Linz: Nicht ohne Narben sterben!

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Fast hät­te es der Rechts­au­ßen unter den katho­li­schen Bischö­fen, Andre­as Laun, geschafft, sich zu den rechts­extre­men Abend­land­ver­tei­di­gern in Linz zu gesel­len, doch dann folg­te er zwar nicht einer gött­li­chen Ein­ge­bung, aber der sei­nes Erz­bi­schofs und blieb dem Kon­gress fern. Eigent­lich scha­de, denn Laun hät­te gut auf die Red­ne­rIn­nen­lis­te gepasst. So muss­te Hofers Mann fürs Gro­be, Her­bert Kickl, als Auf­putz für den Kon­gress herhalten.

Meh­re­re tau­send Men­schen haben am Sams­tag nach Linz um gegen den Kon­gress in den Redou­ten­sä­len zu demons­trie­ren. Die schwarz­blaue Lan­des­re­gie­rung hat­te näm­lich kein Pro­blem damit, die Räum­lich­kei­ten an Rechts­extre­me zu ver­ge­ben. Lan­des­haupt­mann Püh­rin­ger bemüh­te sogar die Mei­nungs- und Ver­samm­lungs­frei­heit, um den rechts­extre­men Kon­gress in den Reprä­sen­ta­ti­ons­räum­lich­kei­ten des Lan­des Ober­ös­ter­reich zu rechtfertigen.

Vor eini­gen Jah­ren hat das bei Josef Püh­rin­ger noch ganz anders geklungen:

„Ich sage auch noch­mals in aller, aller Klar­heit wir dul­den null Spiel­raum, null Aus­nüt­zen von Spiel­raum zuguns­ten von sol­chen Grup­pen. Wir wol­len nicht ein Land der Nazis, oder der Neo­na­zis sein, wir arbei­ten ganz in die ande­re Rich­tung“ (ORF The­ma, 29.01.2007).

So aber durf­te sich Hofers Wahl­kampf­lei­ter Kickl gegen die Gleich­stel­lung von Homo­se­xu­el­len aus­spre­chen, die als „fort­pflan­zungs­feind­li­che Ideo­lo­gie (…) den Erhalt des Vol­kes“ gefähr­de – wie der ORF berich­tet. Man sieht, die FPÖ braucht kei­nen Ver­gleich mit den ande­ren Rechts­extre­men zu scheu­en! Hat sich Kickl eigent­lich auch über den Bür­ger­krieg, der laut Stra­che „nicht unwahr­schein­lich“ ist, mit sei­nen Kame­ra­den, die den Bür­ger­krieg her­bei­seh­nen, unter­hal­ten? Denkt er wenigs­tens über die sanf­te bur­schen­schaft­li­che Ermah­nung „Ich will nicht ohne Nar­ben ster­ben“ nach? Oder hat er sich zumin­dest bei dem Schrift­künst­ler“, der vor Ort „Ehre und Treue“-Schrift­zü­ge ange­bo­ten hat, ein­ge­deckt? Wir wis­sen es nicht, weil die Öffent­lich­keit vom rechts­extre­men Rin­gen um das Abend­land nicht durch „Main­stream-Medi­en“ infor­miert wer­den durf­te. Nur Hof­be­richt­erstat­tung war zugelassen.

Info Direkt bedankt sich namens der angereisten Rechten bei Landeshauptmann (ÖVP), Bürgermeister (SPÖ) und der örtlichen Polizei.

Info Direkt bedankt sich namens der ange­reis­ten Rech­ten bei Lan­des­haupt­mann (ÖVP), Bür­ger­meis­ter (SPÖ) und der ört­li­chen Polizei.

Apro­pos Ster­ben! Der rechts­extre­me Pos­ter Karl M. hat auf Face­book vor dem Kon­gress Demons­tran­tIn­nen mit Mord bedroht, berich­te­te „heu­te“ am 27.10.2016. „…hof­fent­lich sind sie auch kugel­si­cher (…), ich wer­de MG nes­ter auf­stel­len, (…) unnö­ti­ge krea­tu­ren. Ihr gehört ent­sorgt und ich wer­de damit anfan­gen”.

Wei­te­re Infos zum Kongress:
Blog Schmet­ter­lings­samm­lung: 10 Punk­te, die wir dank des rechts­extre­men Kon­gres­ses in Linz und den Pro­tes­ten dage­gen wissen.
Bünd­nis „Linz gegen Rechts“ über den Poli­zei­ein­satz gegen den Pro­test von Schau­spie­le­rIn­nen des Lan­des­thea­ters Linz.

[edit, 15.11.2016: Screen­shot beschnitten.]