den alten Bun­des­ob­mann der Frei­heit­li­chen Arbeit­neh­mer, Bern­hard Rösch, noch einen Bur­gen­land-Aus­flug mit Emp­fang in Rust und einer Schiff­fahrt auf dem Neu­sied­ler­see mit Tänz­chen und Prös­ter­chen. „Auf gro­ßer Fahrt“, beti­tel­te der bur­gen­län­di­sche Pri­vat-TV-Sen­der BKF sei­nen ein­schlä­fern­den Bericht über den Aus­flug der Frei­heit­li­chen Arbeit­neh­mer. Naja!

Freiheitliche Arbeitnehmer auf großer Fahrt (Screenshot Sender BKF)
Frei­heit­li­che Arbeit­neh­mer auf gro­ßer Fahrt (Screen­shot Sen­der BKF)

Tags dar­auf, am 21. Okto­ber, wur­de Bern­hard Rösch, der bis Ende Mai regu­lä­rer Bun­des­ob­mann der FA war, wie­der­ge­wählt. Unter bemer­kens­wer­tem Schwei­gen sei­ner Orga­ni­sa­ti­on! Kei­ne Aus­sendung zur Wahl, zum alten und neu­en Prä­si­den­ten, zum Wahl­er­geb­nis. Die FA Kärn­ten berich­te­ten auf ihrer Face­book-Sei­te nur knapp, dass „auch die Kärnt­ner Dele­gier­ten (…) ihr Stimm­recht“ am außer­or­dent­li­chen Bun­des­tag wahr­ge­nom­men hät­ten. Wenn der Vor­gang, dass „auch“ die Dele­gier­ten aus Kärn­ten ihr Stimm­recht wahr­ge­nom­men haben als ein­zi­ges Ereig­nis vom außer­or­dent­li­chen Bun­des­tag berich­tens­wert ist, dann dürf­te es grö­ße­re Pro­ble­me geben.

FA Kärnten am ao. Bundestag
FA Kärn­ten am ao. Bundestag

Die FA Ober­ös­ter­reich lie­fer­ten zum außer­or­dent­li­chen Bun­des­tag auf Face­book ein wun­der­schön mon­tier­tes Foto ab mit der Inschrift „Die Ober­ös­ter­rei­cher im Bun­des­vor­stand“ und dem erläu­tern­den Text: „Mit unse­rem Lan­des­ob­mann Ger­hard Knoll, Rudolf Kroiß und Patrick Hol­län­der sind zukünf­tig drei erfah­re­ne Ver­tre­ter im Bun­des­vor­stand vertreten!“

Was der Text nicht ver­rät, stand in der „Kro­ne“ (OÖ-Aus­ga­be, 21.10.2018): Der Lan­des­ob­mann Ger­hard Knoll war gar nicht auf dem außer­or­dent­li­chen Bun­des­tag, son­dern auf Tauch­ur­laub in Ägyp­ten. Die­ser Umstand erspar­te ihm mög­li­che Pein­lich­kei­ten am Bun­des­tag. Viel­leicht hät­te es doch irgend­wel­che vor­lau­ten Dele­gier­ten mit fre­chen Fra­gen geben können?

Schließ­lich war Ger­hard Knoll vor eini­gen Mona­ten ja mit einem äußerst knap­pen Ergeb­nis und ohne Gegen­kan­di­da­ten zum Bun­des­ob­mann gewählt wor­den, wobei die Wahl dann vom Bun­des­ver­eins­ge­richt der FA als irre­gu­lär auf­ge­ho­ben wur­de und der frisch gewähl­te Knoll als Bun­des­ob­mann wie­der abtre­ten muss­te und durch den inte­ri­mis­tisch agie­ren­den alten Bun­des­ob­mann ersetzt wur­de. Der nütz­te die Chan­ce und beför­der­te sei­nen Kon­kur­ren­ten Knoll zum Gene­ral­se­kre­tär, wäh­rend die­ser, statt wegen der irre­gu­lä­ren Wahl selbst sank­tio­niert zu wer­den, lie­ber sei­ne Kri­ti­ker in OÖ, dar­un­ter sei­nen Amts­vor­gän­ger als Lan­des­ob­mann, sank­tio­nier­te und aus­schloss (s. Bericht 4. Akt!) .

Am außer­or­dent­li­chen FA-Bun­des­tag lief die Wahl nicht so wie im Mai geschmiert, aber glatt ab. Man­gels offi­zi­el­ler Berich­te kön­nen wir nicht ein­mal ver­läss­lich sagen, ob der Bur­schen­schaf­ter Rösch dies­mal 100 Pro­zent erhal­ten hat und ob die „stan­ding ova­tions“, die ihm im Mai zum trau­ri­gen Abschied ver­ab­reicht wur­de, von den Dele­gier­ten rück­ab­ge­wi­ckelt wurden.

„Glatt“ stimmt lei­der auch nicht. Da wäre näm­lich noch Tirol! Die Frei­heit­li­chen Arbeit­neh­mer in Tirol haben sich näm­lich im Vor­feld des außer­or­dent­li­chen Bun­des­ta­ges noch schnell selbst zer­legt – und zwar so ziem­lich kom­plett. Die vier Arbei­ter­kam­mer-Man­da­ta­re sind aus der FPÖ und auch aus der FA-Frak­ti­on aus­ge­tre­ten, wobei ihr Frak­ti­ons­chef „wegen der unso­zia­len Poli­tik“ der FPÖ schon seit Mai abgän­gig und mit einem Zwei­ten mitt­ler­wei­le zur Frak­ti­on ÖAAB — FCG über­ge­tre­ten ist.

Das bedeu­tet: kei­ne FA-Man­da­ta­re in der AK Tirol. Der „Ham­mer in der Kam­mer“ (FA-Slo­gan bei der letz­ten AK-Wahl) hat sich selbst kräf­tig auf die Fin­ger geklopft. Der Schmerz hat die FPÖ in Per­son ihres „Lan­des­par­tei­ge­ne­ral­se­kre­tärs“ und Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Patrick Haslwan­ter nicht ruhen las­sen, und so rich­te­te er im Vor­feld des außer­or­dent­li­chen Bun­des­ta­ges den Frei­heit­li­chen Arbeit­neh­mern aus, dass sie in Zukunft in Tirol Ver­gan­gen­heit sein wür­den, weil die FPÖ Tirol näm­lich mit einer „ech­ten frei­heit­li­chen Arbeit­neh­mer­ver­tre­tung“ antre­ten wür­de. Wer wäre bes­ser dafür geeig­net als der „Lan­des­par­tei­ge­ne­ral­se­kre­tär“? Eben! Nie­mand! Und so kür­te sich die­ser gleich zum Spit­zen­kan­di­da­ten der Par­tei FPÖ für die Arbei­ter­kam­mer­wahl 2019.

Viel Blau bei den FA Tirol
Viel Blau bei den FA Tirol

Die Dele­gier­ten zum außer­or­dent­li­chen Bun­des­tag der FA dürf­ten das Todes­glöck­lein aus Tirol deut­lich ver­nom­men haben und sind viel­leicht des­halb in tie­fes Schwei­gen ver­fal­len. Uns bleibt einst­wei­len nur die Mög­lich­keit zu applau­die­ren und „Wei­ter so!“ zu rufen. Den „Lan­des­par­tei­ge­ne­ral­se­kre­tär“, Land­tags­ab­ge­ord­nen und neu­en FPÖ-Arbeit­neh­mer­ver­tre­ter Patrick Haslwan­ter wer­den wir dem­nächst vorstellen.

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