BP-Wahl: Dreck wird verbreitet!

Michaela Jasko­va und andere haben schon vorgear­beit­et. Tage bevor die Entschei­dung des Ver­fas­sungs­gericht­shofes über die Aufhe­bung der Stich­wahl für die Bun­de­spräsi­dentschaft bekan­nt­gegeben wurde, haben sie eine Falschmel­dung der beson­ders dreck­i­gen Art bre­it im Netz ver­bre­it­et. Van der Bellen sei dement, außer­dem lei­de er an Krebs und müsse sich ein­er Chemother­a­pie unterziehen.

Seit Tagen macht die Mel­dung, die durch ein (gefälscht­es) Schreiben an das Bezirks­gericht Innere Stadt, das mit (gefälschtem ) Amtsstem­pel verse­hen ist , qua­si offiz­iösen Charak­ter erhal­ten soll, die Runde. In dem Schreiben wird eine Sach­wal­ter­schaft für Alexan­der van der Bellen angeregt, weil sein „ psy­chopathol­o­gis­ch­er Sta­tus“ – dabei wird aus ein­er (fin­gierte) Diag­nose zitiert – eingeschränk­te „Kri­tik­fähigkeit und Krankheit­sein­sicht“, beein­trächtigte „Gedächt­nisleis­tun­gen“ und „erhöhte Bee­in­fluss­barkeit“ bedeuten könne.


Dreckschleud­er
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Noch nicht genug des Drecks, wird dem Präsi­dentschaft­skan­di­dat­en auch noch eine — frei erfun­dene — Kreb­serkrankung mit zahlre­ichen Metas­tasen angedichtet. Um diese Lüge glaub­hafter zu machen, wird darauf zurück­ge­grif­f­en, dass Van der Bellen Rauch­er ist. Das ange­bliche Doku­ment ist mit ein­er Unter­schrift sig­niert, aber namenlos.

Das beson­ders Wider­liche an dem Dreck, der da bre­it verteilt wird, ist, dass immer etwas hän­gen bleibt –auch bei einem Demen­ti. Die Ver­men­gung von Fak­ten (Rauch­er) und Fik­tion (Krebs) ist fies und let­ztk­las­sig, aber wirkungsvoll. Mit dem — eben­so falschen — Hin­weis auf eine Chemother­a­pie im Rudolfin­er­haus wird auch noch Klassen­medi­zin unterstellt.

Erschienen ist die Mel­dung über die „Demenz-Gerüchte“ auf der News-Seite von „Polit­i­cal­ly incor­rect“ (PI) am 27.6. 2016. Der deutsche Blog, der mit­tler­weile klar recht­sex­trem ist, läuft über eine britis­che Adresse. Ein geschick­ter Schachzug, diesen Blog für das Ein­schleusen der Mel­dung nach Öster­re­ich zu benutzen. Erfol­gre­iche straf- und zivil­rechtliche Schritte gegen die Urhe­ber wer­den dadurch schwierig gemacht, jeden­falls verzögert.


„Polit­i­cal­ly incor­rect“ und die Falschmeldung
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Noch am gle­ichen Tag wird die Face­book-Userin „Michaela Jasko­va“ aktiv, die ange­blich in Šopron (Ungarn) wohnt, aber bei den diversen recht­sex­tremen Seit­en in Öster­re­ich bestens zuhause ist. Schon merk­würdig: die Per­son mit mut­maßlich slowakischem Namen und Wohn­sitz in Ungarn hat fak­tisch nur öster­re­ichis­che und einige deutsche recht­sex­treme Fre­und­schaften auf ihrem FB-Pro­fil, aber keine ungarischen. Chris­t­ian Hoe­bart, Elmar Pod­gorschek, Hans Jörg Jenewein, Bar­bara Rosenkranz, auch Mar­tin Graf und Robert Lugar (Team Stronach) find­en sich darunter. Natür­lich auch sehr, sehr viele weit­ere FPÖ- Funk­tionäre . Ja, sog­ar der „Heil Hitler“–Mann aus Graz und einige Deutsche, die – so wie Andre Dobe Dober­mann – keine Rück­sicht auf das öster­re­ichis­che NS-Ver­bots­ge­setz nehmen .


Recht­sex­treme Freundschaften
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Um 17.10h am 27.6. lädt Michaela Jasko­va die Mel­dung von PI-News auf ihr Kon­to hoch und dann begin­nt die eigentliche Dreckar­beit. Bin­nen kurzem wird der Dreck auf viele blaue und braune Grup­pen und natür­lich auch an einzelne Per­so­n­en fein verteilt und auf deren Time­line gestellt: „Frei­heitlich für Öster­re­ich“, „Rück­tritt Bun­desregierung“, „NPÖ“ (Nation­al Partei Öster­re­ich), „Öster­re­ich­er zuerst“, „AfÖ“ (Alter­na­tive für Öster­re­ich), „Club 3 Korn­blume Öster­re­ich“, „Wir wollen Nor­bert Hofer als Bun­de­spräsi­dent“, „Unsere Blaue Seite“ und „Scharia Nein Danke“. Fast alle dieser Grup­pen haben zwis­chen 10.000 und 30.000 Mit­gliedern. Mit­tler­weile (1.7.16, 21h) ist der Dreck von Jasko­va 504 mal geteilt worden.


Jasko­va und der Club 3 Korn­blume Österreich
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Man muss also davon aus­ge­hen, dass schon alleine über die bish­eri­gen Teilun­gen von Jasko­va Hun­dert­tausende Men­schen erre­icht wur­den . Und sie ist sich­er nicht die einzige, die sich die Mel­dung von PI-News run­terge­laden hat. Auch über „hartgeld.com“ wurde der PI-Dreck an öster­re­ichis­che Adres­sat­en weit­ergeleit­et und wird auch in geschlosse­nen Grup­pen wie etwa „Ich wohne auf der richti­gen Seite der Donau (21./22.Bezirk)“ verbreitet.


Falschmel­dung auf „Hart­geld”
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Dort bringt Yvonne W. einen Teil des Drecks in Umlauf: „Krebs im End­sta­di­um und den hat­te er schon, als er angertreten (sic!) ist. Ziem­lich geil, oder doch nicht?!“. Ein ander­er User der geschlosse­nen, d.h. nicht öffentlichen Gruppe mit mehr als 12.000 Mit­gliedern, Robert H., stellt Jasko­vas Post­ing am 28.6. online. Am 1.7., nach der Urteilsverkün­dung durch den VfGH, fragt ein Alexan­der S. in der Gruppe nach: „Was passiert, wenn da wuff bis zur neuer­lichen Wahl krepiert“.

Michaela Jasko­va ‚das selt­same FB-Pro­fil aus Sopron, hat noch anderes im Sinn: „Danke VFGH — und jet­zt noch ab in den Knast mit den (mut­maßlichen) WAHLBETRÜGERN!“.

Das mit dem Knast kön­nte funk­tion­ieren! Der zwölfte Abschnitt des Strafge­set­zbuch­es (Straf­bare Hand­lun­gen gegen die Zuver­läs­sigkeit von Urkun­den und Beweisze­ichen) und auch der achtzehnte (Straf­bare Hand­lun­gen bei Wahlen und Volksab­stim­mungen) soll­ten eigentlich zu Ermit­tlun­gen anregen.