Wien: 200 Euro für Pensi-Posting auf Straches FB-Seite

Den Ton für das Hetz-Konz­ert hat Stra­che anges­timmt. Als im Juli 2016 ein afghanis­ch­er Asyl­wer­ber seine Ex-Fre­undin mit einem Mess­er schw­er ver­let­zt, meldet sich Stra­che zunächst per Presseaussendung und dann auch auf sein­er Face­book-Seite mit hefti­gen Sprüchen zu Wort. Wie immer in solchen Fällen ken­nen seine Fans danach kein Hal­ten mehr. Eine 73-jährige Pen­sion­istin beteiligte sich an der Het­z­musik und zeigte auch vor Gericht keine Reue.

Wer eine wehrlose Frau der­art bru­tal nie­der­met­ztelt (sic!), hat selb­stver­ständlich sein Recht ver­wirkt, in der Bun­de­shaupt­stadt weit­er auf unsere Kosten zu leben und um hun­dert­tausende Euro aus dem Steuer­topf im Gefäng­nis durchge­füt­tert zu wer­den“, schrieb Stra­che in sein­er Presseaussendung vom 14. Juli 2016, sprach von ein­er „fast auss­chließlich importierte(n) Krim­i­nal­ität in Wien“ und forderte die Abschiebung des „Messer­stech­ers“ mit der ersten Her­cules, weil „solche Gewalt­täter (…) keine Minute länger im Land bleiben (dür­fen) als unbe­d­ingt notwendig“. Ermit­tlun­gen, Anklage, Prozess, Urteil, Rechtsstaat? Nicht unbe­d­ingt notwendig!

Die Stra­che-Fans wis­sen, wie sie solche Sprüche zu inter­pretieren haben. „Stra­che-Fans legten darauf hin auf dessen Face­book-Pro­fil das eine oder andere Schäuferl nach“, heißt es im ORF-Bericht. Die Pen­sion­istin, die sich am Dien­stag vor dem Lan­des­gericht Wien wegen Ver­het­zung ver­ant­worten musste, ist Teil dieser Fan-Gemeinde. Sie postete: „

Eine Hercules (C-130K) des Österreichischen Bundesheeres - damit sollen laut Strache "Messerstecher" abgeschoben werden und laut der Angeklagten "dann über ihrer Heimat aus dem Flieger" geworfen werden.

Eine Her­cules (C‑130K) des Öster­re­ichis­chen Bun­desheeres — damit sollen laut Stra­che „Messer­stech­er” abgeschoben wer­den und laut der Angeklagten „dann über ihrer Heimat aus dem Flieger” gewor­fen wer­den. — Bildquelle: Wiki­me­dia, gemeinfrei.

Vor Gericht wollte sie sich zunächst nicht erin­nern, dann erk­lärte sie auf Nach­frage des Richters: „Wenn es dort ste­ht, wird es so sein“. Dann tat ihr die Aus­sage kurzfristig leid, dann wieder nicht: „Es tut mir nicht leid, was ich geschrieben habe“. Mit dem Urteil von 200 Euro Geld­strafe wäre die Pen­sion­istin eigentlich ziem­lich milde bedi­ent, aber sie über­legt noch – die Staat­san­waltschaft auch, das Urteil ist daher nicht rechtskräftig.