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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Lesezeit: 2 Minuten

Wien: 18 Monate für braunen Rapid-Fan

Grün-Weiß sind eigent­lich die Ver­eins­far­ben von Rapid Wien. Eini­ge Rapid-Fans bevor­zu­gen aber brau­ne Farb­tö­ne. Han­nes S. etwa. 2013 hat er schon eine beding­te Haft­stra­fe wegen Wie­der­be­tä­ti­gung aus­ge­fasst. Jetzt stand er vor einem Wie­ner Geschwo­re­nen­ge­richt, weil er am 13. August 2016 nach einem Match, das Rapid Wien gegen Admi­ra Wacker mit 4:0 gewon­nen hat, im Alli­anz-Sta­di­on den Hit­ler­gruß gezeigt hat. Mehrmals.

23. Aug. 2017

Wie der „Stan­dard“ in sei­nem Pro­zess­be­richt schreibt, ist Han­nes S. nach eige­nen Anga­ben seit 21 Jah­ren Rapid-Fan, seit 15 Jah­ren bei den Ultras. Seit wie vie­len Jah­ren er im brau­nen Sumpf her­um­wa­tet, ist ihm weni­ger prä­sent. Es dürf­ten aber auch schon etli­che sein.

2013 wur­de Han­nes S. jeden­falls schon ein­mal wegen Wie­der­be­tä­ti­gung ver­ur­teilt. Er hat­te am 20. April dem „lie­ben Adi“ zum Geburts­tag gra­tu­liert und mit „Gruß 88“ unter­schrie­ben. Die „88“ liebt der Han­nes! 2011 warn­te er sei­ne „Kam­mer­aden und innen (sic!) vor „edli­chen Ver­rä­tern“, die ihn als „brau­nen Bru­der“, der bei einem Sicher­heits­dienst arbei­tet, denun­ziert hät­ten. Das empör­te den Han­nes gewal­tig, hin­der­te ihn aber nicht dar­an, sein Pos­ting mit „Gruss 88“ zu beenden.

Nach sei­ner Ver­ur­tei­lung wegen der Geburts­tags­wün­sche an den „lie­ben Adi“ ließ er sich eine „88“ im Lor­beer­kranz auf sei­nen rech­ten Hand­rü­cken täto­wie­ren: ein sehr belieb­tes, wenn auch ziem­lich ein­fäl­ti­ges Motiv bei Neo­na­zis. Die­se „88“ in Lor­beer auf dem Hand­rü­cken will der Han­nes aber dem Grün­dungs­jahr der „Ultras“ zuge­schrie­ben wis­sen. Das wäre bei ihm die ers­te NS-freie Ver­wen­dung des ein­schlä­gi­gen Zahlenpaars.

Die Geschwo­re­nen woll­ten ihm das nicht so recht abneh­men. Dar­an sind ver­mut­lich auch sei­ne ins­ge­samt zehn Vor­stra­fen mit­schul­dig, ande­rer­seits sein offen­her­zi­ges Schuld­be­kennt­nis beim Hit­ler­gruß: „Ich hab mir nix dabei gedacht. Das war nur so eine 08/15-Akti­on“, zitiert ihn „heu­te“ (22.8.2017).

Han­nes, der zuletzt arbeits­los war, wur­de zu 18 Mona­ten unbe­dingt ver­ur­teilt. Das Urteil ist bereits rechts­kräf­tig. In sei­nem Freun­des- bzw. Kame­ra­den­kreis kur­siert der­zeit statt der „88“ die „69“. Hin­ter die­ser Zah­len­kom­bi­na­ti­on mit dem Zusatz „Team“ ver­sam­meln sich auf Face­book unter zahl­rei­chen Able­gern etli­che von denen, die die „88“ nicht unter dem Aspekt des Grün­dungs­jah­res der Rapid-Ultras betrachten. 

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Schlagwörter: Neonazismus/Neofaschismus | Österreich | Rechtsextremismus | Verbotsgesetz | Wien

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